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Building A Force 2011

Von unnötig bis grandios war alles dabei

Hail Of Bullets sorgten für reichlich Action

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Hail Of Bullets

Als um zwanzig vor zehn der Quasi-Prä-Headliner des Abends die Bühne stürmt, ist die Halle für heutige Verhältnisse relativ gut gefüllt. Wo in anderen Locations zu so später Stunde bereits der Schweiß von der Decke tropft, ist es in der Mühltalhalle noch angenehm kühl, so dass man sich die Holländer in aller Ruhe anschauen kann, ohne mangels Sauerstoff einzugehen. Von Ruhe kann allerdings kaum die Rede sein: Nach einem ausgiebigen Schlagzeug-Feintuning haut Sänger und szeneinterne Größe Martin Van Drunen dem begeisterten Publikum seine heiseren Schreie um die Ohren. Über die Töne, die ex-Bolt Thrower-Sänger loslässt, kann man als Normalsterblicher nur staunen, zumal der Gute wie die Reinkarnation von Otis aus „Haus der 1000 Leichen“ aussieht – da kann einem schon ein bisschen anders werden. Dass die Texte von Hail Of Bullets da nicht gerade von Luft und Liebe handeln, ist klar – der Zweite Weltkrieg hat es dem dem Quintett lyrisch besonders angetan. Das grummelig-böse Image von Herrn Van Drunen wird aber schnell durch den knuffigen holländischen Akzent in den deutschen Ansagen wieder zunichte gemacht, aber genau das lässt die Sympathien für den schon leicht grauhaarigen Hünen schnell steigen.

Nicht nur, dass HOB die erste nicht-deutsche Band auf dem diesjährigen BAF sind, sie sind auch die einzige Combo, bei der die Glatzenträger gegenüber den Matten drei zu zwei gewinnen. Ein seltener Anblick ist das in der Headbanger-Kultur, aber natürlich lassen es sich auch die Oben-Ohne-Mitglieder nicht nehmen, agil über die Bühne zu heizen. Deftige Tracks wie „Kamikaze“ vom aktuellen Album „On Divine Winds“, das noch des Öfteren in der Setlist berücksichtigt wird, zeigen nicht nur die Affinität der Jungs zur Kriegsthematik, sondern lassen das Publikum auch endlich warm werden. Allerdings headbangen die Anwesenden nicht nur schwungvoller, es finden sich auch einige wenige Mosher ein, die sichtlich Schwierigkeiten mit dem biergetränkten Hallenboden und ihrem eigenen Alkoholpegel haben. Dass die Kerle nach kurzer Zeit aneinander geraten, ist da kein Wunder – die zum Teil irgendwie betriebsblinde Security hilft da durch ihre pure Abwesenheit auch nicht weiter, also muss die Freundin einer der beiden Streithähne dazwischen gehen. Zum Glück für alle Anwesenden bleibt das aber der einzige geistige Ausfall – der straight nach vorn preschende Death Metal wird von allen abgefeiert und Songs wie „Red Wolves Of Stalin“ von ersten Langspieler „… Of Frost And War“ oder „On Coral Shores“ bieten ordentlich Potenzial zur Aggressionsbewältigung. Der letzte Track „Ordered Eastwards“ wird mit den Worten „Seid doch froh, dann ist der Lärm vorbei“ vom zähnefletschenden Martin angekündigt, doch weit gefehlt – die Zugabe-Rufe nötigen die Band dann doch noch, „General Winter“ hinterherzuschieben. Und die Holländer haben geschafft, was zu Beginn des Festival fast unmöglich schien: den strengen Zeitplan durcheinander zu bringen. Mit einer nicht unerheblichen Verspätung können die Herren um kurz vor elf die Bretter verlassen und für ein vorgewärmtes Publikum beginnt das stumme Warten auf den Headliner.

Setlist:

  • Operation Z
  • Advancing Once More
  • Red Wolves Of Stalin
  • Kamikaze
  • Full Scale War
  • Warsaw Rising
  • On Coral Shores
  • Berlin
  • Guadalcanal
  • Tokyo Napalm Holocaust
  • Ordered Eastwards
  • Intro2 – Sirens
  • General Winter
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Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging