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Emil Bulls, Vitja & Grizzly im Konzert (Dresden, November 2017)

Abriss im Dreierpack

Ende September veröffentlichten Emil Bulls ihr Album „Kill Your Demons“, mittlerweile sind sie auf gleichnamiger Tour und im Dresdner Schlachthof angekommen. Wie man schon im Vorfeld lesen konnte, waren die meisten Locations äußerst gut besucht, wenn nicht gar ausverkauft. Und auch in der sächsischen Landeshauptstadt zeigt sich der Saal schon früh gut gefüllt, wenngleich man gar nicht allzu viel Zeit darauf verwenden kann, den Anblick zu bestaunen, immerhin steht mit

Grizzly

die erste Band bereit. Und wer hier nicht überpünktlich erscheint, hat mal richtig Pech gehabt, gehen Grizzly doch schon vor dem offiziell verkündeten Beginn an den Start. Der erfolgt mit „I Try To Grow“ und macht zügig klar, dass ein Verpassen der Band definitiv ein Versäumnis wäre. Das Ganze klingt nämlich nicht nur schnieke, sondern ist auch fein anzusehen. Gleich mit zwei Vocalisten ausgestattet, erweist sich Zig doch als echter Hingucker, der seine Kutte mit dem Aufnäher „Heroes Of Pop-Punk“ versehen hat und damit zugleich anzeigt, was hier in den nächsten Minuten zu erwarten ist.

Der Pop ist zwar eher untergründig zu hören, aber die Stücke sind auf jeden Fall recht eingängig, und dass sie etwas anders sind, merkt man auch recht schnell. Nachdem Shouter Kevin das Publikum willkommen geheißen hat, gibt es die Aufforderung, seinen Freund unterzuhaken und kräftig mit zu schunkeln. Wahrgenommen wird das Angebot zwar nur dürftig, aber „Close At Heart“ macht auch ohne Schunkelei Spaß. Das nachfolgende Stück „Home“ ist zwar eigentlich für die Heimatstadt des Fünfers geschrieben, wird aber heute Dresden gewidmet, immerhin sei dies auch eine schöne Stadt.

Na, und wer dem Publikum schon so viel Honig um den Bart oder ums Kinn schmiert, bekommt nicht nur kräftigen Applaus, sondern erntet zudem noch „Ausziehen“-Rufe. Man schwankt nun zwischen „von mir aus“ und „das willst du nicht sehen“, entscheidet sich letzten Endes dann doch lieber für den nächsten Song. „Til Sunrise“ ist nach Auskunft der Karlsruher brandneu, damit unbekannt, wobei man eh in Frage stellt, ob der Rest des Liedgutes sich einer allzu großen Bekanntheit erfreut. Allerdings fährt der eben angekündete Titel eh direkt in die Glieder und „Ohohoho“-Gesänge bekommt man auch ohne lyrische Kenntnisse hin.

Bevor schließlich der letzte Song auf die Bühne kommen soll, vermeldet man technische Probleme, die mit einer kleinen Werbepause für die EP und die bald erscheinende CD überbrückt werden. Hiernach können noch zwei Mutige einmal auf allen Vieren durch den Saal robben, um ein kleines Geschenk abzustauben und schon lässt „Every“ die Zuschauer nochmal in Bereitschaft treten. Wer nicht mitsingt, unterstützt nun mit Klatschen und beschert Grizzly einen perfekten Ausklang, den man sich allerdings auch verdient hat.

Setlist:

I Try To Grow
We Stop At Nothing
Close At Heart
Home
Til Sunrise
Interlude + Somewhere
Every

Seite
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„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“