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Blues Pills, The Vintage Caravan, The Arkanes im Konzert (Hamburg, Oktober 2014)

Heißer Kandidat für das Konzert des Jahres

Wenn man darüber diskutieren wollte, was der beste Fang war, den Nuclear Blast in den letzten Jahren gemacht haben, müsste der Name Blues Pills zwangsläufig ganz oben auf der Liste stehen. Absolut unglaublich, wie diese Band durchstartet. Erst ein paar EPs und eine in diesem Jahr erschienene Full-Length-Platte hat der multinationale Vierer herausgebracht und feiert bereits jetzt Erfolge, von denen andere Kapellen in ihrer ganzen Karriere nur träumen können. Bezeichnend, dass die heutige Show in Hamburg vom recht überschaubaren Headcrash direkt auf dem Kiez ins um einiges größere Übel und Gefährlich verlegt wurde (by the way: sicherlich einer der coolsten Location-Namen überhaupt), wobei auch in Essen und Frankfurt in größere Clubs ausgewichen wurde, weil die Nachfrage so groß war. Und nicht nur das: Das Konzert ist ausverkauft (keine schlechte Leistung bei einem Fassungsvermögen von etwa 900 Menschen), bereits bei den beiden Vorbands The Arkanes und The Vintage Caravan ist es proppevoll und schon vor dem Einlass hat sich eine riesige Schlange vor dem Bunker gebildet (für alle Nicht-Hamburger: Das Übel und Gefährlich befindet sich im obersten Stockwerk eines großen Bunkers auf dem Heiligengeistfeld), die mehr oder minder geduldig darauf wartet, den Ort des Geschehens betreten zu dürfen. Abseits hat sich eine kleine Runde gebildet, die gemütlich einen Joint kreisen lässt, und man kann zu diesem Zeitpunkt bereits beobachten, dass das Publikum völlig bunt durcheinander gewürfelt ist: Altrocker, Metaller, Schwarzvolk, Normalos, Alt und Jung, Männlein und Weiblein – diese Truppe hat offensichtlich für jeden etwas zu bieten. Kein Wunder, psychedelisch gefärbter Bluesrock ist einfach zeitlos und wenn er so kompetent und ohne okkulte lyrische Klischees vorgetragen wird, weckt dies das Interesse verschiedenster Gruppierungen.  

The Arkanes

Pünktlich wie angekündigt um halb neun betreten The Arkanes die Bühne. Die vier Jungs um den charismatischen Frontmann Chris Pate sind wie alle Protagonisten am heutigen Abend noch sehr jung, zeichnen sich jedoch gleichsam durch souveränes und cooles Auftreten sowie hervorragende musikalische Fähigkeiten aus. Chris’ Bewegungen besitzen unheimlich viel Ausstrahlung, hinzu kommt eine glänzende Gesangsleistung und die Tatsache, dass er eine Linkshändergitarre spielt, lässt sofort an den seligen Kurt Cobain denken. Tatsächlich hat die Truppe eine nicht zu leugnende Grunge/ Alternative-Schlagseite mit Tendenzen in Richtung Alice In Chains oder eben Nirvana, vermixt mit rock’n’rolligen und Siebziger-Heavy-Rock-Elementen – eine clevere Kombination, die erstaunlich gut funktioniert und beim bereits zahlreich vorhandenen Publikum gut ankommt. Die Aussage „we sound exactly like The Beatles“ ist dann aber doch eher als Scherz zu werten und eine Anspielung darauf, dass das Quartett ebenfalls aus Liverpool stammt.

Nach dem ersten oder zweiten Song entledigt sich der Sänger mit den Worten „It’s too hot in here to wear a fucking jacket“ seiner Jacke und so wie im Zuschauerbereich bei den Massen schon der Schweiß zu rinnen beginnt, will man nicht wissen, wie es erst im Scheinwerferlicht auf der Bühne sein muss. So meint Chris denn auch, der Bunker sei ein interessantes Gebäude, blöd sei nur, dass anscheinend niemand daran gedacht habe, mal eine Klimaanlage einzubauen. So aber heißt es schwitzen, was zu Songs wie „Sharpshooter“ oder „W.A.R.“, dem Titelstück ihres im April veröffentlichten Longplayer-Debüts, auch bestens passt: Die Riffs braten einigermaßen amtlich, sind aber eingängig genug, um damit eine größere Zielgruppe anzusprechen.

Das mag sich vielleicht ein wenig nach mangelndem Mut zu Experimenten oder gar Kompromissbereitschaft anhören, Tatsache jedoch ist: Die Band mag niemandem wehtun, macht aber dennoch Spaß, weil trotz nicht unbedingt wahnsinnig originellen Songwritings immer noch genügend Rotz darin steckt, sodass die Zuschauer gerne bereit sind, schon beim ersten Supportact die Köpfe nicken zu lassen und den Engländern für eine unterhaltsame halbe Stunde Applaus zu spendieren. Hinzu kommt ein erfreulich guter, ausgewogener Sound, der genau die richtige Lautstärke besitzt, sodass man es auch ohne Gehörschutz problemlos aushält. So soll es sein!

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