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Counterfeit, Decade & Tigress im Konzert (Amsterdam, April 2017)

Souveräner Headliner und eine Support-Band, die es werden will

Mein persönlicher Favorit unter den bisher gesehenen Support-Bands

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Wer an diesem Mittwochabend das Amsterdamer Melkweg betritt, dem fällt zunächst einmal auf, dass sich der Andrang auch zu früher Stunde durchaus sehen lassen kann. Zwar ist der Saal bei weitem nicht ausverkauft, vor der Bühne geht es allerdings schon vor der ersten Band eher eng zu. Besonders interessant ist dabei das Altersprofil des Publikums, besteht die angespannt wartende Menge doch fast ausschließlich aus vornehmlich weiblichen Teenagern und, in der Regel etwas im Hintergrund versteckt, deren älterem Begleitpersonal. So wirklich kommen sehen hatte der Schreiber dieser Zeilen das zwar nicht, im Rückblick lässt sich aber sagen, dass gerade der Headliner optisch schon etwas hermacht und das junge Publikum als vorhersehbar eingestuft werden kann. So oder so, bevor dieses Review zur Ethnografischen Studie ausartet, widmen wir uns doch lieber der Musik samt dazugehöriger Show:

Tigress

Diese beginnt am heutigen Abend dann auch gleich mit einer faustdicken Überraschung. Wo sich der durchschnittliche Opener hartnäckig abmüht, das Publikum zumindest behäbig warmzuspielen, treten Tigress mit der Präsenz und Selbstverständlichkeit eines Headliners auf die Bühne und machen von der ersten Sekunde an großartige Stimmung. Gerade Frontröhre Katy stellt sich dabei als absoluter Trumpf heraus und dirigiert das Publikum mit fast schon erschreckender Leichtigkeit.

Ob Hände in die Luft, Springen, Smartphones in die Höhe oder eifriges Mitklatschen – vor der Bühne wird von Beginn an nach der Pfeife der einnehmenden Frontfrau getanzt und so kann die Band schon bei ihrem ersten Auftritt in den Niederlanden den überwältigenden Großteil der Fans für sich gewinnen. Bisweilen gleicht die Show schon beinahe einer lange im Voraus geplanten Choreographie, bei der Setlist und Publikum perfekt aufeinander abgestimmt zu sein scheinen. Das Ganze ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass der Fünfer noch relativ jung und bisher nur mit einer einzigen EP im Gepäck daherkommt. Alter aber, ist bekanntlich nebensächlich und so rocken sich Tigress souverän durch mehr oder weniger alle Songs die sie bisher geschrieben haben, wobei es besonders zum Ende der Setlist hin hörbar poppiger wird.

Einziger Makel an diesem Abend ist ausgerechnet die Gesangsleistung von Frontfrau Katy. Gerade zu Beginn bereiten ihr Tonfolgen, die sich auf der Debüt-EP rundum gut anhören, gehörige Probleme. Ob das immer so ist, oder sie einfach nur einen schlechten Tag erwischt hat lässt sich nur schwer sagen, wie bereits erwähnt macht sie jedweden Makel aber ohnehin mit ihrem Einsatz und eifrigen Publikumsanimationen wieder gut.

Am Ende steht dann logischerweise auch ein euphorischer Abschiedsapplaus für, zumindest was Publikumsanimation und Stimmung angeht, den besten Opener den der Schreiber dieser Zeilen in diesem Jahr zu Gesicht bekommen hat. Im Hinblick auf die frisch erschienene Single und die anstehende Debüt-Scheibe könnte sich im Hause Tigress durchaus etwas anbahnen, und die Support-Rolle schon bald für höhere Aufgaben eingetauscht werden.

Setlist (ohne Gewähr):

Alive
Power Lines
Human
Fire
Give Me A Chance

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