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Bullet, '77, Screamer im Konzert (Essen, Oktober 2012)

Krank und trotzdem dabei

Auch Hell Hofer ist gesundheitlich angegriffen

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Bullet

Viele Fragezeichen am Ende der Show, einige KonzertbesucherInnen sind sogar richtig enttäuscht, denn Bullet scheinen nicht alle Energie abgerufen zu haben, würden irgendwie satt wirken - so sei es, wenn man einfach zuviel Erfolg habe. Klar, bei oberflächlicher Betrachtung könnte man durchaus den Eindruck gewinnen, aber weit gefehlt, sollten die Anwesenden lieber froh sein, dass die Show nicht auf dem streichenden Prüfstand zu finden ist, liegt eigentlich doch die halbe Bullet-Mannschaft flach. Das merkt man allein schon daran, dass das Quintett nicht wie üblich förmlich den Alk vernichtend hinunterschüttet, sondern dass sie eher zurückhaltend der Gerstenkaltschale zugeneigt sind.

Krank sind sie, in den letzten Tagen hat sie der Tourmanager förmlich mit diversen Grippemedikamenten und Hustensäften vollgepumpt, dementsprechend gehen sie auch deutlich ruhiger zu Werke. Nicht also volle Pulle „Bite The Bullet“, eher ein wenig zahnlos, was aber dem guten Songmaterial nicht abträglich ist, als Zunder für die Liveshow reicht es allerdings dann eher zu einigen Strohfeuern. Und so ist auch das Gejohle in der Fanmeute ein Wechselbad der Gefühle, denn zwischen einigermaßen abgefeierten Neustücken wie „Rush Hour“ oder „Full Pull“ kocht die Fanseele erst richtig hoch, wenn Gassenhauer wie „Stay Wild“ oder gar der Bandübersong und zur absoluten Hymne gereifte „Bite The Bullet“ – natürlich auch hier schon mit dem Titel über alle drei Gitarren verteilt – die Seele übermütig erhitzen.

Pommesgabel, Powerfäuste, was wäre eine Bullet-Show auch ohne diese Zutaten, aber im direkten Vergleich zur Show Anfang des Jahres, als sie mit Grand Magus in derselben Location für grande Begeisterung sorgten, können sie heute nicht annähernd mithalten. So ganz lassen sich die Fans dann doch nicht hängen; auch wenn das ganz spektakuläre Geschiebe Richtung Bühne sehr übersichtlich bleibt und zum Ende der Show hin noch übersichtlicher wird, so füllen trotz allem warme „Bullet“-Sprechchöre das Turock und wirken sicherlich viel mehr als jede noch so teure Arznei. „Wir möchten uns herzlich bedanken“, powert Hell Hofer noch heraus, doch am Ende sind die Schweden ganz froh, die Show noch so gut über die Bühne gebracht zu haben.

Setlist:

Midnight Oil
Rush Hour
Full Pull
Turn It Up Loud
Pay The Price
Roadking
One Deal With The Devil
Stay Wild
Rolling Home
Highway Pirates
Back On The Road
Bite The Bullet

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