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Die Apokalyptischen Reiter, Tanzwut, Die Vorboten im Konzert (Dresden, Oktober 2014)

Aller guten Dinge sind eben doch drei

Drei Tage in Folge zeigt sich in Dresden des Nachmittags ein Regenbogen in vollster Pracht. Und dort im nördlichen Teil der Stadt, wo man wohl nach dem Goldschatz suchen sollte, legen Die Apokalyptischen Reiter einen Zwischenstopp auf ihrer „Die Welt ist Tief“-Tour ein. Ihr neues Album „Tief“ wurde zwar noch nicht mit dem Goldstatus bedacht, aber dennoch darf man gespannt sein, wie sich der durchaus kontrovers diskutierte Stoff live darstellt.

Die Vorboten

Doch bevor die Verkünder der Apokalypse auf die Bühne der Reithalle galoppieren, steht der erste Support des Abends an. Die Vorboten geben sich die Ehre oder besser formuliert, dem Zuschauer darf es eine Ehre sein, ihrem Treiben beiwohnen zu dürfen. Wobei an dieser Stelle erwähnt sei, dass dies noch nicht wirklich viele betrifft. Die Reihen zeigen sich zum Opener „Existenz“  leider recht lichte. Egal, ob man noch tatsächlich nach dem Schatz der Kobolde sucht, die großartigen Reviews von The-Pit-Redakteurin Katharina in den Wind geschlagen hat oder nach der langen Arbeitswoche dringend ein Kaffee nötig war; wer hier noch nicht anwesend ist, verpasst eine großartige Vorstellung.

Sozialkritische, überdachte Texte werden mit einer krachenden Portion Metal gemischt und mit ansprechenden Videos kombiniert. Dabei bieten Die Vorboten zeigen eine erstaunlich hohe Livequalität und trotz des knalligen Klanggebildes bleibt keinesfalls der Gesang auf der Strecke. Jede Textzeile ist optimal zu verstehen, was auch dem Ersthörer deutlich zu Gute kommt. „Monotony“, was von Zuschauerin Jule angewürfelt werden darf, scheinen Teile des Publikums aber schon zu kennen. Erste Gesänge sind zu hören, die beim Cover „Menschenfresser“ noch etwas deutlich zum Vorschein treten. Nicht nur gesungen, sondern auch getanzt werden, darf zum nachfolgenden „Zum Meer“. Damit wird auch der erste kleine Pogo-Kreis des Abends eröffnet, die restliche Zuschauerschaft beschränkt sich hier auf ein gefälliges Kopfnicken.

Kopfnicken ist nicht ansatzweise das Thema bei „Massenmedien“. Die Vorstellung, die Frontmann Karsten von einer Anstalt vermittelt, in der man gezwungen wird, Dinge zu hören und zu lesen, die man nicht ansatzweise in seiner Welt haben möchte, lässt doch einen Schauder aufkommen. Und damit zerfliegt eine Zeitschrift mit vier Buchstaben quasi schon fast von allein. Das anschließende „Regelwerk“ überzeugt mit einer wirklich gelungenen musikalischen Umsetzung des Textes. Leider wird die deutlich nach oben zeigende Leistungskurve der Band nicht mit einem zu üppigen Applaus bedacht.

Mag sein, dass diese Tatsache ein schlechtes Gewissen beim Publikum auslöst oder man sich nun endlich eingehört hat: zu „Schmiede, schmiede“ wird mit der Zurückhaltung gebrochen, die Fäuste schnellen hoch und der Bann scheint endgültig gebrochen. Der letzte Song von Die Vorboten wird von Anfang an mitgeklatscht. „Ein Funke“ erweist sich als stimmungsvoller Ausklang, bei dem die Feuerzeuge geschwenkt werden und der ständig enthusiastisch zu Werke gehende Gitarrist Philipp Krätzer nochmals ordentlich Feuer legen kann.

Die Wismarer bieten einen absolut gelungenen Auftakt in den Abend und können nicht nur mit ihrer musikalischen Qualität punkten, sondern auch mit einem stimmigen Gesamtkonzept überzeugen.

Setlist:

Existenz
Angst
Monotony
Menschenfresser
Zum Meer
Massenmedien
Regelwerk
Schmiede, schmiede
Ein Funke

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