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Die Skeptiker, Dolly D. im Konzert (Dresden, November 2011)

Sie sind nicht reich und auch nicht lieb! 25 Jahre Die Skeptiker

Dolly D. legen einen bewegungsarmen Auftritt hin

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25Jahre Die Skeptiker, dies bedeutet neun Alben und 25 Jahre Punk-Rock auf höchsten Niveau. Mit ihren aufrüttelnden und eloquenten Texten konnten sie sich nachhaltig in den Gehörgängen festsetzen und sich so zu Speerspitzen der deutschen Punk-Rock-Szene etablieren.

Wenn Legenden Jubiläum feiern, sieht dies durchaus recht unterschiedlich aus. Festivals und Best-Of-CDs sind dabei probate Mittel. Die Skeptiker wählen hingegen einen kleineren Rahmen und gingen dieses Jahr auf eine eher kleine „25-Jahre-Tour“. Im Rahmen dieser gastiert man in einen Club, der dieses Jahr ein rundes Jubiläum feiert. Die Scheune in Dresden kann mittlerweile auf 60 Jahre Bestehen zurück schauen und füllte sich schon weit vor Beginn des Konzerts mit Zuschauern aus verschiedenen Generationen.

Dolly D.

Als Geburtstagsgäste sind Dolly D. geladen und mit ihrem Motto „Partyhaie unterwegs“ stellen sie auch ein vielversprechendes Ziel in Aussicht. Ganz unbekannt sind die Dresdner sicher nicht und dürften vor allem mit ihren Songs für den heimischen Fußballclub „Dynamo“ schon das eine oder andere Ohr erreicht haben. So erscheint Sänger Mario passenderweise mit einer kurzen Turnhose auf der Bühne, die ansonsten in der Szene wohl etwas Befremden auslösen würde.

Seit 17 Jahren im Zeichen des Feierns unterwegs, präsentieren die Dresdner einen knackigen Punk-Rock, bei dem ihr Motto textlich ausreichend bedacht wird. Mit Songs wie „Gabi’s Bar“, „Pogo, Parties und Promille“ oder „Durchgeknallt + immer breit“ stellt man eindeutig die Belustigung in den Vordergrund. Die selbsternannten Partyhaie können dabei auch den Beweis antreten, dass man durchaus schon einige Stunden im Proberaum verbracht hat. Was eigentlich im Großen und Ganzen ganz anständig klingt, können die Punk-Rocker aber mit der gebotenen Performance nicht annähernd untermalen. Hat man bei den ersten Songs noch die Vermutung, dass hier Nervosität vorliegen könnte, muss der Zuschauer nach einer halben Stunde allerdings einsehen, dass es keine Besserung gibt und der gesamte Auftritt  sehr unbeholfen wirk. Frontmann Mario kann dabei nicht annähernd die Rampensau raushängen lassen und übt sich lieber verlegen wirkend im Luftgitarre-Spiel als kritische Songs wie „Nabel der Welt“ möglichst ausdrucksstark darzustellen. Leider schließt sich der Rest der Band dem an und der Begriff Bewegungsarmut erfährt hier eine ganz neue Dimension. So werden die mehrfach zwischen den Bandmitgliedern durchgeführten Instrumentenwechsel die Schweiß treibendsten Aktionen, auch wenn der Sinn dieser etwas unklar bleibt.

Positives Highlight des Auftritts ist der Titel „Alles Lüge“, der von Schlagzeuger Backe voller Inbrunst vorgetragen wird. Bei „15 Jahre“ kommt sogar kurzzeitig Stimmung  auf, allerdings hält auch dies nicht einige Zuschauer davon ab, den Saal frühzeitig zu verlassen. Mit „Zeit zu gehen“ wird es für Dolly D. nun auch an der Zeit, sich zu verabschieden.

Einheizen konnten die Partyhaie mit ihrem Gig nur selten und wirkten eher wie eine Schülerband, auch wenn man gegenüber diesen sicher ein größeres Können vorweisen kann. Ob es nun Nervosität oder ein schlechter Tag war, sei dahin gestellt, aber von einer Band, die schon ein paar Jährchen Erfahrung und schon einige Alben veröffentlicht hat, kann man in allen Belangen etwas mehr verlangen.

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