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Eisbrecher, Zin im Konzert (Köln, Dezember 2010)

Eisbrecher erweisen sich als grandiose Live-Band

Der Funke von Zin will nicht so recht auf das Publikum überspringen

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Einen Eisbrecher kann Deutschland bei der aktuellen Wetterlage mehr als gut gebrauchen. Das Streusalz geht aus, die Bahnen fahren nicht und mit den Autos auf den vereisten Straßen zu fahren, ist auch wenig amüsant. Eisbrecher kommen auch - allerdings nur, um in dem Kölner Tanzbrunnen für schönes Wetter zu sorgen. Den Witterungen trotzend finden sich dort, neben den zahlreich erschienenen Fans, auch Zin ein, die das Publikum für Eisbrecher schon auf Betriebstemperatur bringen sollen. Diese sind guter Dinge und haben sich für dieses Event ordentlich in Schale geworfen. Wie man es von dem schwarzen Gothicvolk gewohnt ist, ist weniger mehr. Diese Aussage gilt jedoch nur, was den Stoff am Körper betrifft. Bei Make-up gilt nämlich das dicke Gegenteil.

Zin

Pünktlich auf die Minute steht noch vor Zin Alexx Wesselsky auf der Bühne, um die ersten Worte an die Fans zu richten. Diese sind entzückt und ein kleiner männlicher Chor nutzt die Chance der Stille, um Alexx ihr begehren preiszugeben: „Alexx! Wir wollen ein Auto von dir!“ - wenn das keine eindeutige Aussage ist. Das Publikum ist locker und Zin können loslegen.
Die Leipziger Zin steigen mit „2010“ ein, welches sich sehr auf die elektrischen Töne des Keyboards stützt. Sowohl Gitarre als auch die anderen Instrumente gehen dabei fast unter. Dies ist allerdings kein Missstand der Technik im Kölner Tanzbrunnen, sondern Ziel des Quartetts, dessen Musik als Mixtur aus Alternative, Electro und Indie beschrieben wird. Dann wird es die nächste Zeit noch so weiter dudeln. Zin haben neben dem Fokus auf die Keyboards einen ziemlich poppigen Ton und der Funke will nicht so recht auf die Besucher im Tanzbrunnen überspringen.


Ein klein wenig mag auch die überheblich wirkende Art von Sänger Iven Cole dazu beitragen. Die Selbstsicherheit zeigt sich nach außen in einem leichten Übermaß, was im Tanzbrunnen nicht für positive Zusatzpunkte sorgen kann. Der Sympathiebonus ist also auch futsch. Da bleibt noch die Stimme, die Überzeugungsarbeit leisten könnte. Sie könnte es, schafft es aber nicht, weil sie zu dünn ist und auch keine sonderlich schöne Farbe aufweisen kann. Aber sie passt zu der Musik und dem Keyboard. Nach all den negativen Feststellungen wundert es nicht, dass das Publikum sich mit seiner Begeisterung in Grenzen hält und nur zwischen den Songs einen Anstandsapplaus gibt. Während „Rent My Soul“, „Kiss“ und „Sybiosis“ schaukeln sich die Gespräche zunehmend nach oben und das Getuschel ist groß. Die Fans, die nur auf Eisbrecher zu warten scheinen, bevorzugen teilweise sogar einen Platz im Foyer.


Zin ist nicht nur der Name der Band, sondern auch der Name eines israelischen Wüstengebiets. Zum Sound der Band passt dieser Zusammenhang weniger. Zwar ist sie auf eine Art und Weise trocken, aber sie wirkt dennoch dynamisch, auch wenn Iven Cole den Hang zur Theatralik nicht verleugnen kann.


Heute Abend säen Zin wohl kaum viele neue Samen in der Wüste, wenn man von der Ressonanz des Publikums ausgeht. Sicher gab es auch Zin-Fans unter den Zuhörern, aber der größte Teil ist wegen Eisbrecher im Tanzbrunnen und hat das während des Gis von Zin auch zu verstehen gegeben.

Setlist:
1.    2010
2.    HSH
3.    Monarchy
4.    Rent My Soul
5.    Kiss
6.    No Fakes & Fears
7.    Symbiosis
8.    Swim!
9.    Tourists

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