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Blues Pills, Kadavar, Stray Train im Konzert (Oberhausen, Oktober 2016)

Toller Abend mit Kadavar als Gewinner

Wenn das mal kein fettes Tourpaket ist! Die Blues Pills und Kadavar (Ger) verbindet nicht nur, dass sie beim selben Label unter Vertrag sind, sie können auch beide einen kometenhaften Aufstieg verzeichnen; nicht viele Bands schaffen es, innerhalb weniger Jahre mittelgroße Hallen zu füllen, doch haben sich diese beiden Acts dies durch konstantes Touren und ein hohes musikalisches Niveau auch redlich verdient. Sicher, ein starkes Label im Rücken ist natürlich ebenfalls ziemlich hilfreich, doch wäre es unfair, den Triumph lediglich darauf zurückzuführen. Die Blues Pills haben jüngst ihr neues Album „Lady In Gold“ herausgebracht (Platz 1 in den offiziellen deutschen Albumcharts!), während Kadavar bereits im letzten Jahr ihre dritte Platte „Berlin“ in die Verkaufsregale wuchteten. Vorhang auf also für eine vielversprechende Co-Headliner-Tournee, die nach Hannover und Nürnberg in der Oberhausener Turbinenhalle ihre dritte deutsche Station erreicht.

Stray Train

Bevor es soweit ist, tritt mit Stray Train aus der slowenischen Hauptstadt Ljubljana noch eine Supportkapelle auf, die sich irgendwo in Classic-Rock-Gefilden mit leichten Grunge-Anleihen bewegt. Der Fünfer hat in diesem Sommer ebenfalls ein Studioalbum veröffentlicht, das den zwar witzigen, aber doch auch arg sperrigen Titel „Just ’Cause You Got The Monkey Off Your Back Doesn’t Mean The Circus Has Left Town“ trägt. Die Jungs legen pünktlich um 19:30 wie angekündigt zu AC/DCs „Rock’n’Roll Damnation“, das als Einmarschmusik fungiert, los und leiden ärgerlicherweise von der ersten Sekunde an unter einem wahrhaft unterirdischen Sound: Insgesamt zu laut und breiig, mit dröhnendem Bass, einem Schlagzeug, bei dem die Snare pappig klingt, während die Becken so gut wie gar nicht und bei den beiden Gitarren die eine immer nur sporadisch zu hören ist. Lediglich der Gesang ist die ganze Zeit über in konstanter, angemessener Lautstärke gehalten. Diese Soundkatastrophe ist auch nicht mit der hohen Hallendecke und überhaupt der recht großen und damit weitläufigen Location zu erklären.

Die Slowenen können einem daher schon ein bisschen leid tun, denn in dem bereits jetzt für eine Vorband recht gut gefüllten Saal haben sie an sich ja eine gute Chance, sich einem größeren Publikum zu präsentieren – so wird ihnen dieses Unterfangen natürlich nicht unbedingt erleichtert. Andererseits muss man bedauerlicherweise aber auch konstatieren, dass – mieser Sound hin oder her – die Songs arg ausbaufähig sind. Nach markanten Hooklines sucht man vergeblich, letzten Endes geht das Material zum einen Ohr rein und zum anderen wieder hinaus. Keine Dynamik, keine Luft zum Atmen, keine zündenden Refrains oder überhaupt Melodien, biedere Standardriffs aus dem Setzbaukasten.

Schade, denn spielen können sie, wie die Soli der Gitarristen – wenn sie denn mal zu hören sind – zeigen und auch der Frontmann kann was. Auch sieht man ihnen an, dass sie Spaß auf der Bühne haben, dennoch ist die Angelegenheit sehr fad und die Band (hier kommt das wohl schlimmste Wort für jede Musikgruppe) schlichtweg austauschbar. Erst der letzte Song, in dem auch mal eine ruhigere Passage mit cleanen Gitarren für Abwechslung sorgt, deutet an, dass vielleicht doch Potential vorhanden ist. Sorry, aber da waren The Arkanes bei der 2014er Tour doch wesentlich kurzweiliger. Hier kann es nur heißen: Ab in den Proberaum und am Songwriting feilen.

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