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Children Of Bodom, Insomnium, Medeia im Konzert (Hamburg, September 2013)

Ein fucking geiler Abend trotz langweiliger erster Band

Es ist der dritte und letzte Tag der Hamburg Metal Dayz, die nach 2012 nun das zweite Mal stattfinden und nachdem am Freitag und am Sonnabend Caliban beziehungsweise Rage den Headliner markierten, sind nun Children Of Bodom an der Reihe. Auch wenn die Veranstaltung als Hallenfestival durchgeht, bei dem nicht nur im Großen Saal, sondern auch im kleineren Marx und im Foyer Veranstaltungen (übrigens nicht nur Konzerte, sondern auch Workshops, Vorträge, Meet & Greets etc.) steigen, ist es möglich, auch nur ein Tagesticket zu kaufen und sich abseits von allem anderen lediglich die Bands anzuschauen, was heute im Großen Saal neben den Bodomkindern, die mit ihrem sehr gelungenen neuen Album „Halo Of Blood“ angereist sind, noch Medeia und Insomnium sind.

Dass das Ganze einen recht kommerziellen Hintergrund hat, wird bereits im Vorraum deutlich, in dem die Raucherlounge anscheinend eine Renaissance erlebt hat; jedenfalls war es vor etwa zwei Monaten, als der Verfasser dieser Zeilen das letzte Mal vor Ort war und sich gemütlich eine anstecken wollte und daraufhin nach draußen geschickt wurde, noch verboten. Plötzlich aber haben Benson & Hedges einen eigenen Stand und man darf wieder nach Herzenslust qualmen. Scheint komisch zu sein, doch wen wundert’s letztlich, wo die Hamburg Metal Dayz doch vom Wacken-Team angeleiert wurden. So werden einem am Presseeingang gleich erst mal fünf Euro abgeknöpft, als Spende für die Wacken Foundation, angeblich, um den Metal-Nachwuchs zu fördern. Auch wenn man sich sagt, dass jenes Geld vielleicht besser bei einem Undergroundkonzert oder für eine EP einer unbekannten, aber talentierten Band angelegt wäre, zahlt man natürlich. Die junge Dame ist ja sehr freundlich und man will schließlich nicht der Arsch sein, der nichts gibt, noch dazu, wo man als Pressefritze sowieso für lau rein darf.

Medeia

Alle drei Bands am heutigen Abend stammen aus dem Land der tausend Seen und den Anfang machen Medeia. Im Gegensatz zu den beiden nachfolgenden Combos, die bei aller Härte doch vor allem auf catchy Melodien setzen, herrscht bei dem Sextett kompromissloses Prügeln vor. Sofort fällt auf, dass der Soundmann wohl selbst bereits einen saftigen Hörschaden haben muss, denn diese völlig übertriebene Lautstärke ist ohne Gehörschutz keine sechzig Sekunden zu ertragen. Das und der daraus resultierende Soundbrei können allerdings kaum als alleinige Ausrede dafür herhalten, dass das Songmaterial, vorsichtig ausgedrückt, doch sehr limitiert ist. Genauer gesagt ist tatsächliches Songwriting oder Riffing nicht wirklich erkennbar, was dann den Unterschied zu einer Band wie beispielsweise Bolt Thrower ausmacht, die zwar ebenfalls sehr monoton agieren. Während die Engländer es jedoch fantastisch verstehen, ihre Songs aufzubauen, ist hier einfach nur eine Geräuschkulisse zu hören, Differenziertheit gleich null.

Bei den Ansagen des Sängers verhält es sich im Übrigen nicht viel anders; Keijo Niinimaa nuschelt sich tierisch einen ab und man kann höchstens mal herausahnen, dass die Band sich für die tolle Resonanz bedankt – Standard also. Tatsächlich ist es für die erste Band schon ganz gut voll im Inneren und schlecht sind die Reaktionen wahrlich nicht – man darf schließlich selbstredend auch anderer Meinung sein als der The-Pit.de-Abgeordnete und die fünf Jungs und die Dame am Keyboard (bei dem man sich fragt, was es bei dieser Band eigentlich soll; außer bei einem netten Klavier-Intro und -Outro zwischendurch, die richtiggehend eine Wohltat sind bei all dem Krach, hört man praktisch nichts davon) ganz toll abfeiern. Mangels Kenntnis und verständlichen Ansagen kann ich hier nicht mit vielen Songtiteln um mich werfen; lediglich der Titel „Misery Prevails“ ist beim Autor durchgesickert – sorry for that!

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