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Faun, In Gowan Ring (Osnabrück, Dezember 2011)

Das beste Konzert der bisherigen Eden-Tour

Zaubern eine Traumwelt aus bewegten Bildern: Faun

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Faun

Kurz darauf kommt der weiße Vorhang zum Einsatz, der heruntergelassen wird und die Bühne komplett verhüllt. Wenn man sich anstrengt, sind dahinter Band und Techniker zu erkennen, die noch letzte Vorbereitungen treffen. Die Spannung steigt und nach jedem Lied aus der Anlage hofft man, dass es endlich das letzte ist und es endlich losgeht. 

Dann wird es dunkel und das Intro „Lupercalia“ erklingt, bei dem Oliver und Rüdiger trommeln und Niel seine Beats liefert. Die Damen sind nur als Schatten auf dem Vorhang zu erkennen und erinnern an eine indische Gottheit. Auch das zweite Lied „Zeitgeist“ findet hinter dem Vorhang statt. Diesmal treten alle abwechselnd ins Licht und werden neben Bäumen und Vögeln auf die Leinwand geworfen. Eine Traumwelt aus bewegten Bildern entsteht, die richtig zur Geltung kommt, wenn man etwas weiter hinten steht. Dann öffnet sich endlich der Vorhang und gibt den Blick auf die Bühne frei. Faun werden nach den beeindruckenden Schattenspielen mit tosendem Applaus begrüßt. Die Männer sind in schlichter schwarzer Kleidung, die Frauen dafür in leuchtendem Rot angezogen.

Nach der Begrüßung von Oliver geht es auch gleich weiter mit, wie er sagt, einem Kraut, das die Band schon lange begleitet. Das Publikum tanzt ausgelassen mit und danach folgt das erste kleine Highlight „Da Que Deus“, bei dem Rüdiger ein beeindruckendes Solo auf der Rahmentrommel zeigt. Die Aufforderung mitzuklatschen, ist eigentlich überflüssig, denn das Publikum weiß genau, was zu tun ist und macht begeistert mit. Die gute Laune der Zuschauer geht auch auf die Band über, die immer ausgelassener wird.

Danach wird es wieder etwas ruhiger mit „Adam Lay Ybounden“. Olivers humorvolle Ansage zu dem christlichen Lied über die Entdeckung der Sexualität bringt viele zum Lachen. Im Anschluss dreht Niel seine Verstärker auf, bringt bei „Pearl“ den Boden zum Beben und wiegt das Publikum in Trance.

Und was wäre ein Faun-Konzert ohne einen Appell, die Natur zu respektieren? Oliver kündigt das nächste finnische Lied „Arcadia“ an, in dem die Jäger zum Gott der Wälder beten, um ihm für das Essen zu danken. Er erinnert daran, an die Tiere zu denken, die ihr Leben gelassen haben, um auf unserem Teller zu landen und erntet viel Zuspruch aus dem Publikum. Niel legt vor und der Rest der Band folgt. Allerdings wird es plötzlich hektisch hinter dem Laptop und plötzlich still auf der Bühne. Niel hat es geschafft, sich selbst abzustellen und das Publikum ist zum ersten Mal lauter als er, wie Oliver bemerkt. Den Leuten aber ist der Fehler egal und der Stimmung tut es keinen Abbruch. Im Gegenteil, das macht Faun nur noch sympathischer und der Beifall wird von Minute zu Minute lauter, sodass die Ansagen von Oliver total untergehen und er erst warten muss, bis sich die Begeisterung gelegt hat.

Nach dem schon obligatorischen „Iyansa“ und dem rein instrumentalen „Ynis Avalach“ folgt der Höhepunkt des Abends. Das Lied „Rhiannon“ sorgt sowieso schon durch das schnelle Dudelsackspiel von Fiona für Bewegung im Publikum, aber da beide Seiten sich gegenseitig so angetrieben haben, gehen die Gefühle mit den Musikern durch. Sie spielen sich regelrecht in Trance und Rairda kann einen Freudenschrei nicht unterdrücken. Die Reaktionen aus dem Publikum kommen sofort in Form von Applaus mit Händen, Füßen und Pfiffen und allen im Raum ist die Freude anzusehen.

Es braucht nicht erwähnt zu werden, dass das angekündigte letzte Stück natürlich nicht das letzte bleibt. Nach kurzer Zeit sind Faun wieder da, um noch zwei Zugaben zu spielen. Und auch danach will eigentlich niemand, dass es schon zu Ende ist. Der Raum erbebt unter dem Beifall der Leute, die sich richtig zusammennehmen müssen, als der Vorhang sich ein letztes Mal schließt und die ruhigen Klänge von „Golden Apples“ zu hören sind. Auf der Leinwand wächst langsam ein Baum heran und schemenhaft sind die Faune zu erkennen. Zum Schluss geht der Vorhang nochmal auf und die Band genießt den Applaus und bedankt sich auch beim enthusiastischen Publikum, das den Abend zu etwas ganz Besonderem gemacht hat. Persönliche Meinung von Rairda nach dem Konzert: „Das beste Konzert, was wir bisher auf der Eden-Tour gespielt haben.“

Setlist:

  • Lupercalia
  • Zeitgeist
  • Rosmarin
  • Da Que Deus
  • Adam Lay Ybounden
  • Alba
  • Pearl
  • Arcadia
  • Iyansa
  • Iduna
  • Ynis Avalach
  • Rhiannon
  • Tinta
  • Wind Und Geige
  • Hymn To Pan
  • Golden Apples
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