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Enslaved, Vreid im Konzert (Köln 2006)

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An diesem – wir wollen ja nicht übers Wetter meckern, aber trotzdem – heißen Septembernachmittag machten wir uns auf zum Kölner Underground, wo wir uns auf einen Abend mit norwegischem Black Metal freuten.

Die jedoch nur spärlich eintreffenden Fans stimmten uns ein wenig pessimistisch, wie denn dieser Gig so werden würde. Schließlich stimmt es auch meist die Musiker auf der Bühne nicht allzu positiv, wenn sie für eine nur spärlich gefüllte Halle spielen.

 

Als wir jedoch die Location betraten, stellten wir schnell fest, dass hier eh nicht viele Leutchen Platz drin finden. Die Bühne war so klein, dass man als Musiker nicht an Klaustrophobie leiden darf, wenn man hier einen Auftritt hat. Sogar die Bühne des Bergisch Gladbacher Q1 ist größer. Der Unterschied zum Underground besteht allerdings darin, dass im Q1 nur Demobands auftreten. Nun gut, dachten wir uns, an der Größe der Bühne muss ja noch kein Gig scheitern.

Erwartet hier aber bitte keinen Bericht über Zyklon. Ursprünglich waren die Jungs auch mit in diesem Tourpackage. Da sie aber mit der Band 1349 eine UK-Tour bestreiten, wurde die Absage – sowohl am Eingang des Undergrounds als auch auf der Homepage der Location – den Fans mitgeteilt.

 

Mit Vreid und Enslaved wurden hier aber zwei Bands auf die Bretter geschickt, die beide Labelverträge haben. Wie lange Enslaved übrigens schon existieren, muss ich an dieser Stelle nicht noch mal explizit erwähnen. Mir kam da dieser Spruch ins Gedächtnis … dieser Spruch über Nutztiere und Perlen … nun ja …

 

Und so betraten die vier Jungs von Vreid die kleine Bühne im Kölner Underground. Man merkte schon bei den ersten Klängen des Openers „Da Draumen Rakna“ sofort, wer in der Zuschauermenge die Norweger schon kannte und wer nicht. Unschwer zu erkennen waren die Fans, denen die Mucke von Vreid ein Begriff war, an den vom ersten Song an kreisenden Matten. Und direkt vor der Bühne formierten sich deshalb einige Fans, die das Haupthaar im Takt der Musik gehörig in Bewegung setzten.

Ein absolutes Unding war der grottenmiese Sound im Underground: Stures Stimme war direkt vor der Bühne – wo ich nun mal meine Position bezogen hatte - so gut wie gar nicht zu hören. Sehr, sehr schade, denn gerade diese Stimme macht viel aus bei der Musik von Vreid. Zumindest weiter hinten muss man Sture etwas besser, wenn auch trotzdem bei weitem nicht optimal – gehört haben.

Aber auch der Verantwortliche für die Lichtanlage muss dringend noch mal Nachhilfestunden in Sachen Lichttechnik nehmen: Das meiste Licht kam meist nur von hinten. Der Einzige, der auf der Bühne vernünftig beleuchtet wurde, war Ese. Aber ausnahmslos alle Bandmitglieder von Vreid mühten sich redlich.

Wenn aber dann die Rahmenbedingungen dermaßen grottenschlecht sind … ja, was soll man da groß machen …

Vreid präsentierten an diesem Abend neben einer ausgewogenen Mischung aus Songs ihres ersten Albums „Kraft“ und des aktuellen Albums „Pitch Black Brigade“ mit „Draumen“ auch einen Songs aus den alten Windir-Zeiten. Passend zu ihren Songs, die größtenteils Themen aus dem ersten und zweiten Weltkrieg behandeln, zogen sie auch ihre Bühnenperformance durch, was mir und auch vielen Fans vor der Bühne sichtlich gefiel. Besonders Hvall versuchte, Stimmung in der Bude zu bringen, was aber wiederum bei einem großen Teil der Anwesenden im Publikum aus unerfindlichen Gründen keinen Anklang fand.

Von mir aus einziger Kritikpunkt wäre, dass die Jungs den Song „Hengebjorki“ mit seinem langen instrumentalen Intro nicht hätten in die Mitte der Setlist einfügen sollen. Dieser Song hätte sich besser als Opener gemacht. Die Songwahl mitten im Set führte nämlich dazu, dass die Anwesenden, die nicht mit Vreids Songs vertraut waren, sich zu fragen schienen, was nun kommen würde und die zuvor von den Jungs auf der Bühne angeheizte Stimmung kühlte dadurch wieder merklich runter.

 

 

Die Vreid - Setlist dieses Abends liest sich wie folgt:

Da Draumen Rakna

Raped By Light

Left To Hate

Evig Pine

Dauden

Hengebjorki

Wrath Of Mine

Helvete

Pitch Black Brigade

 

 

Dann kam nach einer Umbaupause die Band auf die Bühne, die – wenn man sich im Vorfeld die T-Shirts vieler der Anwesenden anschaute - auch anscheinend sehnsüchtig erwartet wurde: der Fünfer von Enslaved.

Zu der Bühnenperformance kann ich sagen, dass die Jungs um Frontmann Grutle eine absolut professionelle Performance auf die Bretter legten. Wäre ja auch eine Schande, wenn dem nicht so gewesen wäre, denn diese Band kann ja mittlerweile schon auf eine lange Laufbahn zurückblicken.

Der Sound schien einen Zacken besser zu sein als er das zuvor bei Vreid leider war, die Beleuchtung war ebenfalls ähnlich der mageren Lichtshow während des Vreid-Gigs, sie ließ - mit anderen Worten - also ebenfalls zu wünschen übrig.

Alle Songs wurden von den Anwesenden abgefeiert. Dabei lag das Hauptaugenmerk - klar – bei den Songs ihres aktuellen Albums „Ruun“, aber auch ältere Songs aus ihrer mittlerweile 9 Studioalben umfassenden Schaffensphase fanden guten Anklang beim Publikum. Dieser Anklang äußerte sich dann in einer beachtichen Menge von kreisenden und bangenden Köpfen im Publikum.

So schafften es Enslaved besser als Vreid, die Anwesenden für die auf der Bühne gebotene Performance zu begeistern, was allein schon von ihrem Bekanntheitsgrad einfacher fiel. Daher wurde am Ende des Sets auch lauthals eine Zugabe gefordert. Und die bekamen die Fans dann natürlich auch – da gab es für die Herren von Enslaved gar kein Vertun.

Besonders gut fiel mir das Drumming von Cato Bekkevold, der an diesem Abend einfach einen klasse Job machte.

 

Auch die Setlist von Enslaved wollen wir Euch hier nicht vorenthalten:

 

Fusion Of Sense And Earth

Path To Vanir

Isa

The Voices

For Lenge Siden

Essence

Ruun

Return To Yggdrasil

Violet Dawning

Slaget I Skogen Bortenfor

 

Mein Fazit: schade, wirklich schade, dass Vreid hier von den Rahmenbedingungen im Underground regelrecht ausgebremst wurden. Wie schon gesagt: das lag nicht an den Jungs von Vreid, denn sie haben alle ausnahmslos alles gegeben. Aber wenn der Sound und das Licht gestimmt hätten, dann hätten sie hier in Köln sicherlich so manchen neuen Fan für sich gewinnen können. In Wacken muß dagegen ja alles gestimmt haben, denn dort wurden sie abgefeiert ohne Ende.

Enslaved konnten durch ihren höheren Bekanntheitsgrad punkten

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