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Blues Pills, The Vintage Caravan, The Arkanes im Konzert (Hamburg, Oktober 2014)

Heißer Kandidat für das Konzert des Jahres

The Vintage Caravan

Was die Auftrittszeiten angeht, ist der Abend peinlich genau geplant worden: Bereits im Vorfeld konnte man sich auf der Website der Blues Pills die genauen Startzeiten von jeder Band ansehen, was auf eine perfekte Organisation schließen lässt – deswegen wohl auch der sahnige Sound, wovon man ja nicht gerade ständig verwöhnt wird. Jedenfalls betreten auch The Vintage Caravan die Bretter ziemlich exakt zur angekündigten Uhrzeit von 21:20 und dürfen sich über noch regeren Zuspruch als The Arkanes freuen.

Stilistisch ist das isländische Trio auch deutlich näher am Hauptact, wenngleich weniger gebluesrockt als mehr geheavyrockt wird. Die Nordmänner waren dieses Jahr schon im Rahmen ihrer Tour als Support von Grand Magus und Audrey Horne in der Hansestadt zu sehen gewesen und hatten dort beim Verfasser ein äußerst positives Bild hinterlassen. Heute haben sie allerdings ein ungleich größeres Publikum vor sich, das die Band völlig zu Recht ziemlich gut abfeiert, was ihr offensichtlich Flügel verleiht. Frontmann Oskar und Bassist Alexander sind sowieso absolute Zappelphilippe, die ständig von einem Ende der Bühne zum anderen rennen, hüpfen und springen und es verstehen, die Zuschauer mitzureißen. Und je mehr Leute, die feiern, desto mehr Bestätigung, desto mehr Adrenalin.

Unfassbar ist auch hier wieder, wie jung die Kerle noch sind: Oskar sieht vom Gesicht geradezu noch Milchbubi-mäßig aus, spielt aber mit beneidenswerter Souveränität Gitarre, singt charismatisch und der Musik wohnt eine Authentizität inne, als wenn der Dreier die Hochzeit des alten Heavy Rock selbst miterlebt und -kreiert hätte. Und nebenbei hat man natürlich einige erstklassige Songs im Gepäck: „Midnight Meditation“ ist eine wunderbar fließende Midtempo-Nummer mit eingängigem Mainriff und Mitsing-Refrain, das knackig-kurze „Cocaine Sally“ zeigt den Humor der Band auf, während das epische „Winterland“ mit seinem größtenteils ruhigeren Charakter (bis auf den abermals energiegeladenen Mittelpart, wo die Band erneut kräftig über die Bühne wirbelt) eine kleine Verschnaufpause bildet.

Den größten Applaus fahren die jungen Isländer jedoch mit „Expand Your Mind“ ein, das wiederum mit einem Jam-artigen Mittelteil gesegnet ist und ebenfalls tolle gesangliche Hooklines sein Eigen nennen darf, die einem so schnell nicht aus dem Kopf gehen. Hierzu gibt es übrigens ein sehr lustiges Musikvideo, das an dieser Stelle wärmstes empfohlen sei. Eine gute Dreiviertelstunde bieten The Vintage Caravan psychedelisch angehauchten Heavy Rock der alten Schule auf höchstem Niveau – da die Burschen alle kaum älter als 20 Jahre alt sind und jetzt schon so viel auf dem Kasten haben, darf man die Hoffnung hegen, dass da etwas ganz Großes heranwächst.

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