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Coppelius, Pierre Bosolum im Konzert (Leipzig, Januar 2012)

Coppelius, dies lob ich mir

Schweißtreibend ging es bei Coppelius zu

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Coppelius

Nach der Umbaupause und der kurzen Putzaktion von Butler Bastille werden die Gespräche jenseits der Bühne zügig eingestellt. Was allerdings nicht bedeutet, dass es nun ruhig zugeht. Ganz im Gegenteil, es wird schon beim Opener mitgewippt und „Running Free“ förmlich heraus geschrien. Drummer Nobusama unterstützt den Gesang, währenddessen Bastille das Schlagzeug bearbeitet.

„Risiko“ und „Nachtwache“ schließen sich an und an das Publikum geht, mittels einer Tafel, der Hinweis, dass nicht geblitzt werden soll. Besonders Ungelehrige erhalten die Worte nochmals vor die Nase gehalten, wobei der damit einhergehende Blick, schon jegliche unangemessene Handlungen einstellen lässt. Die Kreide wird gar nicht erst aus der Hand gelegt und das werte Auditorium erhält eigenwillige Silben angezeigt. So geviertelt dauert es doch ein Weile, bis „Gumbagubanga“ angestimmt werden kann. Der Zauberer kann aber noch seine Magie entfalten und reißt die Messestädter mit sich. Leipziger sollte man an dieser Stelle wohl nicht sagen, denn laut Auszählung der Herren Coppelius, erweist sich ein Großteil als zugereist.

Die Berliner beweisen ein weiteres Mal, dass Metal nicht zwangsläufig Gitarren nötig haben und die Klarinetten diese trefflich ersetzen. Diese werden von Max Copella und Le Comte Caspar so überzeugend gespielt, dass man sich der Spielfreude schlichtweg nicht entziehen kann. Nebenbei schwingen sie selbst noch ausgiebig das Tanzbein und Caspar stattet dem Lichttechniker, der hier fast unter der Decke klebt, auch noch einen Besuch ab. Graf Lindorf lässt derweil den „bösen“ Metaller raushängen, rifft und streicht sich durch das Programm, als gäbe es kein Morgen mehr. Zu „1916“ zeigt er sich ebenfalls als Meister der ruhigen Töne und mit dieser Version des Motörhead-Songs, zieht auch Gänsehaut-Feeling in den Saal ein.

Für ein paar Damen gibt es ein Gläschen Sekt, was dem stets gestressten Butler einige zusätzliche Pluspunkte einbringt und er sich so des Mitgefühls bei „Diener 5er Herren“ sicher sein kann. Mit „Rigthful Kings“ schließt sich wieder eine Coverversion an, die sich dicht am Original der Inchtabokatables orientiert, und mit ihrer folkigen Note, auch den Letzten im Saal zum Mitspringen animiert. Diese Form der Glückseligkeit wird mittels einer „Camera Obscura“ aufgezeichnet, schließlich kommt man, wie in „Time-Zeit“ bestens vermerkt, nicht wieder so jung zusammen.

Da Capo“-Rufe erschallen, eine Welle des Applaus erbrandet und dies so laut und ausgiebig, dass Butler Bastille doch tatsächlich die Unförmlichkeit eines „Du“ entweicht. Dieser Fauxpas bleibt aber folgenlos und ist bei Erklingen von „Transylvania“ schon fast wieder vergessen. Mit „Ade mein Lieb“ geht der erste Zugabenteil zu Ende, doch die frenetische Hingabe des Auditoriums nimmt kein Ende und ein weiteres Mal lassen sich die Zeitreisenden zu einer Zugabe hinreißen. Nach „I Get Used To It“ wird dem Publikum das Versprechen abgenommen, dass es nach der nächsten und endgültig letzten Dreingabe zu schweigen habe. „Schöne Augen“ folgt, an das Versprechen wird sich von der Saalseite aus nicht gehalten, aber es bleibt doch beim endgültigen Abschied.

Coppelius ziehen wieder einmal mit viel Stil und Können ihre Show ab, Leipzig liegt ihnen heute Abend zu Füßen und hätte sicher noch gern, den einen oder anderen Song mehr gehört.

Setlist:

  • Running Free
  • Risiko 
  • Nachtwache
  • Urinstinkt
  • Morgenstimmung
  • Gumbagobanga
  • Escapde II
  • Klein Zaches
  • 1916
  • Diener 5er Herren
  • Rightful Kings
  • Operation
  • Charlotte The Harlot
  • To Me Creator
  • Damen
  • Ma Rue À Moi
  • Time-Zeit
  • Handschuh
  • Translyvania
  • Habgier
  • Ade mein Lieb
  • I Get Used To It
  • Schöne Augen
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