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Darkest Hour, Protest The Hero, Born Of Osiris, Purified In Blood im Konzert (Hamburg, Februar 2011)

Darkest Hour und Protest The Hero tauen unterkühlte Hamburger auf

Born Of Osiris tun sich mit dem Hamburger Publikum eher schwer

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Es ist mal wieder eine kalte Wetterfront über den Norden Deutschlands und insbesondere Hamburg hereingebrochen, aber wo kann man sich schon besser aufwärmen als bei einem Konzert? Dass es dabei ein ordentliches Line-Up des modernen Metal, angeführt von Darkest Hour samt protest the hero, Born Of Osiris und Purified In Blood, zu sehen gibt, ist natürlich ein schmackhafter Bonus. Alle Bands haben frische Album-Releases in den nächsten Wochen und Monaten vor der Tür und sollten somit entsprechend motiviert sein, um ein wärmendes Fest zu bereiten.

Purified In Blood

Es haben sich erst kaum mehr als ein Dutzend Headbanger an diesem noch frühen Donnerstagabend vor der Bühne im Knust versammelt, und auch die Schaulustigen, die sich etwas weiter von den Brettern aufgestellt haben, zählen nicht viel mehr Köpfe, da müssen die Norweger von Purified In Blood auch schon die etwas undankbare Aufgabe in die Hand nehmen, den Abend zu eröffnen. Die Herren aus dem hohem Norden müssen dabei mit dem für die Vorbands typischem, auf schiere Lautstärke reduzierten Klang auskommen, doch davon lassen sich die durch ihre kurzweilige Auflösung samt anschließendem Comeback nur gestärkt erscheinenden Metalcore-Recken nicht beirren. Von der ersten Minute an wird mächtig Gas gegeben und sämtliche Bandmitglieder toben sich zu ihrer Mucke voll aus, allen voran Frontmann Hallgeir, der zwar ohne Vocal-Partner Glenn auskommen muss, aber dafür gleich doppelt Gas gibt. So springt er auch dann und wann mal von der Bühne und zieht den ein oder anderen uninteressiert aussehenden Zuschauer höchstpersönlich in den stetig kleinen Moshpit.

Musikalisch wird die halbstündige Aufwärmeinheit der Band auch professionell und energiegeladen herübergebracht und eine kleine, aber erlesene Auswahl aus den beiden Alben „Reaper Of Souls“ und „Under Black Skies“ in die noch sehr kleine Menge gefeuert. Natürlich sorgt der wohl bekannteste Song der Band, „Under Den Svarte Himmel“, der das kurze Set abschließt und noch mal die Qualität von Purified In Blood unter Beweis stellt, für die erste angemessene Reaktion des etwas frostigen Publikums, das an diesem Tag einer guten Leistung der Band leider nicht den würdigen Respekt gezollt hat.

Born Of Osiris

Daraufhin passiert erstmal lange Zeit gar nichts, denn die Leute von der in letzter Zeit stark an Beliebtheit zunehmenden, noch jungen Truppe Born Of Osiris lassen sich unangemessen viel Zeit mit dem Soundcheck, und die Menge, die inzwischen schon deutlich angewachsen ist, muss sich erst einmal in Geduld üben. Als dann schließlich die Jungs, die für progressiven Deathcore stehen, die Bretter betreten und loslegen, kommt es erstmals zu ausgewachsenen Pits und einigem an ungewöhnlich anmutendem Mathcore-Headbanging. Doch auch die vermeintlich angesagten Amerikaner müssen mit dem immer noch frostigen Publikum in Hamburg kämpfen, das nur sehr träge und etwas widerspenstig auf Aufforderungen und das gewöhnliche Anheizen der Band reagiert. Es scheinen sich immer nur dieselbe Handvoll Kehlen aufzuschreien.

Der Sound der Core-Bande, der trotz episch-langer Testphase sich höchstens durch eher matschigen Klang auszeichnet, schafft hierbei dann auch nicht besonders Euphorie. Dass sich die Performance ein wenig im Sand verläuft, liegt dann zum einen daran, dass die Musiker aufgrund mangelnder Publikumsbeteiligung auch selbst spürbar ein wenig die Lust verlieren, zum anderen aber auch daran, dass sich die Songs für diejenigen, die sich mit der Band noch nicht auseinandergesetzt haben, alle mehr oder weniger gleich anhören. Tiefgestimmtes Geschrammel mit nicht definierbaren Geschwindigkeitsrekordversuchen der Sechs-Saiter beeindrucken an diesem Abend kaum jemand. Auch wenn einschlägiges Liedgut wie etwa „Brace Legs“ und „Open Arms To Damnation“ gut ankommt und für ein bisschen Tumult unter den Konzertgängern sorgt, kann man der Truppe für den Auftritt nur ein einfaches „Befriedigend“ ausstellen.

 

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