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Evergrey, Post Traumatic Stress Disorder im Konzert (Hamburg, Mai 2010)

Soundprobleme, wenig Zuschauer und etliche Spielfehler - Spaß gemacht hat's trotzdem

Boten trotz weniger Zuschauer einen soliden Gig: Post Traumatic Stress Disorder

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Nachdem sie sich in den letzten Jahren etwas rar gemacht haben, was Liveauftritte angeht und aufgrund unglücklicher Umstände immer wieder etliche Tourdates absagen mussten, sind sie nun endlich wieder auf der Bühne zu bewundern: Die Rede ist von den Schweden Evergrey, die meine Wenigkeit an diesem Abend endlich zum ersten Mal live erleben darf. Bei den Progressive Metallern steht demnächst ein neues Album auf dem Plan und eine kleine Vorab-Tour – das heutige Konzert ist das einzige in Deutschland – ist nach längerer Bühnenabstinenz ja sehr sinnvoll, um die alten Fans wieder zu versammeln und eventuell ein paar neue hinzuzugewinnen.

Dummerweise musste man im Vorfeld allerdings leider befürchten, dass diese Tour auch wieder ins Wasser fallen würde. Erst vor etwa zwei Wochen verkündete die Band, dass mit dem langjährigen Gitarristen Henrik Danhage, Drummer Jonas Ekdahl und Bassist Jari Kainulainen gleich drei Mitglieder das Weite gesucht haben. So etwas frustriert natürlich kurz vor Tourstart und angeblich überlegten Frontmann Tom Englund und Keyboarder Rikard Zander sogar, die Band ganz aufzulösen. Zum Glück aber besannen sie sich, doch weiterzumachen und fanden in Gitarrist Marcus Jidell, Bassist Johan Niemann und Drummer Hannes Van Dahl recht schnell Ersatz, sodass die Tour nun doch stattfinden kann.

Der Auftakt findet in Hamburg im Kult-Metalclub Headbangers Ballroom statt, der früher am Hafen gelegen war, nun aber auf den Kiez umgezogen ist. Die neue Halle ist etwas geräumiger, von der Atmosphäre jedoch ähnlich gemütlich wie die vorige Location.
Evergrey haben sich mit Edgend aus Israel, Myrath aus Tunesien und den Italienern Post Traumatic Stress Disorder gleich drei Vorbands ins Boot geholt, wobei mit den Lokalmatadoren Buried In Black hier in Hamburg sogar noch ein weiterer Special Guest angekündigt war. Wir haben es leider erst um kurz nach neun Uhr geschafft, vor Ort zu sein, und kommen gerade rechtzeitig, um den Gig der letzten Vorband mitzuerleben, und zwar:

Post Traumatic Stress Disorder

Ein fettes Sorry daher erst mal an die anderen Supportacts, man kann nur hoffen, dass sie alle einen guten Gig und viel Spaß hatten, darf letzteres aber zumindest anzweifeln, denn obwohl es wie gesagt schon nach neun Uhr ist, ist es immer noch erschreckend leer. Im hinteren Bereich des Saales sind Sitze aufgestellt, wo sich ein paar Zuschauer breitgemacht haben, ein paar weitere lümmeln an der Bar herum und vor der Bühne stehen nicht mehr als fünf, vielleicht sieben Leute – anwesende Fotografen mitgerechnet! Das ist schon sehr enttäuschend und man will sich gar nicht ausmalen, wie es eine Stunde zuvor ausgesehen haben mag. Die Italiener lassen sich davon aber nicht großartig beeindrucken und zocken einen soliden Gig. Der Frontmann Henry versucht immer mal wieder tapfer, die wenigen Anwesenden mitzureißen, und zumindest zwei, drei Leute bangen kräftig, der Rest wippt zumindest mit den Füßen. Auch Gitarrist und Zweitsänger Yorga steigt zwischendurch mitsamt Klampfe mal von der Bühne herunter und mischt sich unter die Zuschauer, um wenigstens mit den wenigen seinen Spaß zu haben.

Schade, denn was die Band mit dem ewig langen Namen zeigt, ist – wenn auch nicht überragend – so doch zumindest hörenswert und nur schwer in eine Genre-Schublade zu stecken. Mal klingt man nach Alternative, hin und wieder progressiv, dann sogar ein bisschen nach Korn oder den Deftones, sprich: leicht Nu- beziehungsweise Modern-Metal-artig, was auch viele Samples belegen, die von einem Laptop eingespielt werden. Technisch überzeugt die Band auf ganzer Linie, das Stageacting ist angesichts der Handvoll von Leuten auch okay und Songs wie „Jerkwater“, „Suicide Attitude“ oder das abschließende „A Reason To Die“ machen ganz gut Dampf, die eingebauten ruhigeren, depressiv klingenden Stellen verleihen den Tracks jedoch die nötige Dynamik und Abwechslung. Die Band passt sicherlich nicht gerade zu hundert Prozent zum Mainact, aber das dürfte den schlechten Zuschauerschnitt nicht wirklich erklären. Als für Evergrey auf der Bühne umgebaut wird, versammeln sich erwartungsgemäß zwar ein paar Leute mehr vor den Brettern, aber – obwohl ich in solchen Schätzungen wirklich ganz mies bin – ich glaube, dass hier heute nicht mal hundert Nasen am Start sind.

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Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging

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