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Corvus Corax im Konzert (Dresden, Dezember 2014)

25 Jahre und kein bisschen müde

Winterzeit ist ja bekanntlich auch immer ein Stück Märchenzeit. Dies sei angemerkt, da die Band, die heute im Dresdner Beatpol aufspielt, zum Einen auf eine lange und fast märchenhaft anmutende Karriere zurückschauen kann. Zum Anderen läuft genau an diesem Tag ein Märchenfilm, der Teile der Band in der vorherigen Formation Tippelklimper zeigt. Die Rede ist hier von Corvus Corax und diese sind auf ihrer 25-Jahre-Jubiläumstour. Der Saal ist kurz vor Beginn zwar gut gefüllt, aber doch noch ein Stück vom Ausverkauft entfernt. Was eigentlich etwas verwundert, da knapp zwei Wochen vor dem Konzert bei dem örtlichen Vorverkauf keine Karten mehr erhältlich waren. Dies sei aber nur am Rande erwähnt, zumal es den Anwesenden etwas mehr Bewegungsfreiheit verschafft.

Platz brauchen auch gleich zu Beginn die Könige der Spielleute, denn die überraschen mit einem Einzug quer durch den Saal. Wer hier schnell genug schaltet und den so gewonnenen Platz für sich beansprucht, hat sich gleich zu Beginn einen Vorteil verschafft. Der Ansage „Ihr sollt tanzen“ kommt man zu „Uramawi“ doch nur zu gerne nach. Die meisten scheinen dies aber nur zum ersten Aufwärmer zu nutzen, denn schon bei „Dedriu“ steigert sich das Treiben im Saal nochmals deutlich. War dieses Lied für die Frauen, gibt es zwecks Gleichberechtigung mit „Sverker“ auch einen Titel für die Männer, die sich dem auch stimmgewaltig annehmen. Die holde Weiblichkeit ergötzt sich derweilen an dem Treiben oder erfreut sich am stimmungsvollen Licht und Bühnenaufbau, auch wenn sich die Bühne für das Septett etwas knapp bemessen darstellt.

Mit „Beowulf is min nama“ vom aktuellen Album „Gimlie“ folgt ein weiteres treibendes Stück, welches auch einen erneuten Push in den Zuschauerreihen mit sich bringt. „Ragnarök“ schließt den nordischen Teil ab und hiernach folgt eine kurze Erholungspause.

Befürchtungen, dass die bis dahin vorzügliche Stimmung nach der Unterbrechung kippen könnte, werden schon beim ersten Stück „Merseburger Zauberspruch“ hinweg gefegt. Mit „Dudak“ und dem Klassiker „Palästinalied“ halten Corvus Corax die Stimmung weiter am Kochen, um anschließend mit einigen Saufliedern der guten Laune reichlich Zunder zu geben. Der Ankündigung,eine Runde zu schmeißen, wird nach der prächtigen Vorstellung des Publikums bei „Bacchus“ nachgekommen. So schenken die Spielmänner zu „Trinkt Met“ ordentlich aus. Wer jetzt nichts abbekommen hat, hat sicher Pech, aber immerhin die Kehle frei, um aus vollen Halse mitzusingen.

Mitsingen ist auch zum „Heiduckentanz“ oberstes Gebot. Der Titel, der von den Fans ins Programm gevotet wurde, stellt sich aber ebenso als absoluter Abräumer auf der Tanzfläche dar. Wer hier von zart tänzelnden Schritten ausgeht, hat sich aber kräftig getäuscht. Tatsächlich wird in den hinteren Reihen auch anständig gepogt. Mit „Saltarello“ endet schließlich das Set und dies in einer überragenden Art und Weise, zumal Castus die Anhängerschar unübertrefflich dirigiert.

Nach diesem großen Finale ist es eigentlich keine Frage, dass nun eine Zugabe eingefordert wird. Mit „Bibit Aleum“ gibt man dieser Forderung auch nach. Und endlich kommt auch das mehrmals herbei gerufene „Chou Chou Sheng“ auf die Bühne. „Stella Splendens“ ist der letzte Titel des Abends, mit dem Corvus Corax förmlich den Beatpol zum Beben bringen. Hier schnellt die Geschwindigkeit noch einmal dermaßen in die Höhe, dass selbst der immer noch währende Pogo-Kreis nicht mehr mithalten kann. Auf und vor der Bühne sind springende, tanzende und singende Menschen zu sehen, die gemeinsam den Abschluss zelebrieren und damit dem famosen Spektakel einen imposanten Ausklang verschaffen.

Setlist:


Saltatio Mortis
Urmawi
Ballade De Mercy
Dedriu
Sverker
Beowulf is min nama
Ragnarök

Merseburger Zauberspruch
Dudak
Mazedonischer Tanz
Palästinalied
Mille Anni Passi Sunt
Venus Vina Musiva
Bacchus
Trinkt vom Met
In Taberna
Die Klage
Harfrue
Heiduckentanz
Saltarello

Bibit Aleum
Chou Chou Sheng
Stella Splendens

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