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Diaroe & Eiter im Konzert (Münster, April 2018)

Oster-Schlachtfest zur Vordisco-Zeit

Kalauerparade bei Eiter

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„Black Forces Domain“, so der Titel der Discoreihe im Sputnik zu Münster, wo auf mehreren Etagen zum Genretanzen geladen wird. An diesem Ostersonntag, dazu irgendwie passenderweise auch noch der Verarschungstag Nummer eins 1. April, werden aber auch die beiden Death-Grind-Rüpel-Vertreter Eiter und Diaroe dem eierlichen Besinnungsschmu ein lautstarkes „Fick dich“ entgegen blasten... Recht so, was immer wieder eine Fahrt ins gelobte Mimigernaford (altsächsisch für Münster) rechtfertigt.

Eiter

Death Grind als musikalische Begleiterscheinung für die Stand-up-Comedy-Parade durch Frontmann S oder doch eher die volle Riff-Schrei-Breitseite mit aufheiternden Zwischenspielen? Kann man nehmen wie man will, die Mischung macht es eben bei Eiter und nicht wenige der Anwesenden bekommen das kichernde Fieber nicht mehr los und freuen sich über jeden persiflierten Klamauk – die Kalauer-Attacke deluxe im Schepper-Wahn sozusagen. Am Ende weiß man nicht mehr sicher, ob denn die Leute wegen der Witzekaskade oder wegen des musikalischen Ergusses erschienen sind.

Zum Zuge kommt natürlich das komplette und kompromisslose „Hassbatzen“-Album vom Februar 2015, nur von ausgedehnten Ansagenpausen unterbrochen, schließlich muss der Schreihals nicht nur noch diverse Kaltschalen annuckeln, sondern auch wieder zu Atem kommen – da ist auf der Fitnessskala noch reichlich Platz nach oben.

Dafür dürfte er aber eben locker seine Punkte im Kalauerwettstreit gewinnen: „Vor zwei Tagen ist der Arsch gestorben, morgen kommt der schon wieder“, so sein antireligiöses Osterstatement, die „Opa-Party“ im Skater Palace bekommt dann gleichfalls wie der Headliner des Abends – Diaroe demnächst auf Tour unter dem Motto „Gas Wasser Scheiße“ – ihr Fett ab.  Da muss sich der S dann auch mal selber vor lauter Lachen beinahe die Wampe halten, kriegt sich aber schnell wieder ein, taucht auch mal im Publikum auf und animiert erfolgreich zum Mitmachen.

Denn neben den Lachattacken gilt es eben auch, sich im zumeist wie bei „Menschenschrott“ übersichtlichen Moshpit einzubringen oder wie in „Leichenmatsch“ den Stinkefinger zu recken. „Nein Quatsch, super Band“, so packt S den gespielten Fehdehandschuh in Richtung Diaroe wieder ein, die halbe Stunde riffiger Eruptionen ist schon vorbei und im hinteren Bereich wird diskutiert, um man nun wegen der Musik oder der Ansagen gekommen sei – wie gehabt also. „Ich will saufen“, so S dann auch konsequent, denn in die Verlängerung geht es somit nicht.

Setlist:

Fucklette
Menschenschrott
Knochenschiss
Schlachtvieh
Siff-Lord
Leichenmatsch
Machete-Fete
Madenkrampf
Kannibalypse
Siphilispanzer
Leberhaken
Hackepeter
Amputation
Asphaltflechte
Bazillenfresse

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