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De/Vision im Konzert (Bochum 2006)

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Es begab sich aber zu einer Zeit, dass ein Aufruf von der Band De/Vision ausging, dass ganz NRW zu ihrem Konzert kommen solle. Und dieses Konzert war das letzte des Jahres und geschah zu der Zeit, da das Darkstormfestival vorbei war. Und jedermann ging, dass er De/Vision höre, ein jeglicher nach Bochum. Da machte sich auf auch Svenja aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis, aus der Stadt Gevelsberg, in die Matrix, die da liegt in Bochum, darum, weil in Gevelsberg keine Konzerte gespielt werden, auf dass sie De/Vision höre.

 

Um kurz nach acht betraten also Rotoskop die Bühne - nachdem das Publikum bereits während des Soundchecks reingeplatzt war. Der Essener liess sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen und auch der Elvisverschnitt an der zweiten Gitarre spielte unbehelligt weiter. Dann verschwand das Duo, kam kurze Zeit später wieder heraus und schaffte es während der kompletten Spielzeit nicht einmal, den Funken auf das Publikum überspringen zu lassen. Das Intro, gesamt instrumental gehalten, klingt sehr abgehoben. Die Hauptarbeit übernimmt dabei der Computer, während Rotoskop (es ist mir leider nicht gelungen, seinen Vornamen herauszufinden) und Chris sich auf Gitarrengeschrebbel und allerlei psychedelische Soundkreationen beschränkten. Aufgelockert wurde die Setlist, die dann doch mehr aus abgehobenen Keyboardstücken bestand, welche von der Kompositionsweise als auch vom Gesang Rotoskops De/Vision ähnelten, denen es aber an letzterer Leichtigkeit fehlte, durch stakkato-elektronische Stücke.

 

Eigentlich ganz nette Atmosphärenmusik, der man gut lauschen könnte, wenn nicht die Lichtshow derart übertrieben gewesen wäre. Durch übermäßigen Rauch sowie kompletter Ausnutzung der gesamten Beleuchtung in der Matrix- und das ist nicht gerade wenig - wurden die Sinne der Zuschauer derart überreizt, dass man in einen angenehmen wachkomatösen Zustand verfiel. Spätestens bei “Maria Magdalene” schweiften meine Gedanken ins Nirgendwo ab und wurden erst wieder durch das laute “Funkster” aufgeweckt.

 

Eine Überraschung hatte Rotoskop dann aber doch noch dabei: Mit der Ansage “Eine Reise in die Vergangenheit” legte er los. “Buddy, you're a boy make a big noise playin' in the street gonna be a big man some day...“. Moment mal! Das kannte ich noch aus dem verhängnisvollen Unterstufenchor, in welchem unsere Lehrerin uns immer wieder mit Queens „We will rock you“ quälte - aber ein paar Oktaven zu hoch für den Rockergeschmack. Immerhin habe ich es ihr zu verdanken, dass ich nun den gesamten Text mitsingen konnte, was dem Frontman ein Lächeln entlockte - im Gegensatz zu dem Restpublikum, das wohl immer noch in der sphärischen Starre gefangen war.

Der Auftritt wurde mit “Faith” beschlossen, einer langsame Ballade, die dennoch nicht auf Elektronik verzichtete. Nach dem Restapplaus verzogen sich Rotoskop gleich wieder - tauchten aber beim Abbau brav auf und halfen. Ob es mir gefallen hat? Die Essener sind definitiv einen Besuch wert!

 

Setlist Rotoskop

01 Mobile Homes

02 Anthem

03 Mongomofu

04 Maria Magdalene

05 My Spine

06 Waiting for the night

07 Funkster

08 RU486

09 We will nag you

10 Faith

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11 Burning Soul

12 Lovin’ Daddy

13 Gaping W

14 Tormented

 

 

Bis De/Vision dann auf die Bühne kamen, dauerte es noch seine Zeit - immerhin hatten Rotoskop auf einen beachtlichen Teil ihrer Setlist verzichtet, der als Zugabe gedacht war. Pünktlich um neun Uhr wurde das Licht dann aber auch gedämpft, die Hintergrundmusik leiser und die Bühne betraten Thomas Adam, Lars Baumgarde, Markus Kästner mit direktem Weg zu Keyboard, Gitarre und Drums. Ein deutlich gestiegener Lärmpegel begrüsst die Band. Der Lärmpegel ist es dann auch, der Steffen heute Abend noch das ein oder andere Grinsen entlocken wird. Denn, so erzählte Thomas im Interview, war das Darkstormfestival an den Vortagen kein direkter Anlaufspunkt für De/Vision-Fans.

 

Bochum dafür liebt die beiden Berliner und steigert den Applaus auch noch, als zum Intro „Frequency“ der Sänger die Bühne betritt.

Weiter geht’s mit den „Strar-Crossed Lovers“ - noch schöner, noch abgehobener als auf der CD. Das Publikum scheint genauso zu denken, klatscht auf Steffens Kommando, wird lockerer.

 

Spätestens bei „New Drug“ sind alle restlos begeistert, wird doch schon alleine Steffens Ankündigung des Liedes mit erfreuten Rufen und Applaus bedacht. Nach dem Xylophonintro bedankt sich der Sänger im obligatorischen Hemd, Mütze und Jeans auf seine Weise. Wohl nie klang diese Liebeserklärung schöner. Im Refrain übergibt er dann ans Publikum, welces diese Aufgabe ohne Probleme meistert. Die gesamte Tube singt „I hope you won't see me through like I do“ - und gleich im Anschluss das subkubanische „The End“ - ein ebenso bekannter Klassiker.

Der Neuling der Setlist “Love will find a way”, der erst dieses Jahr auf der “Best of...” erschien und auch noch mit Robotervideo auf der myspace.com-Seite der Künstler vertreten war, ist ein Highlight, genauso wie “Foreigner”, dem wunderbaren, wieder vom Publikum übernommenem “Your hands on my skin” und der Überballade überhaupt: “Still Unknown”, die Steffen als “letztes Lied” ankündigt. Er muss sich bei der Reaktion des Publikums dann doch ein Grinsen verkneifen und meint, man sehe mal, was sich danach noch machen lasse.

 

Also klatscht die Menge die vier für eine kleine akustische Einlage, die “wir im Soundcheck immer und immer wieder spielen mussten“, “Beside You” und “Strange Affection” und für den gelungene Abschluss wieder heraus. Eine kleine Anekdote für die De/Vision-Biografie passiert Steffen dann doch, als er routiniert mit dem Anfang von “Addict” einsetzt - und plötzlich schweigt. Thomas spielt weiter, Drums und Gitarre auch, nur Steffen guckt etwas verwirrt und fragt schließlich leicht belustigt:”Kennt jemand den Text?”. Ratloses Kopfschütteln im Publikum. So wartet der Sänger bis zum Refrain, und schweigt in der zweiten Strophe ebenfalls. Er setzt sich auf einen Verstärker und beobachtet sein Publikum. Irgendwann bringt der Backliner den Textzettel, den dann ein Zuschauer hochhält und dann gibt’s “Addict” auch wieder mit Text. Thomas hingegen lacht sich beim Keyboardspielen schief und das Publikum klatscht nach dem verhängnisvollen Lied noch länger als zuvor. Dass De/Vision auch nur Menschen sind, hat dieser Patzer gezeigt. Und dass ihre Fans gar nicht mehr verlangen, auch.

 

Einen ruhigen, gefühlvollen und wunderschönen Abschluss bildet schließlich “The day’s not gone”. Während des Liedes sieht man nur noch Hände, die Fans bedanken sich. Und die Band bedankt sich mit einem “Bochum, Ihr wart geil!” ebenfalls. Und die Zuschauer erwiderten dies, denn sie priesen und lobten die Band um alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

 

 

Setlist De/Vision

01 Frequency

02 Subtronic

03 Star-crossed Lovers

04 Try to forget

05 New drug

06 The End

07 My open worst enemy

08 Digital dream

09 Drifting sideways

10 Love will find a way

11 Blindness

12 Foreigner

13 I regret

14 Your hands on my skin

15 Still unkown

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(kleine Akustikeinlage, nicht geplant, daher nicht verzeichnet)

16 Beside you

17 Strange Affection

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18 Addict

19 The day’s not done

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