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Faun im Konzert (Bochum, April 2011)

Kirchenmusik mal anders

Faun bringen mittelalterliche Klänge in die Christuskirche

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Sich eine Kirche für ein Konzert auszusuchen, ist schon etwas ungewöhnlich, aber für die Akustik-Tour 2010/11 von Faun ist sie genau die richtige Location. Schon zum zweiten Mal haben sich die Paganfolker für die Christuskirche in Bochum entschieden, die an diesem Tag ungewöhnliches und gemischtes Publikum empfängt: Metalheads, Gothics und mittelalterlich Gewandete, aber auch Familien mit Kindern und Rentner, die aussehen, als würden sie eigentlich zum Gottesdienst wollen, füllen den Innenraum des Gemäuers.

Als Fiona, Rairda, Oliver und Rüdiger auf die Bühne kommen und als ersten Song „Ne Aloudj El“ anstimmen, hat die Kirche dank ihrer Akustik als Veranstaltungsort bereits überzeugt: Der lange Hall lässt Instrumente und Stimmen noch besser und sphärischer klingen und verzaubert das Publikum. Oliver kündigt wie immer die Lieder an und erzählt kleine Stories zu den einzelnen Stücken. Der Rest der Band ist eher wortkarg und überlässt dem Frontmann, der auch Geschichtenerzähler hätte werden können, das Reden. Neben den faun'schen Stücken bekommen auch einzelne Bandmitglieder Gelegenheit, sich solistisch zu profilieren: Als fünften Song spielen Faun „Zauberhafte Träume“ von Rairdas Soloalbum. Rairda gibt den Ton an, die anderen begleiten auf ihren Instrumenten; das Stück fügt sich gut ins faunische Arrangement ein.

Auch Rüdiger beeindruckt als Solist, indem er ein langes Percussionsolo hinlegt und die Gelegenheit gleich nutzt, dieses in die Länge zu ziehen. Man sieht es den restlichen Bandmitgliedern an, dass sie nicht so genau wissen, wann das Solo endet und es weitergehen soll, bis Rüdiger endlich ein Zeichen gibt. Oliver seinerseits bietet als letztes Stück auf der Harfe die „Ballade Des Äußeren Lebens“ dar, bevor er die Zuhörer in die zwanzigminütige Pause entlässt. Das Publikum ist offensichtlich von der Musik begeistert; tosender Applaus klingt aber anders, was auch an der Atmosphäre der Kirche liegen könnte, die dem Auftritt sein besonderes Flair verleiht.

Am Merch-Stand steht Niel Mitra bereit, der mit seinen Instrumenten Laptop und Synthesizer bei dieser Tour fehl am Platz ist und stattdessen CDs und T-Shirts verkauft. Nach der Pause spielen Faun das, wie Oliver sagt, christliche Stück „Adam Lay Ibounden“, damit nicht nur traurige und sagenumwobende Songs in einer Kirche gespielt werden. Im Anschluss nimmt die versammelte Menge noch an einem Klatsch-Wettbewerb teil, der die den Auftritt begleitenden technischen Probleme mit Mikrofonen und einem verstimmten Dudelsack (der bei "Tinta" nicht nur dem geschulten Ohr, sondern auch Fiona Unbehagen bereitete) schnell vergessen macht: Faun, die für die kommende CD rhythmisches Klatschen brauchen, nehmen die Bochumer auf, die gegen Bremen und Hamburg antreten.Welche Stadt es letztendlich geschafft hat, wird im neuen Silberling stehen, der noch in diesem Jahr veröffentlicht wird.

Als Oliver das letzte Stück des Abends ankündigt, geht ein trauriges „Oohh“ durch die Kirche, doch er lässt die Option einer Zugabe offen. Schließlich erreicht das Publikum sogar ohne übermäßiges Klatschen und Rufen, dass Faun noch „König Von Thule“ und „Fort“ spielen, bevor sie sich mit stehenden Ovationen verabschieden lassen. Vor dem Abgang macht Oliver aber noch ein bisschen Werbung für das kommende Album und verspricht eine neue Tour im Herbst, die auch wieder nach Bochum führen soll. Hoffentlich auch wieder in die Christuskirche.

Setlist:

Ne Aloudj El
Sao Roma
Belle Dame Sans Merci
Karuna
Zauberhafte Träume
Hanter Dro
Herr Heinerich
Ballade Des Äußeren Lebens
Da Que Deus
Königin
Adam Lay Ibounden
Polska
Von Truge
Brücke Über Den Main
Erkenekon
Cuncti Simus
Tinta
König von Thule
Fort

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