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Devin Townsend Project, Between The Buried And Me & Leprous im Konzert (Hamburg, Februar 2017)

Dreimal geballte Prog Power am Dienstagabend

Devin Townsend ist zweifellos eine der schillerndsten Figuren der Metalszene, großer Entertainer und unermüdlicher Arbeiter gleichermaßen. Im letzten September hat der Kanadier mit „Transcendence“ unter dem Devin Townsend Project-Banner seinen neuesten Geniestreich veröffentlicht und auch sein nunmehr 17. Studioalbum ist für jeden Fan eine klare Pflichtnummer. Da er sich nach wie vor auf der Bühne am wohlsten fühlt – wen wundert’s, der Mann muss ADHS haben –, stand eine erneute Tour natürlich außer Frage, wobei der Support mit Leprous und Between The Buried And Me äußerst passend ausgewählt wurde: Leprous sind längst mehr als nur noch ein Geheimtipp in progressiven Sphären und BTBAM wildern schon seit vielen Jahren durch alle möglichen Genres auch über Rock und Metal hinaus. In Hamburg gastiert Devin wie in den letzten Jahren des Öfteren im Grünspan, offensichtlich seine Lieblingslocation in der Hansestadt.

Leprous

Letztes Jahr noch waren die Norweger als Headliner in kleineren Clubs unterwegs, diesmal müssen sie sich mit der Rolle als Opener zufriedengeben. So allerdings bietet sich dem Fünfer wieder mal die Möglichkeit, sich einem größeren Publikum zu präsentieren – und der Laden ist von Anfang an prächtig gefüllt. Leprous-Frontmann Einar Solberg und seine Kollegen müssen etwas beengt agieren, da hinter ihnen noch ein zweites Schlagzeug platziert wurde, während Baard Kolstads Drumset auf der vom Publikum aus gesehen linken Seite der Bühne steht, doch vom ausgiebigen Headbangen hält dies die Truppe nicht ab.

Soundtechnisch ist das Schlagzeug, zumindest wenn man auf der Empore steht, übrigens ein bisschen zu dominant, im Parkettbereich klingt das insgesamt alles aber sehr rund. Und Baards progressives, filigranes und gleichzeitig intuitives Spiel ist auch heute wieder das Salz in der Suppe, einfach nur zum Zungeschnalzen, was dieser blutjunge Nachwuchs-Schlagwerker auf der Pfanne hat. Einar hingegen schlägt sich wacker mit seinen vielen Ahaha- und Ohoho-Gesängen, auch wenn er sich bei „Third Law“ die ganz hohen Töne spart. Es spricht aber definitiv für ihn und die Band, die ganzen Harmony-Vocals, die in der Studioversion zu hören sind, nicht vom Tape laufen zu lassen.

Das Set unterscheidet sich inhaltlich nicht von dem der letztjährigen Headliner-Tour, nur dass es logischerweise stark gekürzt und die Reihenfolge geändert wurde. Beginnend mit „Foe“ werden lediglich Songs der letzten beiden Alben dargeboten. Bei „The Flood“ gibt es kurz ein paar Mikro-Differenzen und bei „Rewind“ wird der letzte Scream-Part aus unerfindlichen Gründen weggelassen, doch sonst ist der Auftritt eine absolut solide Angelegenheit, die beim Publikum gut ankommt. Leider wird diese wundervolle Band mit nur 35 Minuten Spielzeit abgespeist, aber neue Fans hat sie bestimmt dennoch hinzugewonnen.

Setlist:

Foe
Third Law
The Price
The Flood
Rewind
Slave

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„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“