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Blutengel, Chrom im Konzert (Duisburg, März 2011)

Von Vampiren, Feuer und Blut

Von Vampiren und Blutengeln

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Blutengel

Nach einem Umbau der Bühne lässt sich der Bombast der kommenden Show schon erahnen. Der typische Thron ist vorhanden und zwei große Leinwände unter roten Vorhängen säumen die Bühne. Zudem stehen große Kerzenständer und Feuerschalen auf der Bühne bereit. So ist es nicht verwunderlich, als beim Verdunkeln der Grotte dem einen oder anderem ein kalter Schauer den Rücken runter läuft. Das Intro beginnt, die Bühne versinkt im Nebel und die Spannung im Raum lässt sich nicht mehr steigern. Blutengel lassen aber auch nicht mehr auf sich warten, die Sonne ist immerhin untergegangen, die Gefahr also ist vorbei. Anja betritt Feuer jonglierend die Bühne und hier schon halten die ersten den Atem an. Als Chris Pohl dann die Bühne betritt, hört man hier und da ein tiefes Seufzen. Mit „The Lost Children“ vom neuen Album und der gleichnamigen Tour „Tränenherz“ beginnt der Abend. Wer die Liveshows von Blutengel kennt, ist über die ins Detail geplante Show, die vielen kleinen Details und die Hingabe aller Beteiligten nicht überrascht, den Übrigen steht schon nach diesen beiden Stücken der Mund offen. Mit „Ordinary Children“ und der passenden Perfomance geht es weiter und Chris findet dann Zeit die gekommenen „Kinder“ zu begrüßen. Die Menge hängt an seinen Lippen. Die Augen bekommen heute Abend mehr zu sehen, als der eine oder andere aufnehmen kann und die Ohren können sich wieder einmal davon überzeugen, was für ein klasse Sänger Chris und was für klasse Sängerinnen Anja Milow und Ulrike Goldmann sind. Ein einziger Wermutstropfen bleibt: Steffi Weingarten fehlt aufgrund von Unabkömmlichkeit in ihrem Hauptjob.

Mit „Doomsday“ kommt direkt der nächste Kracher vom gerade erst veröffentlichten Album „Tränenherz“ und schon bei diesem vierten Song kocht die Grotte über. Sie ist gefüllt bis auf den allerletzten Platz, aber dank der höher gelegenen Bühne verpasst auch die letzte Reihe nichts von dieser imposanten Show. Die Songs bieten eine gute Mischung zwischen alten Alben und dem neuen, sodass hier im Saal jeder Song laut mitgesungen wird. Bei „Behind The Mirror“ werden die beiden Leinwände durch die beiden Live-Perfomerinnen in Szene gesetzt. Sie stehen vor dem Screen, wie vor einem Spiegel, das Publikum sieht ihre bezaubernden Rücken und vorne das Spiegelbild der Damen. Großartige Idee, diesen Song auch visuell darzustellen. Schon an dieser Stelle werden die ersten Stimmen laut: „Ich brauche ein Autogramm von ihm!“ Chris bezirzt heute Abend wie eh und je, und wenn er zwischen den Songs mit seinen Jüngern spricht, wirkt er nahezu zerbrechlich und schüchtern. Was ein Gegensatz zu dem, den er darstellt, sobald er singend vor dem Mikrofon steht. Es sei heute Abend erst die zweite Show der Tour sagt er, nahezu entschuldigend, der Umbau sei noch nicht so flüssig, als die Crew in seinem Rücken plötzlich eine Dusche aufbaut. Dann, als die Crew verschwindet und die Dusche steht, beginnen die ersten Takte von „Vampire Romance“. Duschen sind zum duschen da und man hört nun tatsächlich Herzen höher schlagen und möchte meinen, rauszuhören, dass es die männlichen sind, als die Tänzerin unter dieser Dusche Platz nimmt und sich dort erotisch tanzend mit dem herunter kommenden Blut einseift.

Eine herrliche Show, die einem wohl noch lange, lange im Gedächtnis bleibt. Nach dem Song, als eben die Dusche wieder abgebaut wird und Chris diese Zeit wieder überbrückt, wird ihm aber klar, dass Stand-Up-Comedy wohl nicht sein Ding ist. Dafür sind diejenigen, die nun so zahlreich in der Grotte stehen, aber auch nicht gekommen.

Viel eher für die Songs, die nun noch folgen. „Ein Augenblick“, die wunderschöne Ballade des neuen Albums, erfüllt dann auch den Wunsch, eben genau diesen Song live erleben zu dürfen. Auch dieser ist selbstverständlich klasse inszeniert. Eine Tänzerin stellt eine Spieluhr Balletttänzerin dar, die wie von Chris besungen am Ende an gebrochenem Herzen zerbricht. Ganz großartige Leistung, die Superlative im Saal überschlagen sich, die Stimmung ist fantastisch und jeder der Gekommenen wünscht sich nur eins: „Mehr davon!“

Ulrike hat dann ihren Auftritt mit „Seelenschmerz“, den sie wundervoll rüberbringt. Nun wird dem einen oder anderen aber tatsächlich klar, dass auch dieser Abend ein Ende haben wird. Die Rufe nach einer anschließenden Autogrammstunde werden immer mehr und lauter. Und als Chris dann den letzten Song ankündigt, ist wirklich niemand in der Grotte damit einverstanden und so wundert es auch nicht, als nach dem Ende von „Engelsblut“ und dem Abgang der Blutengel die Rufe nach einer Zugabe sehr, sehr laut sind.
Diese gibt es tatsächlich und es gibt nun noch neben dem selten gespielten Song „Black Rose“ noch den Song „Liebe“. Aber ohne den schon als Video erschienene Song „Reich Mir Die Hand“ verlässt Chris natürlich nicht die Bühne, somit wird dieser Abend mit „Promised Land“ und eben „Reich Mir Die Hand“ geschlossen und Chris reicht dann seine Hand noch der Crew entgegen, lässt diese auf die Bühne kommen, um sich zu bedanken, dass alles so gut geklappt hat.

Hier ist nur noch eines zu sagen: Danke für diesen bombastischen Abend, und es ist kein Wunder, dass nun der Merchstand aus allen Nähten platzt und die Hoffnung, noch einen Blick auf Chris zu werfen, stirbt zuletzt.

Setlist:

1. Intro
2. The Lost Children
3. Ordinary Children
4. Doomsday
5. Behind The Mirror
6. Über Dem Horizont
7. Soul Of Ice
8. Lucifer
9. Das Andere Ich
10. Die With You
11. Winter Of My Life
12. Vampire Romance
13. Ein Augenblick
14. Seelenschmerz
15. The End
16. Bloody Pleasures
17. Engelsblut

18. Black Roses
19. Promised Land
20. Liebe
21. Reich Mir Die Hand

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