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Eisbrecher & Faelder im Konzert (Chemnitz, August 2019)

Wenn es im August schneit und trotzdem alle schweißgebadet nach Hause gehen

Eisbrecher

Ist es bei Faelder noch recht beschaulich zugegangen, stehen nun alle Zeichen auf Sturm. Die Zuschauer laufen bereits vor dem ersten Takt zu Hochtouren auf und als endlich „Verrückt“ erklingt, drehen die ersten Reihen sogleich komplett ab. Damit schlägt zugleich die große Stunde von Frontmann Alex Wesselsky, der nicht nur als kraftvoller Sänger brilliert, sondern auch ein ums andere Mal seine Entertainer-Qualitäten versprüht. Da wird sich gleich erkundigt, wer denn beim letzten Auftritt vor sieben Jahren da war, bei wem sich in der Zwischenzeit Nachwuchs eingestellt hat, und da zu „Antikörper“ auch noch die Brille seine Nase verlässt, hat das Publikum von nun an noch lauter zu mitzugrölen, immerhin sind Geräusche nun die einzige Orientierung.

Zum Stimmungserhalt bieten Eisbrecher ein Set, welches kaum Wünsche offenlässt. Ob das rhythmusbetonte „Amok“, welches mit zusätzlichen Trommeln bereichert wird, oder „Fehler machen Leute“ – abgefeiert wird jeder Titel. So besteht eigentlich nur noch die Frage, wann und wie laut der erste Jubel erklingt. Im Falle von „Eiszeit“ reichen ein paar Takte für erste Begeisterungsrufe und wenn es dann noch bei hochsommerlichen Temperaturen schneit, ist man im Schlosshof doch schon nahe der Ekstase. An dieser Stelle folgt von der Bühne ein mehr als berechtigter Dank an die Crew und an alle Helfer, die den Abend zu etwas Besonderem machen. Die Zuschauer geben noch einen Extraapplaus drauf und wenn die Hände eh schon in Bewegung sind, können sie gleich zu „Leider“ oben bleiben.

„Himmel, Arsch und Zwirn“ denkt man bei selbigem Titel, denn was hier nun gesungen, geklatscht und mitgesprungen wird, kann sich wirklich sehen und vor allem hören lassen. Und weil das alles schon so gut hinhaut, geht es für Wesselsky nun hinunter in den Graben und ab zum Publikum. Jetzt gibt es das Mikro direkt vor die Nase, die Prüfung der Textsicherheit wird erfolgreich absolviert und für die Fans sind auch noch ein paar Selfies drin. Viele Chancen dazu hat man eh nicht mehr, denn als der Frontmann im Trachten-Outfit auf der Bühne steht, naht auch schon letzte Song. „This Is Deutsch“ trommelt über den Parcours und torpediert zugleich nochmals die Laune der Anwesenden, insofern könnten Eisbrecher auch gleich auf der Bühne bleiben, eine kurze „Bettelpause“ gibt es allerdings trotzdem.

Mit „Sturmfahrt“ kehrt der Fünfer zurück und stürmisch ist zugleich das richtige Attribut für „Miststück“; die Fans legen sich nochmals richtig ins Zeug und als Gitarrist Noel sich seinem Solo und ihnen zuwendet, beschert dies eine kurze Schrecksekunde, da der Herr der Saiten sich unerwartet eine Etage tiefer begibt. Da war die Bühne wohl etwas zu klein für ihn oder wie es Wesselsky kommentierte: „Jetzt kann er auch noch fliegen“. Kurze Zeit später ist er aber wieder bei seinen Kollegen zu sehen, insofern kann man nun gut seine Scherze machen und gemeinsam den letzten Song „Herzdieb“ zelebrieren. Das war es auch schon, perfekte Show und beste Stimmung, dann hoffentlich bis bald in Klaffenbach.

Setlist:

Verrückt
Phosphor
Antikörper
Fehler machen Leute
Augen unter Null
Amok
Eiszeit
So oder so
Leider
Prototyp
Himmel, Arsch und Zwirn
1000 Narben
This Is Deutsch

Sturmfahrt
Was ist hier los?
Miststück
Herzdieb

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