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Dommin, The Storm, Blackwell, Bleach & Chlorine im Konzert (Bochum, Juni 2010)

Tolle Musik, aber die Zuschauer haben gefehlt

Blackwell machten Spaß trotz Übereifer

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Erst im Vorprogramm bei der Tour mit Him, vor kurzem noch bei Lacuna Coil dabei, beim Rock am Ring vertreten , und dann auch noch eine Headliner-Tour – viel los im Staate Dommin. Doch gerade zur Festivalzeit rentierte sich dieses Unterfangen zumindest in Bochum wohl kaum, denn viele ZuschauerInnen hatten sich nicht die Mühe gemacht, in die Bochumer Matrix zu pilgern. Dabei waren doch auch die Platin-Dänen The Storm dabei, und die lokalen Bands Blackwell sowie Bleach & Chlorine übernahmen die Anheizer Posten.

Bleach & Chlorine

Die völlig unbekannten Bleach & Chlorine kommen aus dem Pott sowie dem erweiterten Münsterland und bestehen gerade mal knapp 14 Tage. Aber das ist ja nur die halbe Geschichte, denn durch den Einstieg der beiden Neuprotagonisten Hannes (git) und Thomas (b) war es an der Zeit, gleich auch der Band insgesamt einen neuen Anstrich zu verpassen. Und so wurde aus Noir dann halt Bleach & Chlorine. Vielleicht ist auch einigen der blonde Gitarrist Igor im Gedächtnis haften geblieben, betreibt er doch auch eine kleine Booking Agentur mit dem fluffigen Namen „Fucking Booking“, wo allerdings häufig Bands eines komplett anderen Krachlevels zu Ehren kommen.

Bleach & Chlorine bezeichnen ihre musikalischen Ergüsse als „Nightmare Poetry“ und wollen mit „fast gänzlicher Abwesenheit positiver Emotionen“ unterhalten. Dieser Donnerstagabend war dafür auch recht emotionslos, die Band bekam zwar reichlich Beifall, dieser kam aber durch einige selbst mitgebrachte Fans. Der Rest blieb eher emotionslos und hielt sich vornehm zurück.

Dabei machte die stark depressive Musik richtig Spaß und hatte durchaus ihre Ecken und Kanten. Die Herren dort oben verbreiteten noch einen verunsicherten Eindruck, da nützte auch der eingesprungene Rittberger vom Frontmann nur bedingt. Seine fehlende Bühnenerfahrung wurde sofort deutlich, als die Songpausen drückend und wenig poetisch sprachlos verpufften. Vokalist Noir hatte seine Stärken eindeutig bei der Interpretation der Texte – er sang, er flüsterte – das ganze Programm. Wenn er schrie, dann erinnerte er sanft an Henry Rollins, doch sein sonstiger Auftritt, so mit Kopfbedeckung, wirkte wie eine Kopie des The New Black Frontmanns vor zwei Jahren.

Das erdrückende „Melancholia“ zeigte am Donnerstag Abend schon früh das Potential der Combo. Und so zockte Bleach & Chlorine als Opener völlig zufrieden stellend, allerdings viel zu ruhig durch „Ravenous“ (mit neu gestimmten Gitarren) bis hin zum finalen „Lost In Many Ways“, wo trotz der Ankündigung der Emotionsnegation die Band nochmals mit Spiel, Spaß und Freude und einem ekstatisch tanzenden Frontmann einen starken Schlusspunkt setzte. Toller Auftritt mit noch reichlich Spielraum nach oben, der aber auf das bald kommende Debut hungrig machte.

Setlist:

The Room
Melancholia
Treachery And Revenge
Fragile Essence
Ravenous
Coma
Lost In Many Ways

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