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Fabia Sound Convention

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Ein bislang einzigartiges Event fand am 21.04.07 in der Ausstellungshalle des Autohauses Schirp in Gummersbach statt: Die 1. Fabia Sound Convention.

Und hierzu konnte das Veranstalterteam sechs Bands gewinnen, die dem Publikum mit ihren Songs gehörig einheizen sollten. Noch dazu waren wir von The-Pit der Präsentator.

Für Speis und Trank war dank günstiger Getränkepreise auch gesorgt (wo gibt´s denn noch Bier für 1 Euro?), aber das Beste war ohne Frage der Eintrittspreis von 0,00 Euro. Also Metal für lau, gutes Wetter, günstiges Bier und lecker Essen. Metallerherz, was willst Du mehr?

 

 

 

Um 16.00 fiel der Startschuss für die komplett in weiß gekleideten Schizophrenic Voices, deren Intro nichts als Schmunzeln in den Gesichtern der Anwesenden hervorrief (Benjamin Blümchen mit seiner Ramba-Zamba-Band).

 

Dann begannen Metal Gandalf, Elton Fox und Roger an ihren Instrumenten, während Sänger Nemo zunächst neben der Bühne loslegte: Und zwar mit einer Zwangsjacke und angelegter Hanibal-Lector-Maske machte er zuerst mal eine Runde durchs Publikum, bevor er sich dann wieder auf die Bühne begab, um sich dort der Maske zu entledigen und die Zwangsjacke für mehr Bewegungsfreiheit zu öffnen.

Also gab´s schon gleich zu Beginn großes Kino.

 

 

 

Die Mucke der Jungs ist ziemlich progressiv und man braucht den einen oder anderen Durchlauf, bis die Songs voll zünden können. Aber die größtenteils mangelhafte Kenntnis der Songs seitens des Publikums machten die Jungs durch eine super Bühnenpräsenz locker wieder wett. Besonders beeindruckend war auch der Einsatz des Didgeridoos von Elton Fox, der mit den Jungs an diesem Tag übrigens erst seinen zweiten Gig auf die Bretter legte. Hätten sie mir das nicht vorher selbst gesagt, wäre mir das gar nicht aufgefallen, so gut fügt er sich in das Gesamtpaket der Schizophrenic Voices ein, die ihr Ding durchzogen und einen klasse Gig als Opener ablieferten.

 

Setlist Schizophrenic Voices:

1. Intro

2. Torn

3. Scum´s World (Metal Tango)

4. Fire

5. Unchanged Feelings (Hate)

6. Schizophrenic Voices

 

Dann war es Zeit für die Lokalmatadoren von RagPile. Mit ihrem technisch hochwertigen Rock versuchten sie, das Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Seltsam, dass sich für eine ortsansässige Band nur wenige Leute in die Ausstellungshalle des Autohauses Schirp begaben. Aber egal, auch wenn die Band auf der grossen Bühne doch ein wenig verloren wirkte, da sich eigentlich nur Sänger Torsten merklich bewegte, lieferten sie richtig gute Musik ab.

 

 

 

Leider wurde ihr Set von Tonproblemen überschattet, welches sich in lauten Knalleffekten ausartete. Wie der Soundmixer bestätigte, gab es wohl Probleme mit dem Funkempfänger von Gitarrist Matthias. Aber ich denke, dies dürfte nicht der Grund gewesen sein, warum die Band nur sehr spärlich Applaus empfangen durfte. Etwas mehr Agilität hätte man schon erwarten dürfen. Als das Set dann praktisch während der Zugabe von der Band relativ abrupt beendet wurde, war ich erstaunt, dass RagPile , wie sich im Verlauf herausstellen sollte, den drittlängsten Set des Festivals gespielt hatte.

 

Dies war dann wohl auch der Grund für einen kleinen Disput zwischen dem Veranstalter und der Band kurz nach dem Konzert. Ob dieses unkollegiale Verhalten nötig gewesen ist, muss RagPile für sich selbst entscheiden. Wenn das Publikum getobt hätte und mehr Leute die Band begutachtet hätten, dann hätte man das verstehen können, aber so….

 

Setlist RagPile:

1. Horrible Day

2. Cast Off

3. Sweep You Along

4. Don´t Give A Damn

5. Omniscient Narrator

6. Essential Relation

7. Problems & Solutions

 

Sehr neugierig und voller Vorfreude wartete ich dann auf den Gig der Melodic Death Metaller Kadavrik aus Wesel. Diese jungen Wilden hatte ich zuerst Anfang März auf der Neusser Metal Night erlebt. Schon dort klappte mir die Kinnlade runter aufgrund der supergeilen Liveperformance der Jungs. Und nun wollte ich sehen, ob Kadavrik dieses Niveau auch heute halten konnten.

 

Die Rahmenbedingungen passten insoweit, als dass der Sound wie schon zu Beginn der Fabia Sound Convention druckvoll und klar rüberkam und zwischenzeitlich aufgetretene Probleme wieder behoben worden waren. Des weiteren war die Lightshow in der Location dermassen professionell, dass man beim Anblick der Fotos niemals auf den Gedanken kommen würde, dass dies alles in einem Autohaus stattfindet. Die große Bühne stellte sich als bestens geeignet für das sehr gute Stageacting der Jungs.

 

 

 

Die trotz all dieser guten Bedingungen nur ziemlich spärlich anwesenden Fans liessen dann auch zum ersten Mal während diesem Event ihre Matten vor der Bühne kreisen. Der Applaus zwischen den Songs liess erkennen, dass Kadavrik beim Publikum supergut ankamen und auch die kostenlos verteilte Promo der Band wurde den Jungs förmlich aus den Händen gerissen.

 

Kein Wunder, denn neben den klasse Songs boten die jungen Musiker performancetechnisch wieder das von Neuss bereits bekannte volle Brett und posten wie so manche alte Hasen. Sogar Drummer Frank bangte in Propellermanier hinter dem Drumkit.

Ein supergeiler Auftritt einer blutjungen Band, von der wir zukünftig wohl noch so einiges erwarten dürfen, hinterlässt die Fans und auch mich total begeistert!

 

Setlist Kadavrik:

1. Alive With Nothingness

2. Icecold Winter's Grave

3. Thin And Frail

4. My Last Prayer

5. Above The Weak

6. Beyond Oblivion

7. The Die Is Cast

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8. Swords&Spears

 

Nun gehörte als nächstes die Bühne den Thrashern von Spectre Dragon, die eigens aus Bielefeld angereist waren, um das Autohaus Schirp zu rocken. Mit deren Mucke waren sie ja bereits so erfolgreich, dass die den Wacken Metal Battle Vorentscheid für NRW gewonnen haben und nun im Semifinale noch höhere Ziele anstreben.

 

Und es zeigte sich, dass die anwesenden Gummersbacher Metalheads auch durchaus Gefallen fanden an dem Old School Thrash der Jungs, die heute mit ihrem Aushilfsdrummer am Start waren, da ihr etatmäßiger Drummer Draconiz heute verhindert war. Das erklärte dann auch den frühen Auftritt der Jungs, denn eigentlich hätten sie direkt vor den Headlinern Scornage spielen sollen. Doch der Mann hinter der Schießbude lieferte einen sehr guten Job. Nichts ließ erkennen, dass hier „nur“ der Ersatzmann an der Schießbude saß.

 

 

 

Trotz des Songsmaterials von Frontmann Mätty und co., welches vielen der Anwesenden noch unbekannt war, fanden sich doch Fans vor der Bühne ein, um gemeinsam im Takt ihre Rüben zu schütteln.

Und daraufhin schmetterten die Jungs ihre Songs in die Menge und diese kamen dann auch genauso rüber, wie die Thrasher ihre Stücke schon auf CD präsentieren: Hart und kompromisslos.

Und das honorierten die Fans ohne zu zögern mit anerkennendem Applaus.

Ein starker Gig einer sehr guten Band!

 

Setlist Spectre Dragon:

1. Burning Red Eyes

2. Under Hell's Command

3. Soul Harvest

4. The Sky Turns Black

5. Feeding The Brood

6. Thrash Metal Legions

7. Out Of Spite

 

 

Mit dem Beginn des Gigs der Gothic Dark Metaller Sun Of Sadness kam, es dann zur zweiten Showeinlage des Abends. Das Ganze basierte darauf, dass der Interimssänger der Band, Stefan Horn, zuvor in einem Scherz gesagt hatte, dass er nur mitkommt nach Gummersbach, wenn er in einem roten Cabrio mit Pamela Anderson auf die Bühne fahren könne. Okay, das mit der Pamela, das haben die Veranstalter nicht mehr hinbekommen, aber die Sache mit dem knallroten Cabrio war für ein Autohaus nun wirklich kein Problem. So kündigte Frank diesen Showact auf der Bühne an und schon kam Herr Horn halb fahrend, halb krabbelnd mit dem knallroten Beetle-Cabrio auf die Bühne … hä…halb krabbelnd, denkt Ihr jetzt? Na, ganz einfach: Es war zwar ein Cabrio, aber im Bobby-Car-Format. Für den Horn, der für jeden Spass zu haben ist, also kein Problem…

 

Horns Ansagen im weiteren Verlauf des Gigs taten dann ihr Übriges, um zwischen den Songs für gute Stimmung zu sorgen. Die Jungs wirkten an diesem Abend auf der Bühne voll in ihrem Element. Mitja und Mike bewegten sich auf der Bühne zudem auch mehr als sie es sonst getan hatten. Man sah es den Musikern an, dass es ihnen richtig Spass machte, an diesem Tag auf dieser Bühne zu zocken.

 

 

 

„Neu“-Bassist Ingo scheint mit jedem gespielten Gig zu reifen, denn er wirkte heute noch ein Stück souveräner als noch eine Woche zuvor.

Selbst eine klitzekleine Panne tat der guten Stimmung keinen Abbruch, nämlich da, als das Sample in „Anthropomanzie“ klemmte bzw zu früh abbrach … was soll´s … weiter ging´s!

 

Eine Zugabe in Form von „Oceans Of Emptiness“ war dann nach den fordernden Rufen aus dem Publikum auch noch drin, mehr gab´s aber leider nicht mehr.

Die Jungs aus Rheinbach haben auch heute wieder einen sehr guten Job auf den Brettern hingelegt!

 

Setlist Sun Of Sadness:

1. Resurrection

2. Gewalt

3. Dreaming

4. And Darkness Dwells

5. Questions

6. Sonne der Traurigkeit

7. Ghost

8. Falling Down

9. Anthropomanzie

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10. Oceans Of Emptiness

 

Die Uhr schlug 20:50 und das bedeutete, dass die Bühne nun den Headlinern aus Aachen gehörte: Die ersten Töne der Thrasher Scornage fanden ihren Weg in die Ohren der Fans, worauf sich ziemlich viele Fans ins Innere der Ausstellungshalle begaben, wenn sie nicht sowieso schon wartenderweise dort waren.

 

Und es zeigte sich schon nach diesen ersten Klängen der Band, dass die meisten Besucher wegen der Jungs in der Halle einfanden. Die Aachener waren heute mit ihrem neuen Gitarristen Malte nach Gummersbach gekommen, denn der „alte“ Gitarrist Biber hatte die Band ja vor kurzem verlassen (wir berichteten). Aber alle Bandmitglieder hatten eins gemeinsam: Egal, ob gerade erst in die Band eingestiegen oder schon jahrelang dabei, es war der erste Gig in Gummersbach überhaupt (wie im Übrigen auch für Kadavrik, Sun Of Sadness und Spectre Dragon).

 

 

 

Die Jungs sprühten förmlich vor guter Laune. Frontmann Guido gab dann vor „Devil´s Offer“ dann zum Besten, dass er überlegt habe: Die Hausnummer des Autohauses (Kölner Str. 222) bedeute ja 1/3 Metal, daher wollte er dann von den Fans auch keine kompletten Teufelshörner gezeigt bekommen, sondern auch nur 1/3.

Bassist Markus und auch Malte vergrößerten ihren Wirkungsradius kurzerhand, indem sie spielenderweise einfach die Bühne verließen, um im Publikumsraum auf Tuchfühlung mit den Fans zu spielen. Das zeigte Wirkung, denn die Stimmung war einfach nur super!

Als Guido dann zuerst von Veranstalter Frank den Hinweis bekam und diesen dann dem Publikum verkündete, dass für nächstes Jahr auch wieder ein solches Event im Autohaus Schirp angesetzt wird, wurde dies durch Jubeln und begeisterten Applaus seitens des Publikums bedacht.

 

 

 

Als erste Zugabe gab es dann den Motörhead-Klassiker „Ace Of Spades“, was das Publikum sofort zu einem amtlichen Moshpit animierte. Aber selbst nach dieser ersten Zugabe waren die Fans noch nicht zufrieden, und so gab es als leider allerletzten Song noch das geniale „Made In Hell“. Doch danach war dann leider wirklich Schluss …

Scornage hatten die Meute von ihrem ersten Ton an voll und ganz im Griff und haben einen wirklich hammerstarken Gig auf die Bretter gelegt und zudem das absolute Highlight der ersten Fabia Sound Convention gesetzt.

 

Setlist Scornage:

1. Intro/When There Is No More Room In Hell

2. The Ancient One

3. Pure Motorized Instinct

4. Higher

5. Ship Of Fools

6. Society Kills

7. Keep It To Yourself

8. The End Of The Foodchain

9. Scared To Be

10. Blood Splattered Banner

11. I Am Your Fear

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12. Ace Of Spades

13. Made In Hell

 

 

Fazit: Ein absolut gelungenes Festival, welches auf Grund der guten Musik, der bemerkenswert niedrigen Getränkepreise und des kostenlosen Eintritts eigentlich eine randvolle Halle erwarten hat lassen dürfen. Seltsam diese Metal Szene, welche hier nun wirklich keinen Grund finden dürfte, warum sie nur so spärlich erschienen ist. Nichts desto Trotz haben die meisten Bands gezockt, was das Zeug hergab. Gute Stimmung ist auch reichlich aufgekommen und allein die Verkündung, dass es nächstes Jahr weiter geht mit der 2. Fabia Sound Convention, lässt das Metallerherz höher schlagen. Wir, das The Pit Team, stehen schon in den Startlöchern, Euch dieses Festival 2008 zu präsentieren.

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