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Children Of Bodom, Insomnium, Medeia im Konzert (Hamburg, September 2013)

Ein fucking geiler Abend trotz langweiliger erster Band

Children Of Bodom

Die Kinder Bodoms waren schon sehr häufig in der Hansestadt zu Gast – das erste Mal laut Frontmann Alexi Laiho im Jahre 1998, also vor beinahe 16 Jahren. Insofern neigt man sogar dazu, ihm zu glauben, wenn er sagt, dass diese Stadt ihm und seiner Band etwas bedeuten würde, sie hier immer wieder gerne spielen und die Leute einfach „fucking awesome“ seien und das sei auch kein „fucking bullshit“.

Apropos fuck: Man müsste sich bei einem Children Of Bodom-Konzert mal hinstellen und eine Strichliste machen, wie oft Alexi das F-Wort verwendet. Allerdings käme da sowieso keiner hinterher und deswegen kann man es wohl auch gleich lassen. Dieses ewige Herumgeprolle und Markieren des harten Typen kann einem zwar irgendwann auf den Keks gehen, aber nun ja, bei Alexi gehört es halt dazu und ist angesichts seiner kleinen, schmächtigen Gestalt eher amüsant. Und Gitarre spielen, das kann das „Wildchild“ nach wie vor selbstverständlich hervorragend – immer wieder irre, wie die Finger des Finnen in atemberaubender Geschwindigkeit über das Griffbrett seiner Klampfe flitzen. Wenn er nur seinem Compagnon Roope Latvala ein paar mehr Soli überlassen würde, denn der Kerl hat es genauso drauf und wird viel zu wenig gefordert, da er hauptsächlich Rhythmus- und sonst nur ein paar Harmonie-Parts übernimmt.

Wenigstens zeigt sich die Gruppe heute in ausgezeichneter Form. In der Vergangenheit gab es ja auch durchaus mal den ein oder anderen Auftritt, der aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums in den Sand gesetzt wurde, doch den Deutschland-Auftakt dieser Tour will man dann wohl doch nicht vermasseln und vielleicht sind die Bodomkinder ja mittlerweile doch mal erwachsen geworden.

Die Setlist bietet wenig Überraschungen, es sind hauptsächlich die Klassiker, angereichert mit ein paar Songs aus dem aktuellen starken Album „Halo Of Blood“, das vor allem mit den Black-Metal-lastigen Titelstück und der schleppenden, Band-untypischen Gänsehautnummer „Dead Man’s Hand On You“ zwei absolute Gourmethappen offeriert. Immer wieder Freude kommt allerdings angesichts des bereits an zweiter Stelle platzierten „Needled 24/7“ auf – spätestens hier ist der Moshpit in vollem Gange, und er wird mehr oder weniger bis zum Ende anhalten, was Alexi natürlich bestens gefällt. Sogar eine Wall Of Death wird zwischendurch zelebriert, und anhand dieser Bombenstimmung kann auch ein Alexi, so viele Konzerte er und seine Jungs auch schon absolviert haben, sich durchaus mal beeindruckt zeigen – das „we love you!“ am Ende der Show klingt auf jeden Fall sehr ehrlich.

Sehr geil auch die Performances von „Bodom After Midnight“, das Laiho mit den Worten „who wants to hear some old COB shit?“ ankündigt, und „Lake Bodom“, das daraufhin folgt und wiederum mit der Frage „and now who wants to hear some even older shit?“ eingeleitet wird. Alter Scheiß wird selbstredend immer gerne gehört und so darf man sich – diese faustdicke Überraschung bekommen die Zuschauer dann doch geboten – außerdem noch über „Towards Dead End“ freuen, ein Stück, das die Finnen laut Aussage ihres Fronters seit zwölf Jahren nicht mehr live gespielt haben.

Ansonsten sei angemerkt, dass es mit „Shovel Knockout“ immerhin ein Track des vorigen Albums auch in die Setlist dieser Tour geschafft hat, dass „Angels Don’t Kill“ nach wie vor eine Killerballade ist und dass das Quintett offenbar wieder Gefallen an „Downfall“ gefunden hat. Jener „Hatebreed“-Klassiker fungierte bereits auf der letzten Tour zu „Relentless Reckless Forever“ als letzte Nummer vor den Zugaben und so verhält es sich auch heute – das Gitarrenriff ist aber auch wirklich der Hammer!

Nach einer engagierten und intensiven Darbietung gibt es als Zugabe allerdings nur noch einen Song zu hören, bevor die Lichter angehen: Als hätte die Band sich gesagt, endlich auf die vehementen Forderungen eines Besuchers hinter mir, der immer wieder „In Your Face“ ruft, einzugehen, wird den Fans genau dieses Stück um die Ohren gehauen – und das angepisste „I don’t give a flying fuck, motherfucker“ singt man doch nur zu gerne aus vollem Halse mit. Ein knackiger Rausschmeißer, der einen kurzweiligen Abend durchaus passend abrundet, und auch wenn man COB schon oft gesehen hat, reift schnell die Erkenntnis: Die Kerle machen einfach Spaß, bei der nächsten Gelegenheit also gerne wieder!

Setlist:

Transference
Needled 24/7
Living Dead Beat
Halo Of Blood
Scream For Silence
Bodom After Midnight
Lake Bodom
Hate Crew Deathroll
Shovel Knockout
Dead Man’s Hand On You
Are You Dead Yet?
Blooddrunk
Angels Don’t Kill
Towards Dead End
Hate Me!
Downfall
-------------------------------
In Your Face

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