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Building A Force 2011

Von unnötig bis grandios war alles dabei

Ivanhoe konnten nicht wirklich überzeugen

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Ivanhoe

Wer glaubt, nach dem nervenzerreißend tieftönenden Sound der Esslinger kann es nur bergauf gehen, der ist so auf dem Holzweg, wie es hölzerner kaum geht. Ivanhoe stehen in den Startlöchern und oh, die Geduld wird so sehr strapaziert, dass man eigentlich nur den Gang zum Fressstand antreten kann. Dabei geben sich die Baden-Württemberger redlich Mühe und wer weiß, dass Sänger Micha seinerzeit den Judas im Musical „Jesus Christ Superstar“ gab, kann sich auch vorstellen, dass der Mann singen können muss, nur kommt davon an diesem Tag herzlich wenig rüber. Entweder, der Hallensound kommt den Prog-Power-Metallern so gar nicht zugute oder der Sänger hat einen schlechten Tag – dafür hat er aber ziemlich gute Laune, scherzt mit dem Publikum und lässt sich auch sonst nur kurzzeitig anmerken, wie sehr es ihm auf die Eier geht, vor gerade einmal einer Handvoll Leute spielen zu müssen. Verständlich ist das, kann die Band doch inzwischen schon 25-jähriges Bestehen feiern – da vor ungefähr 10 oder 20 Leutchen zu spielen, ist sicherlich nicht gerade das Nonplusultra.

Dass das Quintett als deutsche Antwort auf Dream Theater gehandelt wird, kann man irgendwie nachvollziehen – schließlich warten Ivanhoe durchaus mit komplexen Prog-Strukturen und guten Melodien auf, nur wirkt das leider am heutigen Tag so gar nicht. Die Soundqualität hat merklich nachgelassen: Inzwischen sind die ohnehin ohrenbetäubenden Drums noch einen Tick lauter gedreht worden, der Bass zerfetzt einem auch in der hintersten Reihe noch das Zwerchfell und Micha geht bisweilen gesanglich im Soundgebräu unter, wenn er nicht gerade die höheren Stimmlagen ausnutzt. Dazu kommt, dass immer noch erschreckend wenig Leute vor der Bühne stehen – wer hat da schon Lust, sich auf den Brettern komplett zu verausgaben? Obwohl die beiden Gitarristen Achim und Chuck posen wie die Weltmeister und die Fans immerhin mehr Applaus spenden als noch bei MOD, mag keine rechte Bewegung in die Sache kommen. Auch den Witz zu „Time Machine“, das kurzerhand zu „Thai Machine“ umgedichtet wird, findet augenscheinlich niemand so wirklich lustig – wahrscheinlich fehlt da noch der entsprechende Alkoholpegel. In respektvollem Abstand betrachten die wenigen Interessierten das muntere Treiben auf der Bühne; bei „Cheops“ hauen Ivanhoe noch einmal richtig feine Riffs raus und auch das eigentlich zu laute Schlagzeug weiß zu überzeugen, davon versiebt Micha aber im Laufe der letzten Songs einige Töne in den höheren Oktaven derartig, dass man meinen könnte, jemand hätte eine rollige Katze auf der Bühne ausgesetzt. Die Handvoll Headbanger, die sich letzten Endes doch noch einfinden konnte, scheint das nicht zu stören – kurz vor der Schlusslinie werden noch einmal die Matten gelüftet und Ivanhoe können zumindest ein paar aufgewärmte Nackenmuskeln für sich verbuchen.

Setlist:

  • Walk In Mindfields
  • Mad Power
  • Time Machine
  • What Love Is For
  • You’ll Burn
  • Cheops
  • Lifeline
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