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Devildriver, 36 Crazyfists, Breed 77, Vengince im Konzert (Karlsruhe, November 2010)

Ein kalifornischer Abend mit ordentlich Groove und einem überzeugenden Headliner

Vengince zeigten sich live nicht so brav wie hier

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Ein bisschen wehmütig denkt man doch an den Sommer zurück, wo man sich einfach im T-Shirt in der Sonne postieren konnte, um seine Lieblingsbands zu bestaunen – vor dem Substage in Karlsruhe kommen solche Gedanken fast rüber wie Hähme. Es ist saukalt, da hilft auch kein Pinguin-mäßiges Gruppenkuscheln. Ohnehin sind beim Einlass um 18 Uhr noch zu wenige Fans da, als dass es schnell wärmer werden könnte – ein Großteil der Kartenbesitzer trudelt nämlich tatsächlich erst beim Auftritt der 36 Crazyfists ein. Das ist schade, denn auch die heißblütige Combo Breed 77 und der vorher nicht namentlich angekündigte Special Guest hätten ein dankbares Publikum verdient.

Vengince

Besagter Special Guest sind die der Schreiberin dieser Zeilen bis dato unbekannten Kalifornier Vengince. Ein Blick auf die Shirts am Merchandise-Stand macht klar: Das Bandlogo der Jungs ist kaum lesbar, also wird vermutlich ordentlich drauflos geknüppelt - yeeha. Praktisch ist, dass die Band den heutigen Abend zur „Ladies’ Night“ auserkoren hat – beim Kauf der aktuellen Scheibe „A Turn For The Worst“ gibt es ein Shirt gratis. Also schnell mit Merchandise eingedeckt und los geht die wilde Fahrt.

Selbige wäre übrigens wesentlich wilder gewesen, wenn das richtige Publikum anwesend gewesen wäre. Zwar tummeln sich schon erstaunlich viele Nasen vor der Bühne, aber für die etwas wüste Mischung aus Hardcore und Thrash mit klaren Gesangs-Einschüben des Gitarristen Dank, der übrigens mit seiner Matte für die nötige Portion Thrash im Thrashcore zuständig zu sein scheint, und einem Sänger, der sich New York-Hardcore-mäßig mit heiserem Gebrüll verausgabt, sind definitiv zu wenige Hardcoreler im Publikum. Lediglich in der ersten Reihe kreisen ein oder zwei Matten, dabei zünden Stücke wie „Only Depression Remains“ ziemlich gut. Ein bisschen merkwürdig mutet zwar die Mischung aus Relentless’ wüstem Gebrüll und den Tanzeinlagen von Keyboarder Father an, der hinter seinem Tasteninstrument mal glatzköpfig headbangt, mal mit sich selbst mosht, aber man sieht der Band zumindest an, dass sie Spaß an der Sache hat. Und dass sie bereit ist, sich den Arsch aufreißen – während einer späteren Umbaupause sieht man nämlich Teile des Sextetts durch die Menschenmenge marschieren und ihre CD plus gratis Shirt bei den Damen wie trocken Brot anpreisen. Wenn das mal kein Engagement ist! Mir schwant allerdings, dass die Shirts besser angekommen wären, wenn sie den Fans nicht gerade in strahlendstem Weiß entgegen geleuchtet hätten – frau ist ja doch um eine farblich ansprechende Garderobe bemüht.

Nach einer knappen halben Stunde voller aggressivem Thrashcore ist dann auch schon Schluss – Relentless, der sich mehrfach bei den Leuten bedankt, kann die Bühne zumindest mit einem Grinsen verlassen und lässt sich danach noch das eine oder andere Mal im Mosh blicken. Es war eine verdammt gute Show des Sextetts und ein guter Auftakt für den Abend!

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