Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Evil Horde Metalfest 2012

Die Ruhrpott-Szene lebt – aber es geht noch besser

December Flower sind die fast positivste Überraschung des Festivals

Zum Thema

December Flower

Weiter geht es mit astreinem Melodic Death Metal in traditionellem Gewand von den niedersächsischen December Flower. Die Truppe hat gerade erst einen Vertrag mit Cyclone Empire eingeheimst und ihre überragende Debütplatte "When All Life Ends..." veröffentlicht, die einem ganz im Stil der 90er klassischen, rauen Göteburg-Melodeath um die Ohren donnert. So ist man umso mehr gespannt, womit die fünf Recken bei ihrem Auftritt in der Zeche Carl aufwarten.

Durch eine knapp vor dem Festival angekündigte Änderung der Running Order hat es die Melodeather leider kurzerhand auf die kleine Bühne im Lichthof verschlagen, obwohl ein Auftritt in der großen Halle viel eher zu der düsteren Atmosphäre der Band gepasst hätte. Zudem kommt hinzu, dass gerade um die Uhrzeit vielen Fans der Magen zu grummeln scheint und diese erstmal mal an die Imbissstände pilgern, sodass die kleine Halle relativ leer ist und auch während des gesamten Auftritt bis auf ein, zwei Headbanger nicht viel los ist.

Die Band selbst bietet allerdings eine einwandfreie Show. Es wird zwar weniger Wert auf eine umwerfende Performance gelegt, als viel eher Energie darin investiert, die Musik sauber und vor allem authentisch rüberzubringen. Und das gelingt zweifelsohne. Das Ganze beginnt mit dem Intro der aktuellen Platte "Invasion", das in den schnellen Epik-Überkracher "The Apprentice" und das anschließende "Your Darkest Path" überleitet. Mit genau diesen drei Tracks in derselben Reihenfolge beginnt übrigens auch die Debütplatte der Jungs und als Fan hätte man sich keinen besseren Auftakt wünschen können. Doch auch das nachfolgende "Moloch" von der Demo aus dem Jahre 2008 kann sich eindeutig hören lassen und reiht sich anstandslos ins Set ein. December Flower scheinen keine Band der großen Ansagen zu sein und so wird ohne große Umschweife weitergeprescht mit Perlen wie dem wuchtigen Stampfer "Aeon" oder dem pfeilschnellen "Despise Your Life", das wohl das älteste Stück der Bandgeschichte ist, wie Fronter Manuel bekannt gibt.

Was allerdings nach einer Weile auffällt ist, dass im Gegensatz zur großen Halle der Sound hier nicht ganz makellos abgemischt wird und so beispielsweise die Vocals gelegentlich in der restlichen Soundkulisse untergehen. Da besteht noch Verbesserungsbedarf! Zum Glück tut das der Show keinen allzu großen Abbruch und die grandiose Setlist, die die Melodeather auftischen, wird fortgesetzt mit dem heroischen "And Blood Has To Be Shed" und findet ihren finalen Abschluss in dem instrumentalen Outro "The Fountain", bei dem sich Sänger Manuel kurzerhand zu der kleinen Zuschauerschaft im Publikum gesellt, um gemeinsam mit den wenigen Headbangern die Mähne zur eigenen Band kreisen zu lassen.

Letztendlich bleibt nur noch zu sagen, dass December Flower auf ihrem Debütalbum "When All Life Ends..." nicht zu viel versprochen haben, sondern alle Songs authentisch und mit Power darbieten und so einen verdammt geilen Auftritt hinlegen, der leider vor dem falschen Publikum in der falschen Location stattfindet. Die erhoffte Resonanz im Publikum lässt ein wenig zu wünschen übrig, aber vielleicht haben auch einfach einige den Spielplanwechsel nicht mitbekommen? Jedenfalls ein astreiner starker Auftritt der Niedersachen. Was man sich lediglich von dem Konzert noch erhoffen hätte können, wären etwa solche Schmankerl wie "Fall Of Man" oder den Hit schlechthin "Haunted By Horror" vom 2008er Demo zu hören, aber auch das Evil Horde Metalfest ist nun mal kein Wunschkonzert.

Setlist:

Invasion (Intro)
1. The Apprentice
2. Your Darkest Path
3. Moloch
4. Lost In Twilight
5. Aeon
6. As Darkness Reigns
7. Life Ends
8. Despise Your Life
9. And Blood Has To Be Shed
The Fountain (Outro)

Seite
comments powered by Disqus

Neues Album und Tour im nächsten Jahr

Sieben Alpha-Hein-Mücks

Doomiges Live-Konzert in eine mögliche neue Normalität

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna

Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen