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Crow7, Past M.D. im Konzert (Oberhausen, Oktober 2012)

Sehr gute Unterhaltung vor kleinem Publikum

Past M.D. eröffnen den Abend

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Man mag lange drüber diskutieren, vielleicht auch streiten wollen, doch am Ende wird wohl fast immer die Frage (zumindest hier mitten im Ruhrgebiet, dem Pott) stehen: Wieviel ist die Liveshow noch wert? Und wie sehr unterstützt sich der Underground gar gegenseitig? Vielleicht liegt es aber auch gar an der Location, denn der Schacht 1 in Oberhausen liegt doch unglaubliche 500 Meter vom Centro Oberhausen entfernt – schon zu abgeschlagen? Dazu auch keine große Tradition in harter Rockmusik? Lange Rede, noch kürzerer Sinn: Zwei Bands zum kleinen Kurs, die trotz mauer Zuschauerbeteiligung den Arsch aufgerissen haben, da hat sich ein Abend dennoch mehr als gelohnt. Nah dran, den Schweiß der Achselhaare in der Nase, ein nahezu perfekter Sound und günstige Getränkepreise (ein Wasser kostet dort gerade mal einen Euro) machen den Schacht 1 zur wiederholten Anlaufstelle – ganz sicher. Heute Abend sind Past M.D. dran, die den Anheizerpart für Crow7 übernehmen.

Past.M.D.

Zuerst ein kleiner Blick in die Bandhistorie, die bei Past M.D. auch schon wieder seit acht Jahren andauert, doch nur wenige wissen vielleicht, dass mit dem Gitarristen Detlef Poschmann und dem Frontmann Jörg Reuter gleich zwei von Midnight Darkness dabei sind, die schon 1985 mit „Holding The Night“ eine erste Scheibe via Hot Blood Records in Unlauf brachten. Dazu kommt noch ein überzeugender Auftritt beim letztjährigen Dong Open Air (damals noch mit dem Knirps Hagen, der es mittlerweile sogar ins Mainstream-Fernsehen geschafft hat), und schon war der Entschluss gefasst, trotz zahlreicher Konkurrenz in den anderen Läden, dieser Band wiederholt auf die Griffel zu schauen.

Und was macht man am besten, wenn der Laden übersichtlich gefüllt ist – mehr als maximal 40 Nasen verlaufen sich heute Abend nicht in diesen Club – und die Wahrscheinlichkeit jetzt auch nicht gerade groß ist, dass in den nächsten Minuten der große Run beginnt? Rocken, einfach drauflos, und genau unter diesem Motto legen die Oberhausener auch direkt mit einem Doppelpack los, einfach nicht darauf achtend, dass die ZuschauerInnen sich einmal mehr mit respektvollem Abstand zur Bühne an den Getränken festkrallen oder sich gar hinter den Biertischen verstecken. Kommt der Fan nicht zu dir, gehst du halt zum Fan, wird sich Jörg gedacht haben, als er passend bei „The Journey“ zum Ausflug ansetzt und von der Bühne hüpft, um dort die Leute glatt mit Handschlag zu begrüßen. Das wird auch die einzige großartige Interaktion bleiben, denn so sehr die Band sich auch auf der Bühne abrackert und dabei unglaublich viel Spielspaß an den Tag legt, so applaudieren die Leute zwar recht fleißig, aber auf Mitsingspiele lassen sie sich erst gar nicht ein.

„Schmeiß das Mopped an“ instruiert Jörg seine Mitstreiter, nachdem sich niemand als Biker geoutet hat, „wir machen sie platt“, so die unmissverständliche Ansage für „Black, White & Hot’“, doch nicht alles heute Abend ist so herausfordernd, denn „Closer To You“ wird dem Dad von Gitarrist Detlef gewidmet, der sich (wie nach dem Gig erklärt wird) nichts sehnlicher gewünscht hatte, als dass Past M.D. einmal in Oberhausen spielen, der aber Anfang des Jahres seinen Seelenfrieden gefunden hat – ein wenig Theatralik, balladesker Beginn und trotzdem schwer rockende Gitarren und fertig ist ein Abschied auf diesem Wege. Am Ende hagelt es dann nicht nur ordentlichen Applaus, sondern auch einige Zugaberufe echoen durch den Raum, verhallen aber unerfüllt.

Setlist:

L.A. Prisoner
The Journey
Contagious
Sail On
No Time For A Heartbreak
Black, White & Hot
Closer To You
Satelite’s Callin’
Nevermore

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