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Dead Lord & Tiebreaker im Konzert (Düsseldorf, März 2016)

Der Geist des Rock'n'Roll lebt, nicht nur heute Abend, aber da ganz besonders

Ein Abend, dem es an Rock'n'Roll-Spirit nicht mangelt, ein Club, der trotz der schlauchartigen Struktur für genau jene magischen Momente geschaffen ist, zwei Bands, die die Fanseele förmlich zum Kochen bringen. An diesem Donnerstagabend sind es Tiebreaker aus Norwegen und vor allem die schwedischen Hard Rocker Dead Lord, die mit sichtbar Spaß in den Backen den Club aus allen Nähten platzen lassen – ausverkauft. Da lohnt sich doch erst recht eine Fahrt in die Landeshauptstadt, trotz Berufsverkehrs und extremen Parkplatzmangels. Der Interviewtermin mit den Schweden ist dann leider nahezu deckungsgleich mit der Show von Tiebreaker – nur die letzte Nummer „The Getaway“ hinterlässt einen kleinen, allerdings auch positiven Eindruck, kann aber nicht für einen Bericht herhalten. Und wenn des Rockvolkes Seele schon einmal sehr gut angeheizt ist, dann brauchen

Dead Lord

den Sack eigentlich nur noch zumachen, oder? Ja gut, ist genau so, was ihnen nicht nur spielend leicht fällt, viel mehr beeindruckt die offensichtliche Spiellaune, dieses Flirten mit dem Publikum auf Augenhöhe, denn die erste Reihe benötigt noch nicht einmal einen Kölner Arm, um den beiden Gitarristen Hakim und Olle in die Saiten zu greifen.

Dadurch wird auch eines mehr als deutlich: Das Pitcher verkörpert genau die Art von Location, wo genau diese Form der Musik hingehört: Klein, verschwitzt, kuschelig, ein Hauch von Exklusivität, denn schon jetzt klingen einem die Futurohren, wer denn alles stolz breit treten wird, dabei gewesen zu sein. Und fast mag man Dead Lord nicht den Erfolg gönnen, größer zu werden, denn dann wären solche Shows wie an diesem Abend passé.

„Ihr wisst, wer wir sind?“ - Yeah - „Ihr wisst, was wir machen?“ - so Frontmann Hakim und blickt in die freudig erwartungsvollen Gesichter eines ausverkauften Clubs, der schon zu Beginn aufgestaut angeheizt ist und wo Rockfans mit strahlenden Augen vergleichbar wie Kinderseelenfenster zu Weihnachten sich drängelnd nach vorn schieben und „Because Of Spite“ schlichtweg abfeiern.

Und wer denkt, da geht keine Steigerung mehr, dem zeigt z.B. „Hammer To The Heaert“ locker auf, dass die Richterskala auch für solch kleine Shows nach oben offen ist, beeindruckend, wie die Fans lautstark mitsingen und den besonderen Abend noch viel ungewöhnlicher gestalten. Das merken auch die Vier von Dead Lord, die sicherlich niemals bei ihren Shows zurückstecken, die aber heute noch mindestens ein Dutzend mehr Quentchen drauflegen und sich aufstacheln lassen.

„Seid ihr alle glücklich?“, will Hakim heute dann folgerichtig nicht nur einmal wissen, was jedes Mal auch lautstark und mit einzelnen Kommentaren durchsetzt von den Fans positiv quittiert wird. Viel besser kommen dann aber die am Seaxappeal reibenden Ansagen der Marke „The fast, the furious, the sexiest man alive“ an, wenn Hakim also die Werbemaschine für seinen Klampfenmitstreiter Olle anwirft. Schon nach „Strained Fools“ kommen die ersten, da noch zaghaften Zugabe-Rufe auf, am Ende sorgt allein schon die Enge vor der Bühne, dass sich Dead Lord nicht einfach davon machen können, mindestens eine Zugabe also die logische Konsequenz ist. Dass es gleich drei weitere Songs werden, zeigt auf, dass sich Band und Publikum gefunden haben, zusammengeschmolzen zu einem Hort an rockender Glückseligkeit. Mehr davon, bitte, deutlich mehr davon. Der Geist des Rock'n'Roll lebt, nicht nur heute Abend, aber da ganz besonders.

Setlist:

Because Of Spite
Don't Give A Damn
Strained Fools
No Regrets
No Prayers Can Help You Now
The Bold Move
Onkalo
Hank
Hammer To The Heart
When History Repeats Itself
No More Excuses
Ruins
----------------------
Heads Held High
Stone Deaf Forever (Motörhead-Cover)
Ghost Town

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