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Devin Townsend Project, Aeon Zen im Konzert (Hamburg, März 2011)

Genie und Wahnsinn liegen so dicht beieinander...

Ob Devin Townsend sein Image als „verrückter Professor“ jemals los wird? So richtig glücklich ist der Kanadier mit dieser Bezeichnung ja noch nie gewesen, auch wenn er mit seinem abgedrehten Gebaren und exzentrischer Optik selbst natürlich nicht unschuldig an diesem inoffiziellen Titel ist. Zumindest aber ist Devin nun schon seit fünf Jahren drogenfrei und hat sich von seinem Spitzbart und der komisch-bekloppten Frisur getrennt, sodass sich die Leute nun vielleicht tatsächlich mehr auf die Musik fokussieren – denn dass dieser Mann musikalisch einiges auf dem Kasten hat, sollte bekannt sein. Immer neue Extreme lotete Townsend aus, kombinierte verschiedenste Stilrichtungen, klang mit seinen diversen Projekten mal bretthart, mal psychedelisch und mal zerbrechlich wie Porzellan. Devin hat so viele verschiedene musikalische Gebiete beackert, dass man sich durchaus die Frage stellen durfte, was von diesem Abend wohl zu erwarten sei – würde es auch alte Strapping-Young-Lad-Klassiker auf die Ohren geben, obwohl der Meister diese Band 2006 auflöste? Oder würde er sich ausschließlich auf seine jüngsten Solo-Outputs, die unter dem Banner Devin Townsend Project firmierten, beschränken? Townsend steckt ja immer noch mitten in den Arbeiten einer geplanten Album-Tetralogie, von der er mit „Ki“ und „Addicted“ bereits zwei Scheiben auf den Markt geschmissen hat.
Nun, die Beantwortung dieser Fragen muss zunächst noch ein wenig warten, da zuvor mit Aeon Zen eine Vorband auf dem Plan steht.

Aeon Zen

Es ist alles andere als voll im Grünspan, einem Club, der sich direkt am Ende der Großen Freiheit befindet, als Aeon Zen punkt acht Uhr die Bühne betreten. Etwas enttäuschend angesichts der Tatsache, dass Devin Townsend in letzter Zeit nicht unbedingt wahnsinnig viel auf Tour war – aber mal abwarten, ob sich das im Laufe des Abends noch ändern wird. Aeon Zen jedenfalls müssen sich zunächst mit einer verhältnismäßig überschaubaren Masse begnügen, die allerdings wenigstens von Song zu Song auftaut. Anfangs reagiert das Publikum noch sehr verhalten, während die Briten gleich Vollgas geben. Vor allem der Frontmann geht voll aus sich heraus, hat alle klassischen Rockstar-Posen drauf, bangt konstant in äußerst eigentümlicher Manier und scheint sehr guter Laune zu sein – ein paar Ansagen vollzieht er außerdem sogar auf deutsch.

Stilistisch ist die Gruppe – die im Prinzip lediglich aus Bassist und Co-Sänger Rich Hinks besteht, der im Studio alles alleine macht, sich für die Livesituation jedoch einen Sänger, einen Gitarristen, einen Keyboarder und einen Drummer ins Boot geholt hat (Tastendrücker Vadim Pruzhanov zockt hauptberuflich bei Dragonforce) – nicht allzu leicht einzuordnen. Dream Theater sind mit Sicherheit ein starker Einfluss, man bewegt sich also durchaus in progressiven Gefilden, ohne sich jedoch zu sehr in Frickelorgien zu ergehen, gesanglich aber geht das Ganze auch stark in die Power-Metal-Ecke. Ob dieses Paket die passende Wahl als Supportact für jemanden wie Devin Townsend ist, sei mal dahingestellt, andererseits ist es auch wirklich nahezu ein Ding der Unmöglichkeit, für „Hevy Devy“ eine hundertprozentig passende Vorband zu finden. Den meisten Fans jedenfalls scheinen Songs wie „Natural Selection“ oder „Into The Infinite“ zu gefallen und die Band erntet mehr als nur Höflichkeitsapplaus. Auch der Sound ist sehr ausgewogen, besser gesagt, sogar einer der besten, die ich je bei einer Vorgruppe erleben durfte. Im Vergleich zu Genrekollegen wirken Aeon Zen sicherlich etwas zahm, unspektakulär, oder wie immer man das nennen will, doch großartig meckern kann man an dem Auftritt eigentlich nicht – nichts Überragendes, aber solide!

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann