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Coppelius, Silent Poem im Konzert (Dresden, Dezember 2011)

Die Renaissance des guten Tons

Silent Poem überzeugen mit Geig'n'Rock

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War früher tatsächlich alles besser? Wer könnte diese Frage besser beantworten als die Zeitreisenden von Coppelius - immerhin sind diese Herrschaften seit nun mehr zweihundert Jahren im Zeichen des guten Tons unterwegs. Durften sie bei ihrem Gastspiel vor etwa vier Jahren gerade Mal um die 20 Zuschauer in Dresden begrüßen und diese mit Absinth verköstigen, wäre am heutigen Abend in der Tante Ju sicher ein Barrique-Fässchen für selbiges von Nöten gewesen. Leider, leider steht dieses nicht bereit, aber der fehlende Feen-Zauber hinterlässt keinerlei negative Spuren bei der Stimmung des zahlreich erschienenen und bestens ausstaffierten Publikums.

Silent Poem

Bleibt im Saal schon nur noch wenig Platz, wird es für Silent Poem auf der Bühne noch enger. Stark eingeschränkt durch die herrschaftlichen Aufbauten, müssen sie auch auf Doktor Kosmos verzichten. So sind die drei Herren und die eine Dame heute nur mit Geige, Bass, Schlagzeug und Cello aufgestellt und der allgegenwärtige Kleiderständer bleibt zu Hause. Angemerkt sei aber vor allem, dass Laura vielleicht die Erste, aber nicht die Geige auf der Bühne spielt, sondern trommelnd und singend hinter dem Schlagzeug sitzt. 

Mit dem neuen Song „Giftgemisch“ wird pünktlich begonnen und dann tritt der besagte Doktor wenigstens noch musikalisch ins Scheinwerferlicht. Silent Poem scheinen sich trotz eingeschränkter Bewegungsfreiheit wohl zu fühlen und bieten einen sehr bekömmlichen Geig’n’Rock, der bestens in die Beine geht. Felix hinterlässt in seinem Bademantel den Eindruck, als würde er sich auf dieser Bühne zu Hause fühlen und dieses Gefühl breitet sich auch vor dem Schauplatz des Geschehens aus. Zahlreiche Konzerte im Dresdener Umland und Support für andere Bands zahlen sich mittlerweile sichtlich aus und so können die Folk-Rocker auch auf eine nicht mindere Anzahl eigener Fans schauen, die sich als sehr gesangs- und tanzfreudig erweisen. Mit „Sommer“ setzen die vier Sachsen noch einen drauf und verbreiten raumgreifend gute Laune. Bei der „Mitternachtsgesellschaft“ wird es etwas ruhiger, dies hält aber nicht lang und mit „TMF“ gibt es wieder die Aufforderung zum Tanz.

Silent Poem präsentieren vor allem Songs ihres aktuellen Albums „Doktor Kosmos“ und stellen unter Beweis, dass sie sich in den letzten Jahren auch musikalisch steigern konnten. Leider bleiben heute nicht so viel Zeit für Scherze, schließlich möchten die Dresdner auch ausreichend Liedgut unters Volk streuen. So folgt zügig „Amoktango“, was passenderweise mit spanischen Klängen eröffnet wird.  

„Je kleiner die Bühne, desto kürzer das Programm“ ist nun auch schon die Ankündigung des letzten Songs, der in Form eines gelungenen Covers von „Goldener Reiter“ daherkommt. Zugaberufe folgen auf dem Fuß und erstaunlicherweise dürfen Silent Poem tatsächlich noch mal ran, um ihren „Kirschsaft“ zu kredenzen.

Setlist:

Giftgemisch
Doktor Kosmos
Mein starkes Herz
Sommer
Johnny
Eiskalt voraus
Frau
Mitternachtsgesellschaft
TMF
Unterm Rad
Amoktango
Ach du Sch…
Goldener Reiter
Kirschsaft 

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