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Building A Force 2011

Von unnötig bis grandios war alles dabei

Powerwolf konnten selbst die Nicht-Power Metal-Fans überzeugen

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Powerwolf

Nach dem Geballer der Holländer steht man erst einmal da wie der Ochs vorm Berg, wenn man sich die Bühnendeko von Powerwolf so anschaut: vier Banner in Kirchenfensteroptik wurden auf der Bühne hochgezogen und im Gegensatz zu den vorherigen Bands wird in der Umbaupause sogar die erste Reihe von den Fans belagert. Man merkt: Die Wahl-Saarländer und Ur-Rumänen werden sehnsüchtig erwartet. Das ist kein Wunder, schließlich war die Band bis vor Kurzem im Studio, um ihr viertes, noch unbetiteltes Album aufzunehmen, das im Sommer erscheinen soll. Resultat des Ganzen war eine halbjährige Bühnenabstinenz, die hier und heute auf dem BAF ihren Abschluss findet.

Wer die Band, so wie die Verfasserin dieser Zeilen, noch nie live gesehen hat, muss beim Anblick von Sänger Attila Dorn und seinen Genossen zunächst schmunzeln: Theatralisch weiß geschminkt und in schwarzem Gewand betritt der Sänger die Bühne und verteilt imaginären Weihrauch. Ein spektakuläres Bild geben auch die beiden Gitarristen Charles und Matthew Greywolf ab, die sich links und rechts über zwei Ventilatoren postiert haben, so dass die Mähnen schön im Wind wehen und die beiden ein bisschen Gewitterhexen ähneln lässt. Wie die Irren wird gepost, Grimassen gezogen und auch Keyboarder Falk sucht immer wieder den Kontakt, indem er vorne an den Bühnenrand rennt und die Leute anfeuert. Inzwischen ist das Publikum, wenn auch übersichtlich gestaffelt, heißgelaufen; Songs wie „Prayer In The Dark“ werden lauthals mitgesungen und beklatscht. Da bleibt auch Zeit für einen kleinen Scherz: Attila erkundigt sich mit rollendem „r“ nach der Konfession der Anwesenden und verspricht den wenigen Katholiken dann grinsend: „Euch machen wir später fertig“.

„In Blood We Trust“ wird dann genauso abgefeiert wie das ironische „Catholic In The Morning, Satanist At Night“, das prompt dem Papst gewidmet wird. Powerwolf verbreiten eine derartige Partystimmung, wie man es an diesem Tag kaum mehr für möglich gehalten hatte – einen nicht unerheblichen Teil trägt dazu sicherlich Attila bei, der echte Entertainerqualitäten beweist und wie Rasputin die Bühne beherrscht. Unbestrittenes Highlight der Setlist ist „Werewolves Of Armenia“ mit seinem großartigen „Uh! Ah!“-Mitsingpart, der bis aufs Letzte von den Fans ausgekostet wird. Liebevoll wird der neue holländische Drummer vorgestellt, der sich das komplette Set in nur einer Probe draufgeschafft hat und jetzt sogar noch ein Solo abliefern darf. Einen kleinen Seitenhieb kann die Band sich aber zumindest Richtung Publikum nicht verkneifen: „Resurrection By Erection“ wird den augenscheinlich sehr wenigen anwesenden Männern gewidment, die an diesem Tag „Spaß unter der Bettdecke“ hatten, wobei sich Attila eine dreckige Lache kaum verkneifen kann. Da kann man auch schon einmal über die Diskriminierung hinwegsehen, dass die Damen gar nicht erst gefragt werden.

Es ist ein gutes Stück nach Mitternacht, als mit „Moscow After Dark“ und dem wiederholten „Werewolves“ noch die Zugaben in die Halle geschmettert werden und die Zuschauer in die Pause vor der Aftershowband Feel The Campfire entlassen werden. Der anwesende Teil der The-Pit.de-Redaktion streicht nach zehn Stunden Metal am Stück die Segel und überlässt die amerikanische Coverband ihrem Schicksal – irgendwann brauchen schließlich auch die Trommelfelle of steel mal eine Pause.

Setlist:

  • We Take It From The Living
  • Prayer In The Dark
  • Raise Your Fist, Evangelist
  • Panic In The Pentagram
  • In Blood We Trust
  • Catholic In The Morning, Satanist At Night
  • Werewolves Of Armenia
  • Vampires Don’t Die
  • Resurrection By Erection
  • Kiss Of The Cobra King
  • Saturday Satan
  • Lupus Dei
  • Moscow After Dark
  • Werewolves Of Armenia
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