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Dritte Wahl, Pothead, Friedemann im Konzert (Rostock, September 2016)

Totaler Abriss beim Heimspiel

Einige Runden haben die Herren der Dritte Wahl landauf und landab „Geblitzdingst“, nun ist es an der Zeit einem Album Ehre zu erweisen, welches schon ein paar Jahre in den CD-Playern des Landes kreiselt. „Nimm Drei“ feiert sein zwanzigstes Wiegenfest und dies sei Grund genug, die Scheibe mit einer ausgiebigen Tour zu feiern. Nachdem tags zuvor schon der Startschuss in Bremen gegeben wurde, möchte man allerdings fast meinen, dass es sich hierbei um eine Generalprobe handelte, denn immerhin steht nun in Rostock ein Heimspiel an.

Die Parkbühne des IGA-Parks bietet die Kulisse und bandtechnisch bleibt man ebenfalls beim Motto „Nimm Drei“, denn es gibt es auch illustre Gäste zu vermelden. Mit

Friedemann

hat allerdings die erste Formation etwas Pech was die Zuschauerzahlen betrifft. Leider war auf offiziellen Kanälen eine Anfangszeit von 19 Uhr ausgeschrieben, was bei einem gut zwanzig Minuten vorgezogenen Beginn eher eine Wohnzimmeratmosphäre beschert. Angesichts der Tatsache, dass das Soloprojekt von Friedemann Hinz – seines Zeichens Frontmann von Cor und auch hier von einigen Mitgliedern der Band unterstützt -  auf akustischen Pfaden wandelt, mag die etwas persönlichere Atmosphäre allerdings recht passend erscheinen.

„Nackenbrecher“ ist der frühe und damit für die meisten auch etwas überraschende Start in ein Konzert, welches einer musikalischen Unterhaltung mit den Zuschauern gleicht. Friedemann lässt es sich nicht nehmen, zu all seinen Songs ein paar persönliche Meinungen wiederzugeben und Titel immer wieder in einen teils auch direkten Bezug zu einander zubringen. Bestes Beispiel ist das bereits 2013 entstandene „Lampedusa Blues“, welches das Thema Flucht schon zu einer Zeit näherbrachte, wo es in größeren Medien noch kein Gehör fand. Dem folgend schließt sich „Gejammer“ an, welches erst Anfang des Jahres erschien, das Geheule der letzten Monate widerspiegelt und einen feiernden, frohlockenden Gegenpol hierzu bietet.
 
Mit „Das Leben geht mal auf und mal ab, aber das Leben ist schön“ wird „Segeln“ angekündigt, was als Akustikversion allerdings schon etwas an Kraft verliert und sich hinüber zu dem Gundermann-Cover „Wo bleiben wir“ wogt, welches wirklich exzellent umgesetzt wird. Mittlerweile hat sich auch die Zuschauerschar etwas erhöht, stimmungstechnisch verändert dies allerdings überhaupt nichts. Es sind halt „bloß“ ein paar mehr Leute, die nun andächtig lauschen. Die bekommen allerdings doch noch eine stärkere Brise Rock’n’Roll. Friedemann erwähnt, dass dieses Jahr kein Konzert vorbei ging, ohne das mit einem Song an Lemmy Kilmister gedacht wird. „Gott“ ist der bezeichnende Titel und damit steht auch schon das Ende an. Na eigentlich war dies wohl schon das letzte geplante Stück, denn es wird die Zugabe aufgrund der knappen Zeit gleich angeschlossen. Dies erfolgt nicht ohne den Hinweis am nächsten Tag seinen Arsch zu bewegen, um bei den anstehenden Landtagswahlen das Kreuz hinter das kleinste Übel zu setzen. Mit „Freiheit“ schickt man die Zuschauer passenderweise in die Pause und wohl auch am Folgetag zur Wahlurne.

Setlist:

Nackenbrecher
Lampedusa Blues
Gejammer
Nichts können
Segeln
Wo bleiben wir
Gott
Freiheit

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