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Callejon, Annisokay, Vitja im Konzert (Dresden, Februar 2015)

Perfektes Wochen-Workout

Callejon überzeugen mit einer unglaublichen Energie

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Callejon

Die ersten beiden Bands des Abends sind durch und konnten nicht nur gut einheizen, sondern sich auch nachhaltig ins Gedächtnis einhämmern. Jetzt ist es an Callejon, den Abend entsprechend ausklingen zu lassen. Auf der Bühne wird es zumindest erstmal recht spannend gemacht und diese komplett verhangen.

Als der Vorhang nach dem Intro fällt, kommt zwar nicht wirklich viel Spektakuläres zum Vorschein, aber immerhin gibt es den ersten „aha“- Effekt und sei es nur, weil man Basti, Basti nun mit blondem Haar erleben darf. Dafür bekommt man jetzt ordentlich was auf die Ohren. „Wir sind Angst“ rammt sich in die Gehörgänge und verursacht im Saal die Ausschüttung von Glückshormonen. Als dann gleich noch der Klangbolzen „1000 PS“ nachgeschoben wird, ist gemeinschaftliches Durchdrehen angesagt. Haare fliegen durch die Luft, Pommesgabeln recken sich gen Decke und die Stimmen werden bis aufs Äußerste gequält.

Aber auch nach dem sportlichen Auftakt lassen Callejon nicht locker und dreschen mit aller Leidenschaft den ersten Coversong „Schwule Mädchen“ in die Fans. Der funktioniert ebenso gut wie seine Vorgänger und lässt die ersten Crowdsurfer in Aktion treten. Die Düsseldorfer setzen zwar vornehmlich auf die Titel der neuen Scheibe „Wir sind Angst“, aber ganz außen vor bleiben Klassiker wie „Porn From Spain“ natürlich nicht, wobei es unglaublich bemerkenswert ist, dass sich die Begeisterung in keiner Weise unterscheidet. Egal ob alt, neu oder gecovert, alle Songs werden mit der gleichen Hingabe mitgesungen. Callejon ziehen ebenfalls weiter durch und verzichten auch größtenteils auf Ansagen. Dafür spricht nach „Veni Vidi Vici“ das Schlagzeug und Max an den Drums kann sich hervorragend in Szene setzen. Teils hat es gar den Anschein, dass das extra auf ihn abgestimmte Licht dem Treiben gar nicht mehr folgen kann. Vielleicht springen deshalb die Lichtkegel der etwas grellen Scheinwerfer nun aus Verzweiflung immer wieder ins Publikum, auf jeden Fall hat man hiernach die Vermutung, dass es für einige nun blind weitergeht.

Mit „Sommer, Sonne, Kokain“ gibt es wieder einen älteren Titel zu hören. Diesmal wird sogar mit Akustikgitarre begonnen, was sicher eine sehr schöne Idee ist, aber durch die Unruhe im Saal doch etwas untergeht. Untergehen könnte auch ein gutes Stichwort für „Krankheit Mensch“ sein, zumindest wenn man dem Text glauben mag. Die düstere Stimmung des Titels überträgt sich auch hier im Saal und hat eine recht erdrückende Wirkung, wobei man durchaus behaupten kann, dass der eh schon gelungene Track live noch einen deutlichen Zugewinn erfährt.

Eine der wenigen Ansagen schließt sich an und wenn Basti, Basti seinen Lieblingstitel ankündigt, wissen die meisten Fans schon, dass nun „Kind im Nebel“ folgt. Eine kleine Überraschung gibt es aber doch und dies ist die großartige Akustikversion des Titels. Hier kann man sich dem Einwurf eines Zuschauers mit „Ihr seid die Größten“ doch fast nur anschließen. Von der eben noch vorhandenen Ruhe geht es aber direkt wieder in die Vollen. Callejon packen den nächsten Cover aus und damit geht es beinahe in die Kategorie Oldie. Zumindest dürften bei der Veröffentlichung von „Schrei nach Liebe“ viele der Besucher noch nicht das Licht der Welt erblickt haben. Trotzdem funktioniert der Ärzte-Klassiker immer wieder bestens. Und damit ist auch schon die Zeit für den letzten Song gekommen, der ebenfalls vom aktuellen Album kommt. „Unter Tage“ ist der vorläufige Abschluss, der mit sechzig Minuten auch etwas früh kommt.

Glücklicherweise bleibt den Zuschauern eine Zugabe nicht verwehrt. „Blitzkreuz“ leitet die nächste Runde ein und wird direkt von „Snake Mountain“ abgelöst, welches mit einer anständigen Wall Of Death weiter aufgewertet wird. Hiernach ertönt der verdiente Applaus für die Vorbands, bevor es den nach Angabe des Frontmanns asozialsten Song gibt, den Callejon je geschrieben hat. „Porn From Spain 2“ beendet die schweißtreibende, dynamische Show der Düsseldorfer, die wirklich begeistern und sicher einiges an Arbeitsstress des Publikums abbauen konnte.

Setlist:

Wir sind Angst
1000 PS
Schwule Mädchen
Dieses Lied macht betroffen
Dunkelherz
Porn from Spain
Ich lehne leidenschaftlich ab
Veni, Vidi, Vici
Sommer, Liebe, Kokain
Krankheit Mensch
Kind im Nebel
Schrei nach Liebe
Unter Tage

Blitzkreuz
Snake Mountain
Porn from Spain 2

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