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Clutch, Kylesa im Konzert (Köln, Juni 2011)

Clutch sind in der Stadt - und der Mob dreht durch

Kylesa bauen Mauern aus Sound (Foto: Geoff L. Johnson)

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Seit knapp 20 Jahren tingeln Clutch bereits durch die Lande und noch immer haftet ihnen jenseits der Staaten völlig zu Unrecht der Sticker „absoluter Geheimtipp“ an. Wenn das Quartett aus Germantown dann aber mal für einen seltenen Gig in Deutschland Halt macht, kann es sich auf seinen Kultstatus verlassen, der auch an diesem Samstag Pilgerströme ins Kölner Underground zieht. Kein Wunder: Schließlich eilt den Herren der Ruf voraus, eine exzellente Liveband zu sein.

Kylesa

Als Begleitung haben Clutch Kylesa mitgebracht und wie man anhand der T-Shirts feststellen kann, sind einige Konzertbesucher auch vorrangig für die Sludger aus Savannah, Georgia hergekommen. Folglich spielen die trotz Vorbandstatus auch nicht vor halb leerem Haus: Als das Quintett pünktlich um 20 Uhr die Bühne betritt, ist das Underground schon fast voll.

Mit langsam wabernden Gitarren und Klängen aus einem Theremin legt die Band den atmosphärischen Grundstein für die folgende Dreiviertelstunde. Kaum sind die fremdartig pfeifenden Töne des Intros verklungen, lassen Kylesa verzerrte Saiteninstrumente und gleich zwei Schlagzeuge sprechen. Mit ihren beiden zeitgleich spielenden Drummern bieten die vier Herren plus Dame nicht nur das gewisse Extra an Druck, sondern vor allem was fürs Auge. Perfekt synchron bearbeiten Carl McGinley und Tyler Newberry ihre Trommeln und Becken; die parallel durch die Luft ziehenden Sticks wirken – passend  zur dröhnenden, von Gitarrenwänden dominierten Musik – durchaus hypnotisch. Die symmetrische Bühnenaufteilung wirkt da mit: im Hintergrund die doppelte Batterie, mittig davor Bassist und Keyboarder Corey Barhorst, zu beiden Seiten flankiert von Laura Pleasants und Philip Cope an Gitarren und Gesang.

Was Kylesa zu Gehör geben, ist weder leicht zu klassifizieren, noch jedermanns Sache und schon gar nicht großartig artverwandt zum uramerikanischen Stoner-Blues von Clutch. Die Bezeichnung Sludge Metal wird dem Gemisch aus verdammt tief gestimmten Gitarrenriffs, malmenden Grooves und punkigen Ausbrüchen vielleicht am ehesten gerecht. Die eingestreuten psychedelischen Passagen und orientalischen Melodien umfasst er allerdings nicht so ganz; hier haben Kylesa durchaus ihre eigene Nische. Die Gesangsarbeit teilen Laura und Philip gleichmäßig untereinander auf und spannen dabei den Bogen von Hardcore-Shouting über Growls bis hin zu schwebendem Klargesang und Riot-Grrrl-Gekeife. Routiniert spielt sich die Band durch ihr Set und macht vor allem in den doomigeren Momenten Laune, wenn zwei Bassdrums mörderisch tiefe Basstöne und schwere Gitarrenakkorde direkt in die Magengrube drücken. Hin und wieder zermatscht der Sound zwar ein wenig; da Kylesa das Publikum aber ohnehin unter Lärmlawinen zu begraben versuchen, macht das eigentlich nichts.

Als die Band die Bühne wieder verlässt und die Roadies mit dem Umbau (der allen Ernstes etwa so lange dauern sollte, wie Kylesas ganzer Auftritt) beginnen, ist das Underground bereits so voll, dass es zur Herausforderung wird, sich kurz an die frische Luft zu begeben. Von draußen strömen außerdem immer noch weitere Leute nach, sodass die Location um halb zehn, als Clutch endlich die Bühne betreten, nur noch als proppenvoll zu bezeichnen ist.

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