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Bonecrusher Fest 2012 (Hamburg)

...und die Knochen blieben heile

Betraying The Martyrs hatten Startprobleme

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An einem kühlen Dienstagabend versammelte sich eine überschaubare Masse vor und im Logo Hamburg. Anlass der Versammlung war das alljährliche Bonecrusher Fest, welches nun zum dritten Mal Europas Clubs durchquerte. 

Mit Carnifex als Headliner holte man einen alten Bonecrusher-Hasen ins Boot, da die fünf Kalifornier seit Anfang der Knochenbrecher-Ära mit von der Partie sind. Bereits im Vorfeld behaupteten böse Zungen in diversen Internetplattformen, dass eine Band wie Carnifex dem Slot als Headliner niemals gerecht werden könnten – sie treten immerhin in die  Death-Metal-Fußstapfen von Bands wie Dying Fetus (welche 2011 dabei waren). 

Überhaupt stand das diesjährige Bonecrusher-Line-Up eher unter dem Deathcore-Himmel, was man insbesondere am überaus jungen Publikum erkennen konnte. Es scheint, als würde das gesamte Bonecrusher-Line-Up von Jahr zu Jahr schrumpfen – waren es vor zwei Jahren noch sieben Bands und letztes Jahr noch sechs Bands, die man an Land zog, holte man dieses Jahr nur noch fünf. 

Neben Carnifex gaben sich noch Beneath The MassacreWithin The RuinsMolotov Solution und die Franzosen Betraying The Martyrs die Ehre. Der aufmerksame Besucher und alle, die des Lesens mächtig waren, fanden heraus, dass die Einheizer des Abends, Betraying The Martyrs, einen Platz zum Nächtigen suchten (ein mit Edding bekritzeltes Pappschild klebte auf dem Tisch und hing bei den T-Shirts), und dass eine weitere Band auf der Suche nach Gras war.

Einlass war um 19:00 Uhr und genau eine halbe Stunde später legte die erste Band des Abends los.

Betraying The Martyrs

Pünktlich um 19:30 Uhr enterten Betraying The Martyrs die kleine Bühne des Hamburger LOGOs. Einige überraschte dies, da man aufgrund der Auflistung auf dem Tourplakat eigentlich mit Within The Ruins als Vorheizer rechnete. Musikalisch gesehen spielen die Franzosen (christlichen) Deathcore mit Keyboard-Gedudel und Clean-Vocals. Wie man sich jetzt vielleicht bereits denken kann, war die Band nicht jedermanns Sache, insbesondere die cleanen Parts schienen einigen im Publikum überhaupt nicht gefallen zu haben. Betraying The Martyrs spielten vor einem nicht einmal halbgefüllten Club und wie schon im Jahr zuvor hat der Opener des Bonecrusherfestes irgendwie immer die A-Karte, denn das Hamburger Publikum war auch am heutigen Abend ziemlich zurückhaltend und wirkte etwas gelangweilt. Während die sechs Herren das Intro „Liberate Me Ex Inferis“ (lat. „Befreie mich von der Unterwelt“ o.ä.) und anschließend den Song „Martyrs“ aus ihrem Debütalbum „Breathe In Life“ preis gaben, nuckelten die Anwesenden an ihrem Bier oder natürlich auch an der allseits beliebten Coca-Cola.

Erst als Sänger Aaron Matts zum vielleicht sechsundzwanzigsten Mal die Zuschauer aufforderte, doch näher an die Bühne zu kommen und gemeinsam die Matte zu schütteln, rafften sich einige Vorreiter auf und erfüllten dem bemühten, aber durchaus sympathischen Frontmann diesen Wunsch. Während das Sextett so vor sich hin performte, füllte sich der Club noch ein wenig und tatsächlich fand man sich dann in einem richtigen Konzert wieder. Aus anfänglichem Misstrauen der Band gegenüber wurde so etwas wie Enthusiasmus und die Anwesenden, nun sogar mit einigen textsicheren Fans, tanzten auf Deathcore-Art im Pit, two-steppten, headbangten und genossen jeden Breakdown. Trotz alledem wirkten, wie zuvor schon geschrieben, der Mix aus cleanem Gesang und Keyboard von Victor Guillet nicht sonderlich ergänzend, sondern eher etwas überladen. Nicht dass die Band schlecht wäre, die Growls waren top, jeder in der Band war Herr seines Instruments und auch die Bühnenpräsenz für eine nicht ganz so erfahrene Band war mehr als solide.

Es ist halt einfach nicht jedermanns Sache. Hinzu kam dann noch, dass der Sound anfänglich ziemlich schwach war, und teilweise war die Stimme des Keyboarders ziemlich übersteuert.
 
Highlight der Band war wahrscheinlich der letzte Song „Because Of You“, zum einen, da es zu den bekannteren Songs der Jungs gehört, zum anderen, weil der Chorus definitiv ohrwurmtauglich ist und die cleanen Parts super zum Song passten. Das Publikum bedankte sich mit lautem Applaus, als die Band die Bühne für die Nachfolger frei machte. Bei einem kurzen Gespräch nach der Show, erzählte Aaron außerdem, dass sie im Mai nochmal in Deutschland sein werden. Dann jedoch mit Bands die er selber auch höre: Veil Of MayaVildhjartaStructures und Volumes. Abschließend kann man noch sagen, dass Betraying The Martyrs ein netter Einheizer des Bonecrusherfestes waren und ziemlich gut in das gesamte Billing passten. Ob sie übrigens einen Schlafplatz fanden, ist uns nicht bekannt.

Setlist:

Liberate Me Ex Inferis
Martyrs
Man Made Disaster
The Convenant
Life Is Precious
Because Of Your

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