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Dropkick Murphis, Frank Turner & The Sleeping Souls & Jesse Ahern im Konzert (Chemnitz, Februar 2020)

Die wohl lauteste und schönste Art den Valentinstag zu feiern

Beste Stimmung herrschte bei den Dropkick Murphys

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Dropkick Murphys

Nach der wirklich fetten Vorstellung von Frank Turner und seinen verdammt wachen Seelen, ist nun eine etwas längere Pause zur Labung und zum Umbau vorgesehen. Die reicht zwar eben nicht für alle, um pünktlich beim Intro „Foggy Dew“ wieder anwesend zu sein, aber der größte Teil der Zuschauer kann den phänomenalen Einzug der Dropkick Murphys miterleben und ihn gebührend feiern. Und hat man nicht kurzzeitig noch Bedenken, ob die Messlatte noch etwas nach oben geschraubt werden kann, darf man zum Start mit „The Lonesome Boatman“ in Sekunden feststellen: Na klar doch! Mit einer völligen Selbstverständlichkeit walzen die Herren jegliche Bedenken nieder und heizen den Zuschauern dermaßen ein, dass leider auch einigen nur noch der Weg zum nächsten Sanitäter bleibt.

„The Boys Are Back“ ist das umjubelte Programm der Folk-Punker, die mit Al Barr und Ken Casey gleich zwei Frontmänner auffahren, die nicht ansatzweise zu stoppen sind. Ständig auf der Bühne und im Graben unterwegs, mischen sie nicht nur anständig auf, sondern zeigen eine unglaubliche Publikumsnähe, wer hier in der ersten Reihe nicht wenigstens einmal mit den Herren die Hände geschüttelt hat, dem wurden sie sicher hinter dem Rücken festgebunden. Aber auch Jeff DaRosa am Banjo zeigt sich als stetiges Energiebündel, dem darf Tim Brennan an der Gitarre natürlich mitnichten nachstehen und präsentiert obendrauf noch das eine oder andere Solo direkt von den Boxen.

Geboten wird ein Rundumschlag der letzten Jahre, wenngleich das immer noch aktuelle Album „11 Short Stories of Pain and Glory“ deutlich im Mittelpunkt steht. Aber egal ob neu wie „Blood“, traditionell wie „Wild Rover“ oder der Griff in die Mottenkiste mit „Your Spirit’s Alive“, mitgegrölt und auf's Innigste beklatscht werden alle Titel. Leider kippt der Sound, der für die sicherlich nicht mit der besten Akustik ausgestatteten Halle bislang in Ordnung war, nun bei letztbenannten Song doch und entgleist bei krachenden Titeln doch etwas in einen ungünstigen Matsch, der hin und wieder etwas auf die Stimmung der Zuschauer zu schlagen scheint. Im Großen und Ganzen lässt man sich die gute Laune allerdings nicht nehmen, erst recht nicht, wenn solche Mitgröl-Hymnen wie „You'll Never Walk Alone“ über die Bühne gehen.

Der brandneue Song „Smash Shit Up“ wird mit einem Circle-Pit willkommen geheißen und das folkige „Johnny, I Hardly Knew Ya“ steppt nicht nur mit voller Wucht in den Saal, sondern lässt auch noch die Stimmbänder der Anwesenden zum Bersten bringen. Ansagen gibt es hingegen keine, kleine Pausen zwischen den Titeln überbrücken die Zuschauer mit „Let’s Go Murphys“-Rufen und „Let’s Go“ heißt es auch beim abschließenden „Going Out In Style“. Ein letztes Mal darf ausgiebig getanzt, geklatscht und gesungen werden und damit ist das Set vollendet, zumindest kurzzeitig, denn so ganz ohne Dreingabe lässt man die Amis nun doch nicht ziehen.

Und endlich gibt es nun auch eine Rose zu vermelden, denn „Rose Tattoo“, bei dem verschiedenste Tattoo-Bilder eingeblendet werden, markiert die erste Zugabe. Natürlich brandet bei diesem Klassiker die Stimmung erneut auf und die macht sich ebenfalls im Graben bei „I'm Shipping Up To Boston“ breit. Dort sammeln sich mittlerweile unzählige Fans, die zum abschließenden „Until The Next Time“ nun mit die Bühne unsicher machen. Was für ein perfektes Finale: Band und Zuschauer vereinen sich zu einer großen Masse, die nun glückselig vor sich hin taumelt und gemeinsam den letzten Titel bis zur Ekstase zelebriert. Besser kann ein Konzert nicht enden und selbst wenn nicht alles an diesem Abend glatt lief, geil war es trotzdem!

Setlist:

The Lonesome Boatman
The Boys Are Back
The Fighting 69th
Blood
Prisoner's Song
The Bonny (Gerry Cinnamon-Cover)
The Auld Triangle (Brendan Behan-Cover)
The Battle Rages On
The Wild Rover
First Class Loser
Your Spirit's Alive
(F)Lannigan's Ball
Smash Shit Up
Cruel
God Willing
You'll Never Walk Alone (Rodgers & Hammerstein-Cover)
Citizen C.I.A.
Jimmy Collins' Wake
Johnny, I Hardly Knew Ya
The State Of Massachusetts
I Fought The Law (The Crickets-Cover)
Out Of Our Heads
Going Out In Style

Rose Tattoo
I'm Shipping Up To Boston
Until The Next Time

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