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Der W, Motorjesus im Konzert (Erfurt, März 2011)

Die Thüringenhalle kocht

Stephan Weidner brachte mit seiner Band die Fans ganz schön in Stimmung.

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Der W kommt nach Erfurt. Wer? Na, der W! Jetzt ist alles klar, denn kein Geringerer als Stephan Weidner, seines Zeichens Mitbegründer der vieldiskutierten Formation Böhse Onkelz, versteckt sich hinter dem Künstlernamen. Und innerhalb der zweifelsfrei gewachsenen Fangemeinde hat sich schnell sein Gastspiel am 16. März in der Thüringenhalle herumgesprochen. Aus nah und fern ist man nach Thüringen gereist, um für Weidner die Aufwartung zu machen.

Manche Orte seiner 2011er „Autournomietour“ waren bereits weit im Vorfeld ausverkauft, nicht allerdings die Location in Erfurt. Der Vorverkauf soll ganz gut gelaufen sein, allerdings können in der Halle doch noch zahlreiche „weiße“ Flecken ausgemacht werden. Also hat man schön Platz zum Tanzen, zum Bierchenholen oder eben einfach nur, um sich die Beine etwas zu vertreten. Trotzdem, letztendlich dürften es wohl so um die 2000 Leute gewesen sein. Ein paar Ewiggestrige waren auch darunter, aber das lässt sich bei einem Gastspiel eines früheren Onkelz-Mitgliedes nicht verbergen bzw. ausschließen. Bereits kurz vor 20 Uhr geht es los. Dunkel wird es, dann ist sie auch schon auszumachen, die Vorband. Aus Mönchengladbach sind sie, die Jungs von Motorjesus. Ordentlich ist ihr Vortrag, man muss ihnen einfach Respekt zollen. Sie sind verdammt energiegeladen, treibend und animieren zum Mitmachen. „Erfurt, ohne Saufen, das ist doch kein Rock´n´Roll!“ Super - das Motto ist ausgegeben, so kann es weitergehen. Das tut es auch, denn das Quintett rund um Sänger und Antreiber Christoph Birx vollzieht eine wahre Party auf den Bühnenbrettern. Erste kleinere Pogoeinlagen entstehen, die Stimmung geht auf das immer mehr auftauende Publikum über.

Dann ist schon wieder Pause, das Licht geht an, eine gewisse Erholungsphase entsteht. Es sind nur noch wenige Minuten, dann wird der W. live unterhalten. Und endlich - es geht los. Eine riesengroße weiße Leinwand hängt von der Decke herunter. Die vier Musiker sind nur schemenhaft zu erkennen. Der Klang ist bombastisch. Klatsch - dann fällt die Leinwand auch schon. Applaus über Applaus gibt es für einen Musiker, der wahrlich oft aufgrund seiner vergangenen musikalischen Ergüsse in der Kritik stand. Er wirkt ruhig, abgeklärt, selbstsicher. Erfahrung hat er durch und durch. Dazu kommt noch ein perfekt im Vorfeld einstudiertes Programm. „Erfurt, ich sage euch, Studioarbeiten sind schön, aber euch in die Augen zu schauen, gibt mir noch viel mehr!“ Sogleich ist der Bann gebrochen. „Kommt alle weiter nach vorne“, fordert der sichtlich gut gelaunte Weidner seine Fans auf. Im Hintergrund flimmern derweil einige visuelle Fotos und Sequenzen, um die Musik dementsprechend zu untermalen. Immer wieder kommt es zu Unterbrechungen. „Weidner, Weidner, Weidner!“, schreien die Konzertbesucher von den vordersten bis zu den letzten Reihen ganz hinten. Und der Mann im Rampenlicht genießt dies durch sichtlich. Er bedankt sich stets artig bei dieser wundervollen Unterstützung. Rund eine Stunde und 45 Minuten bringt der W die Halle zum Kochen, obgleich dies natürlich kein einfaches Unterfangen ist, zu vielschichtig, zu anders und größtenteils überhaupt nicht mit den Onkelz-Zeiten kompatibel sind seine Songs. Klar ist das überaus eindringliche „Fleisch“ mit dabei, auch das ach so gebliebte „Tränenmeer“. Mittlerweile entwickelt sich alles wie zu einem Rausch. „Oh, wie ist das schön ...“ singen die Fans voller Ergreifung aus jeder geölten Kehle.

Und dies schwappt erneut über, nicht nur auf den „Meister“, sondern auch auf seine Mitstreiter namens Dirk Czuya, Henning Menke und JC Dwyer. Gerade Bassist Henning glückt ein wirklich toller Abend. Sein tolles Bassspiel hatte es einfach in sich. Hier schöpft er seine jahrelange Erfahrung beispielsweise bei der Berliner Kult-Hardcore-Legende Jingo De Lunch mühelos aus!

„Schlag Mich (Bis Ich Es Versteh)“ wird nun stellvertretend für „All Die Verletzten Herzen Unter Uns“ gespielt, sofort gefolgt von „Autonomie Des Ichs“. Nach Weidners eigener Aussage „Schmachtfetzen für die älteren Herren“ gibt es dann auch noch etwas zum Entspannen. Auf Barhockern sitzend werden Songs wie „Sterne“ oder „Zwischen Traum Und Paralyse“ äußerst ruhig und gediegen dargeboten. „Gewinnen Kann Jeder“ ist auch noch auszumachen, ehe „Geschichtenhasser“ erklingt. Es geht nun über in den Zugabenteil. Nochmals geben irgendwie alle einfach alles. „Nein, Nein, Nein“ knallt durch die Boxen. Die Thüringenhalle wird zu einer Offenbarung. Der W., nie war er genialer als heute. Dann kommt „Heiß“. Viele schwitzen, denn die klimatischen Verhältnisse haben sich doch etwas verändert. „Pass Gut Auf Dich Auf“ bildet dann langsam aber sicher den Schlusspunkt. Und Stephan Weidner bringt es auf den Punkt: „Erfurt, es war mir ein Fest!“ - dem Publikum sowieso.

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