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Die Happy, Greg Holden im Konzert (Bochum, April 2011)

Die Happy zeigen akustisch ihr ganzes Potential

Marta wickelt auf ihre Art Band und Publikum um ihre Finger

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Die Happy

Dann endlich um 21 Uhr ist es soweit, dass viele, viele Teenagerherzen höher schlagen. Marta Jandová betritt zusammen mit ihrer Band die Bühne. Es ist plötzlich mucksmäuschenstill in der Christuskirche. Das Publikum ist heute tatsächlich sehr jung, zarte Teenager säumen die Bänke und die Jungs sind definitiv in der Unterzahl. Die, die da sind, sind aber dermaßen textsicher, dass es kaum zu glauben ist - jeder Song wird Zeile für Zeile mitgesungen und mitgefühlt.

Den Blick schweifend bietet sich ein unglaubliches Bild: Festlich angezogen ist die gesamte Formation. Lutz ist im weißen Anzug, der ihm auch noch später Spöttereien einbringt, denn diesen trägt er mit hellen spitzen Halbschuhen. Marta eröffnet dem Publikum, dass sie ihn schon lange als Porno-Lutz bezeichnet; sie selbst trägt eine schwarze Korsage und einen weiten Tüllrock, und auch Tayfun, Torsten und Jürgen haben sich fein rausgeputzt. Marta erkennt gleich, dass sie heute, da sie sich in einer Kirche befindet, gar nicht anstößig sein darf. Niedliches Gekicher ist aus dem Publikum zu vernehmen. Allgemein zeigt die charismatische Frontfrau aus Tschechien, dass sie es versteht, das Publikum nicht nur mit ihrem Gesang zu fesseln. Es sind ihre Geschichten, die sie zwischen den Songs immer wieder zum Besten gibt und damit Torsten immer wieder aus dem Takt bringt, denn oftmals hat er schon die nächsten Klänge angestimmt, da hat sie noch lange nicht genug erzählt. Es kommt zu Frotzeleien untereinander, was der Atmosphäre in der Kirche etwas Familiäres verleiht. „Können wir nun endlich weiter machen!“, kommt dann von Torsten und Marta stimmt letzten Endes zu. Sie erzählt dem Publikum, wie es zu welchem Song gekommen ist, ob es die beste Freundin ist, die traurig in einer Beziehung war oder die eigene Geschichte des Verlassenwerdens - heute kommt alles auf die Bühne, und mit jeder Geschichte wird die Stimmung besser. Die Happy dazu noch akustisch erleben zu dürfen, erfüllt heute Abend den einen oder anderen Traum.

Gespielt werden die Songs, die erwartet wurden, aber das in Versionen, die so gar nicht vermutet wurden. „Survivor“ zum Beispiel bekommt nun spanische Einflüsse und es wird Flamenco getanzt. An dieser Stelle kommt es nun auch zum ersten Mal dazu, dass alle stehen und tanzen, was das Zeug hält. An den Bewegungen der einzelnen Fans lässt sich gut erkennen, dass dies nicht das erste Konzert ist, welches sie von Die Happy besuchen, und auch die Videos sind dermaßen verinnerlicht, dass viele die Rolle auf der Bühne hätten einnehmen können; die Fans hängen an Martas Lippen. So kommt die Frage von Marta, wer denn schon alles auf einem Konzert von ihnen gewesen sei, nicht von ungefähr. Unzählig viele Hände recken sich in die Höhe. Sie fragt weiterhin, wer denn noch nicht da gewesen sei. Eine Zahl an Händen tummelt sich nun in der Luft. „Na, wo seid ihr denn in den letzten 18 Jahren gewesen?“ fragt Marta scherzhaft.

Die Interaktion mit dem Publikum geht über das gesamte Set, Songs wie „Dance For You“ werden erklärt und dann im Swing-Stil vorgestellt. So bekommen teils sehr alte Songs ein neues Gewand und das nicht nur, indem sie akustisch auf die Bühne gebracht werden - hier wurde sich sehr viel Mühe gemacht zu überraschen, was sich bis zur Zugabe komplett durchzieht. Auf der Bühne zurück steht Marta im hellen Scheinwerferlicht, scheinbar allein. Sie stimmt den Song „Anytime“ an und wird von Lutz an der Orgel, die hoch über dem Publikum auf der Empore steht, begleitet. Gut, dass der Bochumer Auftritt in dieser schönen Kirche stattfindet, die zudem noch eine so schöne Orgel hat. Es ist nicht fair, dass dieser großartige Abend zu Ende geht und es gibt tatsächlich einige, die nicht nur das heutige Konzert anschauen, denn sie haben direkt Karten für mehrere Orte errungen und werden der Band noch ein wenig folgen. Eines ist sicher: Es lohnt sich ganz bestimmt.

Die Happy haben gezeigt, dass ehrliche Rockmusik im Vergleich einfach gewinnt und die, die Marta erst durch Popstars kennengelernt haben, haben nun Zugang zu einer wirklich grandiosen Rockband.

Setlist:

...
...
...
Good Things
Blood Cell Traffic Jam
Everyday Is A Weekend
The End
Survivor
Stranded
Still Love You
Dance For You
I Am A Flower
I Want It Loud
Ordinary People
This Is The End

Anytime
Slow Day
Not The Kind Of Girl
Symphonic Speed
On My Way

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