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Disillusion, Agrypnie, Dioramic im Konzert (Leipzig, März 2011)

Ein seltener Auftritt von Disillusion in Leipzig schickt begeistert durch alle Gefühlswelten

Dioramic müssen die Sachsen erst von sich überzeugen

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Genauso selten und wertvoll wie ihre Alben sind auch die Liveauftritte der Leipziger Avantgarde-Metaller Disillution. Seit fast einem Jahr hat man sich nicht mehr auf einer Bühne blicken lassen. Vor dem letztjährigen Auftritt in Leipzig gab es gar eine nahezu zweijährige Bühnenpause und der letzte musikalische Output der ambitionierten Sachsen „Gloria“ hat sogar schon viereinhalb Jahre auf dem Buckel. Nach einigen Personalwechseln und kreativen Auszeiten befindet man sich schon seit einigen Monaten in der Produktionsphase zu einem neuen Album. Dementsprechend erwarten die zahlreichen Gäste beim Konzert in der Heimat neben den geliebten alten Stücken auch neues Material der Band um Mastermind Andy Schmidt zu hören zu bekommen.

Vorerst gilt es jedoch erst einmal, das musikalische Eröffnungsprogramm zu konsumieren, das auch keineswegs von schlechten Eltern ist. Die Kombination der Vorbands ist exotisch, aber in Hinblick auf die Experimentierfreudigkeit des Headliners stimmig. Die Alternative-Prog-Rocker Dioramic und die „Niveau-Blackmetal“-Zusammenrottung Agrypnie tun ihr Bestes, um die Aufmerksamkeit des Publikums, das sich hauptsächlich wegen seiner Leiziger Lieblingsband in den Katakomben der Moritzbastei eingefunden hat, auf sich zu ziehen. Musikalische Aufgeschlossenheit, Spielfreude und ambitioniertes Zuwerkegehen kollidieren dabei mit den akustischen Gegebenheiten der Location. Auch wenn die Atmosphäre in dem Club in den ehemaligen Leipziger Stadtmauern definitiv ihren Charme besitzt, für guten Sound war die tonnenförmige Halle noch nie berühmt. Und so kämpfen alle drei Bands mit mehr oder weniger gravierenden Soundproblemen. Der Stimmung vor der Bühne tut das jedoch keinen Abbruch.

Dioramic

Die Reaktionen auf Dioramic sind indes noch etwas zaghaft. Kaum verwunderlich, denn die musikalischen Statements der jungen Kaiserslauterner sind nicht wirklich leicht konsumierbar und der durchschnittliche Sachse benötigt eben seine Zeit, um mit neuen Dingen warm zu werden. Die vier Musiker haben aber viel Spaß an ihrem Auftritt und versuchen das Publikum auf verschiedene Weisen hinter dem Ofen hervorzulocken: da behauptet Frontmann Arkadi ganz locker, die Band sei von einem anderen Stern. Rein musikalisch gesehen, könnte man dem durchaus Glauben schenken. Mit konventionellen Songstrukturen hat man jedenfalls nicht viel am Hut. So wird mit scheinbarer Leichtigkeit durch verzwickte Kompositionen mit unzähligen Rhythmuswechseln gegroovt.

Für einige Irritationen scheint auch Arkadis Stimme zu sorgen, die waghalsig zwischen aggressivem Shouten in Core-Manier und sehr hohem, etwas an Muse erinnerndem Cleangesang pendelt. Besonders letzterer macht im Liveformat nicht immer uneingeschränkt Freude. Glücklicherweise versinkt die Musik Dioramics niemals zu sehr in ihrem künstlerischen Anspruch, sondern weiß mit gesunder Härte und wohligem Groove beim scheuklappenfreien Musikfan zu punkten. Dementsprechend werden auch die Sachsen zum Ende des Auftritts hin ausgelassener und zollen der jungen Band mit jeder Menge Applaus den angemessenen Tribut.

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