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Blessthefall, Bury Tomorrow, Marionette im Konzert (Stuttgart, Dezember 2009)

Ein Abend voller Groupies, Kotze und sehr Fan-nahen Musikern

So ruhig wie hier ging es auf dem Konzert nicht zu: Blessthefall hatten das Publikum voll in der Hand

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Sich bei -3 Grad Celsius ohne Jacke anderthalb Stunden lang in einen zugigen U-Bahn-Durchgang zu stellen, ist eine Sache, die man nur für wirklich gute Bands tut. Blessthefall sind definitiv so eine Band. Die Metalcore-Matadore machten im Rahmen ihrer „Commotion Over The Ocean“-Tour unter anderem Halt in Stuttgart; im Gepäck hatten sie neben ihrem aktuellen Album „Witness“ auch die Londoner Kollegen Bury Tomorrow sowie die Schweden Marionette.

 

Marionette

Letztere eröffneten den Abend, nachdem sich alle von der Nachricht erholt hatten, dass der Einlass von halb acht auf viertel vor acht verschoben worden war (was bei den herrschenden Temperaturen durchaus viel war). Die sechs Schweden zeigten sich enorm spielfreudig und sorgten mit ihrer Mischung aus Melodic Death Metal und Visual Kei für begeisterte, aber noch sehr verhaltene Reaktionen in den ersten beiden Reihen. Der Schreiberin dieser Zeilen fehlen gefühlte zehn Minuten des Auftritts, weil ihr Kopf gleich beim ersten Song „XX“ nähere Bekanntschaft mit der Verstärkerbox machte, dafür lobte Sänger Axel aber auch ausgiebig das enthusiastische Headbangen zumindest eines Teils der ersten Reihe. Ein Großteil des im Durchschnitt sehr jungen Publikums nutzte den Auftritt, um sich am Merchandise-Stand einzudecken, trotzdem machten die Schweden ihre Sache mehr als gut. Und das obwohl Keyboarder Linus – wie Blessthefall-Sänger Beau einen Tag zuvor – den am Rand der Bühne stehenden Mülleimer im Verlauf des Sets dazu nutzte, sein Mittagessen wieder loszuwerden. Das tat dem Auftritt jedoch keinen Abbruch: Songs wie „Burn Me“, „In Spite“ oder „Creatures“ wurden von sämtlichen Bandmitgliedern energetisch rübergebracht und wärmten die Menge schonmal etwas für Bury Tomorrow vor.

 

Bury Tomorrow

Die Londoner hatten von Anfang an einen leichteren Start als ihre Vorgänger; der extrem aufgedrehte Sänger Danni hatte das Publikum komplett in der Hand und ermutigte es immer wieder zum Moshen, was wesentlich mehr Bewegung in die nicht mehr ganz so träge Menge brachte als es noch bei der ersten Band der Fall gewesen war. Hier wurde die Metalcore-Kultur zum ersten Höhepunkt des Abends erhoben, als Danni die Menge aufforderte, bei „Anything With Teeth“ ein Spiel mit ihm zu spielen: Derjenige, der während des Songs am häufigsten auf die Bühne kam, sich mit dem Sänger abklatschte und dann einen Stagedive wagte, sollte nach der Show gratis Merchandise erhalten. Ein ganz besonders penetranter Kerl schaffte seine fünf High-Fives, indem er diverse Menschen als Kletterhilfe benutzte und konnte sich nach dem Gig über die freie Auswahl am doch recht gut sortierten Merchandise-Stand freuen. Danni will „Blood on the walls“ sehen und wahrlich: Für ein so kleines Publikum stellten die Fans abgesehen von derben Circle-Pits auch eine beachtliche Wall Of Death auf die Beine – Schuhe flogen, eine Basecap landete direkt vor den Füßen des Gitarristen Mehdi, der sie sich sofort schnappte. Gerüchten zufolge hat er sie ganz dreist behalten. Auch Stücke wie „You And I“ oder „Her Bones In The Sand“ wurden begeistert gefeiert, obwohl meines Wissens kaum einer der Anwesenden die Band kannte. So aufgeheizt, schon leicht heiser und halb erdrückt konnte die Bühne für die Sorgenkinder des Abends frei gemacht werden.

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