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Coppelius, Pierre Bosolum im Konzert (Leipzig, Januar 2012)

Coppelius, dies lob ich mir

Pierre Bosolum spielt auf selbstgebauten Instrumenten

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Leipzig ist nicht nur Messe- und Universitätsstadt, sondern beweist auch jedes Jahr zu Pfingsten, dass sie die legitime Hauptstadt der schwarzen Szene ist. Direkt unterhalb des Uni-Riesen liegt die Moritzbastei und dieses Gewölbe zählt wohl zu den schönsten Clubs Deutschlands. Auffällig ist an diesem Abend, dass das Publikum gegenüber sonstigen coppelanischen Konzerten erstaunlich durchmischt ausfällt. Zahlreiche Studenten tummeln sich im Saal und geben dem Ganzen einen bunten Anblick.

Pierre Bosolum

Ein Ex-Student eröffnet auch diesen Abend: Pierre Bosolum. Er studierte in Leipzig Kultur-und Kunstwissenschaften, um anschließend noch ein Studium in Musik anzuschließen. Dieser Weg beängstigt fast schon, hinterlässt er doch den Eindruck, dass man sämtliche Geisteswissenschaften studiert haben muss, um auch nur ein Drittel seiner Werke verstehen zu können. Sicher sollte man sich länger als diese halbe Stunde mit ihm und seiner Kunst beschäftigen, doch eins ist nicht zu leugnen: Seine Musik greift nicht nur bei sogenannten „Bildungsbürgern“, sondern seine Stücke treffen auch das gemeine Volk. Sämtliche hier vorgestellte Stücke haben sehr viel Seele, vermögen den Hörenden in sphärische Welten zu bringen, und doch auch den Körper in Bewegung zu versetzen.

Pierre Bosolum verwendet Alltagsinstrumente in einer neuen Form, er schnürt Rohre zu einer Orgel, um auf dieser dann doch zu trommeln. Er verschweißt Auspuff und Blechdose, um daraus ein Saiteninstrument zu erschaffen, welches seine Wirkung nicht verfehlt. Das Ganze wird mit einer Live-Loop-Maschine gekoppelt, so dass Pierre Bosolum die erzeugten Töne aufzeichnen und in Schleife wiedergeben kann. Seien es nun die schon beschriebenen Instrumente oder das Abreißen von Klebestreifen, das Gurgeln von Wasser, das Klopfen an einer Flasche oder die Nutzung eines Eisportionierers, dies alles erschafft einen unglaublichen Klangteppich, in dem sich die angenehm warme und wandelbare Stimme des Musikers bestens einwebt.

Die Einflüsse von Jazz sind stark erkennbar, die Texte bleiben etwas im Dunkeln, hat man doch den Eindruck, dass es sich oftmals um eine Fantasiesprache handelt. 

Textfetzen vom Haus, was ins Meer fällt und der immer näher rückenden Küste, die alles mit sich nimmt, dringen an das Ohr und erhalten, durch die Ereignisse am Kap Arkona, einen noch intensiveren Charakter, auch wenn diese Thematik schon länger bekannt ist. 

Pierre Bosolum schafft es, mit seinen musikalischen Impressionen zu fesseln und zu begeistern. Zugegebenermaßen sieht dies nicht das gesamte Publikum ähnlich, so ist während des gesamten Auftritts ein recht störendes Grundraunen im Saal zu hören. Applaus gab es aber dennoch reichlich.


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