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Enslaved, Imperium Dekadenz & Heretoir im Konzert (November 2017)

Insgesamt gelungener Tourauftakt im verregneten Hamburg

Shoegaze-Post-Black-Metal vom Feinsten bieten Heretoir.

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„Wenigstens ist das Wetter hier wie in Norwegen“, erklärt mir Enslaved-Mastermind Ivar Bjørnson, als wir uns vor der Show zum Interview im Tourbus treffen, und reckt sarkastisch grinsend den rechten Daumen in die Höhe. In der Tat ist der November nun endgültig angekommen, es regnet und ist ungemütlich, und ich kann auch nur entgegnen, dass, wenn es irgendetwas gibt, was ich an Hamburg hasse, es das beschissene Wetter ist. Das Interview wird natürlich bald hier auf The-Pit.de zu lesen sein, zunächst gilt es jedoch abzuchecken, wie die Songs des neuen fantastischen Albums „E“ live tönen werden bzw. erst einmal die beiden Vorbands genauer unter die Lupe zu nehmen.

Heretoir

sind wie auch der zweite Supportact Imperium Dkadenz aus Deutschland und haben ebenfalls ein paar Songs auf Deutsch im Repertoire. Ihr selbstbetiteltes Debütalbum von 2011 kam bei Ex-Kollegin Nicola Holm mit 5,5 Punkten nicht sonderlich gut weg, in diesem Jahr erschien der Nachfolger „The Circle“, der deutlich reifer klingt (vor allem von der Produktion und vom Gesang her) und vielleicht auch damalige Kritiker überzeugen kann. Live jedenfalls tönt das ziemlich rund, zumal die Band einen sehr ordentlichen Sound verpasst bekommen hat.

Mittelpunkt des Geschehens ist ganz eindeutig Frontmann David „Eklatanz“ C., der alleine schon durch seine schwarzen Rastas auffällt – sieht man in dieser Szene ja auch nicht allzu häufig – und ein sehr natürliches Charisma besitzt. Ursprünglich bestand die Truppe auch lediglich aus ihm als Ein-Mann-Projekt, offiziell als Quartett sind die Augsburger noch gar nicht so lange unterwegs, gut eingespielt zeigen sie sich aber allemal. Das Publikum, das bereits zu diesem Zeitpunkt einigermaßen zahlreich angetreten ist, unterbreitet mittels wohlwollender Reaktionen auf jeden Fall Zustimmung, doch wer zu einer Band wie Enslaved geht, dürfte wohl auch relativ open-minded sein.

Die Vergleiche mit den Franzosen von Alcest kommen automatisch, gelten auch bei Heretoir selbst als Haupteinfluss – bei den ausladenden, mit vielen sphärischen Parts versehenen und oft schleppenden Kompositionen kein Wunder. Klar, für Black-Metal-Puristen ist das nichts, viel zu „entspannt“ mutet das Ganze an, immer wieder kann man die Augen schließen und sich fallen lassen – wundervolle Kiffermucke, die nur durch gelegentliche schwarzmetallische Ausbrüche durchbrochen wird.

Songs wie „The White“ oder „Golden Dust“ vereinen bestens Katatonia-Melancholie und Shoegaze-Post-Black-Metal und man kann sich nur wünschen, nachdem die Band mit ihrer zweiten Full-Length-Platte musikalisch einen klaren Schritt nach vorne gemacht hat, dass sie in puncto Bekanntheitsgrad ebenso zulegt. In Sachen Eigenwerbung sind die Jungs allerdings auch eifrig unterwegs, indem sie Gratisposter am Merch auslegen – und ich ärgere mich immer noch ein bisschen, dass ich es nachher dann doch vergessen habe, ein Exemplar mitzunehmen.

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