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DevilDriver, Behemoth, Scar Symmetry, Arsis im Konzert (Bochum, Neckbreaker's Ball)

Wer ist denn nun der Headliner?

Diabolisch: Behemoth

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Scar Symmetry

Nach einer kleinen Umbauphase enterten dann auch schon die Schweden von Scar Symmetry die Bühne und brachen gleich mit ihrem ersten Song los. Melodic Death Metal? Nach einigem Hören bin ich doch eher der Meinung, dass diese Genre-Bezeichnung für Scar Symmetry nicht ganz zutrifft. Es sollte doch eines der vielen „Core“-Wörter mit eingebaut werden - Melodic Metalcore oder meinetwegen auch Melodic Death Metalcore - und obwohl sich bei diesem irgendwie doch Core-Genre bei mir nicht so die großen Fan-Allüren lostreten, war das Konzert doch erstaunlich ordentlich – selbst für Leute aus anderen Metal-Ecken.

Während der Vorbereitungen für ihren Auftritt hatte auch endlich ein wenig mehr Publikum den etwas versteckten Konzertraum gefunden, so dass es nach einer etwas lückenhaften Besetzung bei Arsis jetzt langsam gemütlich voll wurde. Damit einhergehend sank das Durchschnittsalter auf Anfang Zwanzig

Der Beat war ziemlich brachial und machte ordentlich Dampf, so dass sich bald die ersten Banger zeigten – ja, es wurde wirklich gemütlich. Da ich noch nie eine Band mit mehr als einem festen Sänger gesehen habe, war mein Beobachtungsfokus ziemlich schnell festgesetzt. Beide erst seit 2008 dabei, nahmen sie den Platz vom ehemaligen Sänger Christian Ãlvestam ein. Durch diese Aufteilung der verschiedenenartigen Gesangparts wollten Scar Symmetry eine bessere Live-Performance gewährleisten. Diese Rechnung ging auch durchaus auf.

Während Robban Karlsson die gutturalen Klänge einstreute, übernahm die cleanen Vocals Lars Palmqvist und damit auch den Hauptanteil an den Texten. Die Melodien waren aber oft sehr balladenhaft, so dass ich immer mal wieder das Wort „Death“ ganz aus der Genrevorstellung strich. Vielleicht nicht jedermanns Sache, aber interessant war diese Duo-Perfomance allemal, zumal auch die Charaktere der Sänger zu ihren Vocals passten. Während Lars eher dynamisch herüberkam, schickte Robban bei seinen Growls Todesblicke in die Menge, als ob er das „schwarze Meer“ aus Körpern teilen wolle und auch sein berühmtes Zähnefletschen blieb nicht aus.

Die Frage, was eigentlich der Sänger mache, der gerade nichts zu tun hatte, war schnell geklärt: rummoshen – nicht wirklich ausladend, aber auch nicht halbherzig. Das passte immer ganz gut und die schlimmsten Befürchtungen waren damit schon mal beruhigt, was störende herumstehende Gestalten betraf. Wer schon einmal Slipknot live gesehen hat, weiß wohl was gemeint ist. Was sollen auch neun Leuten gleichzeitig auf der Bühne machen, wenn nur vier wirklich etwas zu tun haben?

Da die meisten Leute mit Hüpfen und Bangen beschäftigt waren, haben wohl die wenigsten Per Nilsson beobachten können. Da ich mich bei der Massenbewegung aber zurückhielt, kann ich jetzt quasi exklusiv von diesem Anblick berichten. Der Leadgitarrist wirkte auf den ersten Blick lediglich sehr zurückhaltend, wer aber, wie ich, genauer hinsah, konnte erkennen, wie konzentriert er übers Griffbrett flog und damit einen wirklich wichtigen Beitrag zu den ausgefeilten Melodien beitrug. Ich kürte ihn zum heimlichen Helden und nahm daraufhin Jonas Kjellgren etwas genauer unter die Lupe. Dieser beschäftigte sich nämlich eher spielerisch mit seiner Gitarre und ging mit dem Publikum und somit auch mit den Kameras auf Tuchfühlung. Verdammter Poser! Aber dank dieser Eigenschaft gibt es auch wirklich coole Fotos von dem Scar Symmetry-Auftritt. Wir nehmen das also mit Humor und schließen uns dem verschmitzen Grinsen von Jonas an.

Als wir uns innerhalb der beteiligten Redaktionsmitglieder die Übersetzung des Bandnamens vor Augen führten, kam doch spontan und aus beiden Mündern gleichzeitig die Assoziation „Emo“. Da das aber nicht so ganz in das Konzept zu passen scheint, frage ich mich doch ernsthaft, ob das Absicht war. Name hin oder her, die schwedische Mannschaft schmetterte sich noch eine Weile durch ihr buntes Repertoire, um dann ohne viel Schall und Rauch die Bühne frei zu machen für die satanischen… BEHEMOTH.

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