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Ensiferum, Metsatöll, Tracedawn im Konzert (Hamburg, Oktober 2009)

Gute Bands, guter Sound, gute Stimmung - ein rundum gelungener Abend

Ensiferum

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Dann ist es Zeit für den Mainact. Mein Bruder sieht zu, dass er schnell nach vorne gelangt, ich hingegen habe darauf inzwischen irgendwie keine Lust mehr; nachdem ich schon x Konzerte besucht habe, habe ich einfach keinen Bock mehr darauf, mir im Moshpit was mitgeben zu lassen. Später berichtet er mir tatsächlich von jemandem, der ihm mit voller Absicht in die Wade getreten und ihn dann auch noch blöde angegrinst hat - unglaublich, was teilweise für Asoziale auf Konzerten herumlaufen. Sehen kann man auf jeden Fall auch in der Mitte bestens, da der Laden wie erwähnt nicht ausverkauft ist. Und einen Vorteil gibt es, wenn eine Location nicht ausverkauft ist: Man hat Platz genug, um ekstatisch zu bangen – was bei einem rasend schnellen Song wie „From Afar“, mit dem Ensiferum, nachdem sie unter lautem Publikumsjubel die Bühne zu dem langen Intro „By The Dividing Stream“ betreten haben, den Set eröffnen, ja geradezu Pflicht ist. Sonderlich überraschend ist dieser Auftakt nicht, schließlich handelt es sich hier um den Titeltrack des neuen Albums.

Mit „Twilight Tavern“ steht danach auch gleich das nächste Stück dieser Scheibe auf dem Programm. Mit seinem prägnanten Main-Riff und dem Chorus, der auf ähnliche Weise wie „Ahti“ auf dem Vorgängeralbum zum Mitgrölen animiert, ist dies wahrscheinlich der eingängigste Song auf „From Afar“, das nicht nur ganz klar im Fokus steht, sondern beinahe komplett dargeboten wird. Beide Longtracks sind mit „Heathen Throne“ und „Longest Journey“ dabei, sowie „Elusive Reaches“ und „Smoking Ruins“. Live funktionieren die Songs ohne den meiner Ansicht nach teilweise etwas zu übertriebenen Bombast eigentlich noch viel besser. Dennoch muss man sich fragen, ob es denn wirklich nötig ist, fast das gesamte neue Album zu zocken, vor allem, wenn dafür weitestgehend auf Stücke vom überragenden „Victory Songs“ verzichtet wird. Dass nicht genügend Abwechslung vorhanden wäre, kann zwar niemand behaupten; vom Debütalbum gibt es mit „Little Dreamer“, „Guardians Of Fate“ und „Treacherous Gods“ drei Songs zu hören und „Iron“ ist mit dem Titelsong, „Tale of Revenge“, dem sehr flotten „Slayer Of Light“, sowie der schlicht betitelten Hymne „Lai Lai Hei“ würdig vertreten. 

Und natürlich findet auch „Victory Songs“ Beachtung: Auf „Wanderer“ kann man einfach nicht verzichten (dieser Chorus!); „One More Magic Potion“ allerdings ist dann auch schon der einzige weitere Song dieser Scheibe. So gut die neue Ensiferum auch geworden ist – das sensationell hohe Niveau des Vorgängers – insbesondere, was das Songwriting angeht – kann die Band eigentlich nicht wieder erreichen. Vielleicht jedoch hatten die Finnen erst mal keine Lust mehr auf „Victory Songs“, es ist ja oft so, dass eine Band bei einer neuen Tour erst mal auf Songs des vorigen Albums größtenteils verzichtet, da man sich möglicherweise daran überhört hat. Dennoch empfinde ich es geradezu als eine Frechheit, nicht den Titelsong des 2007-er Albums vorgesetzt zu bekommen...

Nichtsdestotrotz erleben wir einen traumhaften Abend mit gutem Sound (die Markthalle macht sich langsam, die letzten Male, als ich dort war, war der Sound stets gut bis sehr gut) und sensationeller Stimmung. Frontmann Petri Lindroos bewegt sich nicht viel und sagt auch nicht viel, aber das hält die Leute nicht davon ab, Party zu machen. Mit wenigen Standard-Ansagen wie „Do you want some more?“ und ähnlichem hat er die Meute bestens im Griff. Hin und wieder turnen er, Gitarrist Markus Toivonen und Bassist Sami Hinkka hinter dem Drumset herum – während die hübsche Keyboarderin Emmi Silvennoinen sich die ganze Zeit hinter ihrem von Schild und Schwertern verdeckten Keyboard versteckt und Schlagzeuger Janne Parviainen wenig begeistert guckt, wobei es auch nicht sonderlich spektakulär ist, was er zu spielen hat – ansonsten jedoch hält sich der Bewegungsradius eher im überschaubaren Bereich.

Doch natürlich auch dank der Tatsache, dass der Pegel im Laufe des Abends erheblich gestiegen sein dürfte, saugen die Leute jeden Ton gierig auf, moshen, bangen und grölen. Das Highlight kommt passenderweise denn auch ganz zum Schluss, als Petri zuerst „Lai Lai Hei“ (O-Ton: „The next song is not called ,Da Da Da Da’, it’s called ,Lai Lai Hei’“) ankündigt, wo schon alle aus voller Kehle mitbrüllen können, um dann mit „Iron“ als letzter Zugabe noch mal einen draufzusetzen. Diesen Song kündigt er wegen des Mitsing-kompatiblen Riffs dann tatsächlich mit den Worten „This song is called ,Da Da Da Da’“ an.

Am Ende haben alle etwas für ihr Geld geboten bekommen: 20 Euro für drei wirklich gut aufspielende Bands ist mehr als fair und auch wenn mir persönlich wie gesagt zu wenig aus „Victory Songs“ gespielt wurde: Letztlich können Ensiferum sowieso nie etwas falsch machen, dazu haben sie zu viel gutes Songmaterial im Gepäck. Gerne wieder!

Setlist:

- By The Dividing Stream (Intro)
- From Afar
- Twilight Tavern
- Little Dreamer
- Elusive Reaches
- Wanderer
- Heathen Throne
- Guardians Of Fate
- Tale Of Revenge
- Smoking Ruins
- Slayer Of Light
- One More Magic Potion
- Tumman Virran Taa (Interlude)
- The Longest Journey
------------------------------------
- Treacherous Gods
- Lai Lai Hei
- Iron


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