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Brutus und VAR im Konzert (Dresden, Mai 2019)

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging

Brutus stellen neues Album "Nest" vor

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Brutus

Dass die Umbaupause nun etwas länger dauert, scheint den meisten Gästen ganz gut zu passen, immerhin ist der Gesprächsbedarf nach dem exzellenten Auftakt der Isländer recht hoch, bloß die Hoffnung auf eine CD muss man leider begraben, da VAR hier nicht über einen eigenen Merch-Stand verfügen. Trotzdem ist man bester Laune, als Brutus die Bühne betreten und einen kurzen Applaus zur Begrüßung gibt es obendrauf.

Die Belgier eröffnen mit „Fire“, dem Opener ihres neuen Albums „Nest“, der gleichmal ordentlich durch die Hütte brutzelt. Mit dem nachfolgenden „Cemetry“ setzen sie in puncto Schlagkraft noch einen obendrauf, damit ist auch klar, dass sie sich hier nicht von dem Support die Schau stehlen lassen wollen. Energiegeladener Post-Rock drischt durch die Scheune, der direkt die ersten Headbanger auf den Plan ruft. Der Rest der Zuschauer lässt sich lieber treiben, zum Mitklatschen oder gar Mitgrölen ist die Musik des Trios denkbar ungeeignet, zumal die Songs hier um einiges druckvoller und noisiger aus den Boxen prügeln. Der Power des Auftritts kommt dies mit Sicherheit zugute, dafür geht dieser wabernde Sound der Platte etwas verloren. Ebenso zeigt sich dies beim Gesang von Drummerin Stefanie, welche zwar mit ihrer ungemein kraftvollen Stimme bestechen kann, aber eben nicht ganz diese Wahnsinns-Aura wie auf „Nest“ versprüht. Zugleich beweist sich der Aufbau als nicht besonders clever, Hauptakteurin ist eben Stefanie und die ist am äußeren Bühnenrand versteckt.

Das Ganze darf man jetzt allerdings als Jammern auf höchstem Niveau verstehen, das Trio hat einfach mal einen Sack voller sensationeller Titel zu bieten, der schnell derlei Gedanken vertreiben lässt. Schon das biestige „Drive“ haut wieder ordentlich rein, „War“ lässt mit seinen Tempowechseln und seiner absoluten Dynamik eh keine Wünsche mehr offen. Dementsprechend hoch ist der Applaus angesiedelt und der wird auch bei „Space“ nicht leiser, zumal dem Song die zusätzliche Energie gut steht und der Titel live deutlich mehr Fahrt aufnimmt.

Mit „Distance“ gibt es einen weiteren Song der neuen Scheibe und einen kleinen Dank ans Publikum, welches so zahlreich erschienen ist. Dies darf sich nun zu „All Along“ kräftig durchschütteln lassen, kurze, knackige Attacken dominieren den Titel und lassen gar noch eine kleine Punk-Attitüde durch den Saal reiten. Das saustarke „Sugar Dragon“ setzt im Anschluss den energetischen Schlusspunkt; ein letztes Mal sich treiben lassen, tanzen oder headbangen, denn all der frenetische Beifall im Nachgang hilft nichts, dies bleibt leider das letzte Stück des Abends. Man möchte meinen, dass eine Stunde doch etwas wenig ist, aber letzten Endes scheint man heute einfach mehr auf Qualität denn auf Quantität zu setzen. Insofern sieht man ein durchgehend zufriedenes Publikum.

Setlist:

Fire
Cemetery
Horde II
Drive
War
Justice De Julia II
Child
Space
Distance
Techno
All Along
Sugar Dragon

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