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Booze & Glory, Giuda & The Analoge im Konzert (Leipzig, Dezember 2019)

Geniales Tour-Finale

Mit neuer Scheibe unterwegs: Booze & Glory

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Booze & Glory

Dass die beiden Vorbands eine fette Leistung erbracht haben, sieht man nun beim Blick in den Saal: Dieser hat sich schnell geleert und die Bars dürfen sich über einen guten Andrang freuen. Abkühlen ist die Devise und man lässt dem Publikum auch reichlich Zeit dazu, die Umbaupause zieht sich diesmal etwas in die Länge.

Etwas irritiert darf man schließlich beim Start reagieren: Disco-Music und eine Seifenblasenmaschine bestimmen das Intro. Zum Glück laufen dann doch Booze & Glory ein und mit „London Skinhead Crew“ machen sie sofort klar, dass sich an der musikalischen Ausrichtung nichts geändert: Von hier an gibt es treibenden Oi!-Punk auf die Lauscher, der die Laune des Publikums direkt von Null auf Hundert steigen lässt. Allerdings hat man es nun nicht mit einem mitklatschenden, bierseligen Haufen zu tun, sondern mit einem riesigen Mosh-Pit, der in etwa die Hälfte des Klubs im Griff hat.

Mit Blick auf die Bühne darf man zudem feststellen, dass die Band um ein weiteres Mitglied bereichert wurde. Erfreulich, dass die Keyboard-Klänge, welches es auf „Hurricane“ verstärkt zu hören gibt, nicht vom Band kommen, sondern live gespielt werden und den Sound der Londoner nochmals aufwerten. Der entscheidende Live-Faktor wird dies zwar nicht sein, denn die atemberaubende Energie, mit denen Booze & Glory über die Bühne stürmen, überstrahlt wohl so ziemlich alles. Zum Einstieg gibt es noch ein paar ältere Songs, was durchaus recht clever erscheint, heizen sie doch die Stimmung an.

So tastet man sich langsam an das neue Album heran und auf Nachfrage, wer denn im Besitz selbigen wäre, gibt es doch einige Handzeichen. Mit „Never Again“, welches mit einem einstimmigen „Fuck Nazis“ angekündigt wird, steht nun der erste neue Titel bereit. Die heftige Reaktion hierauf lässt durchaus vermuten, dass sich nicht alle als Käufer geoutet haben und auch beim nachfolgenden „Ticking Bombs“ geht ordentlich die Post ab. Mitgrölen und pogen sind oberste Zuschauerpflicht und irgendwie fragt man sich durchaus, wie lange dies durchzustehen ist.

Scheinbar haben allerdings alle genug Kondition, so muss Frontmann Mark gerade mal bei dem eh etwas ruhigeren „Simple“ zum Mitklatschen animieren. Auf der Bühne selbst hat man hingegen trotz der umfangreichen Tour keinerlei Ermüdungserscheinungen, vor allem Bassist Chema zeigt sich als absoluter Aktivposten und lässt sich trotz Sturzes nicht vom Beackern der Bühne abhalten. Vor „Live It Up“ erklärt Mark kurz, dass man ihm in Berlin erzählt hätte, dass es in Leipzig immer besonders große Circle-Pits gäbe. Heute klappt dies allerdings weniger gut, schnell löst er sich auf und man gibt sich doch deutlich lieber dem nächsten Pogo hin.

Vor und auf „Ten Years“ werden die Bierflaschen erhoben, was gar nicht mehr so einfach erscheint, denn immerhin entleerten sich schon einige Becher und Flaschen unfreiwillig während des Konzerts. Trotzdem dankt man sich gegenseitig für die letzten Jahre und freut sich nun umso mehr, dass die Tour hier in Leipzig zu Ende geht. „Hurricane“ spendet im Anschluss etwas mehr Ruhe, wobei die Live-Version doch um einiges kraftvoller daherkommt und zum absoluten Highlight des Abends avanciert. Schon allein das Piano kommt besser zur Geltung und der ausgedehnte Instrumentalteil verschafft dem Titel einen zusätzlichen Reiz, der die eh schon gelungene Studiovariante noch um einiges übertrifft.

Leider ist allerdings nach einer Stunde Spielzeit schon vom Ende des Konzerts die Rede und „Blood From A Stone“ soll dieses besiegeln. Unterstützt werden Booze & Glory dabei von den Frontmännern der zwei vorherigen Bands, welche dem Affen ordentliche Zucker geben und dem Konzert ein denkwürdiges Ende verschaffen. Überraschend hiernach, dass die Zugabe-Rufe gar nicht so stark aufbranden, wie man es an so einer Stelle erwarten würde. Ein einzelner Zuschauer verirrt sich schließlich auf die Bühne und feuert den Rest an, immerhin zeigt dies Erfolg und bringt die Londoner zurück.

Die Fußballhymne „Three Points“ liefert den furiosen Auftakt in die Dreingabe, welche mit dem Elton John-Cover „I'm Still Standing“ ihren stimmungstechnischen Höhepunkt erlebt. Bei aller Skepsis gegenüber der Studioversion, muss man nun doch eingestehen, dass die Herren hier ein ganz feines Händchen haben und einen absoluten Abräumer vorlegen. „Only Fools Get Caught“ bindet schließlich den Sack zu, Mark lässt gar die Gitarre verschwinden und widmet sich ausschließlich dem Gesang und den Zuschauern, was den Song noch in die Verlängerung gehen lässt. Chema nutzt derweil die Chance und lässt sich vom Publikum ein Stück durch den Saal tragen, dies war es aber endgültig von Booze & Glory, die in diesem Moment einen grandiosen Abend und eine ausgiebige Tour beenden.

Setlist:


London Skinhead Crew
Leave The Kids Alone
The Time Is Now
Never Again
Ticking Bombs
Carry On
Violence And Fear
Simple
Live It Up
Ten Years
Hurricane
Days, Months & Years
My Heart Is Burning
Blood From A Stone

Three Points
I'm Still Standing (Elton John Cover)
Only Fools Get Caught

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