Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Betontod, Zaunpfahl im Konzert (Dresden, März 2015)

Eine schweißtreibende Punk-Nacht

Zaunpfahl können auch mit neuer Besetzung überzeugen

Zum Thema

Betontod sind seit nunmehr 25 Jahren aktiv, mit einigen Alben bestückt und mit zig Touren unterwegs. Dabei scheint der Weg der Band nicht nur immer geradeaus, sondern vor allem auch stetig weiter nach oben zu gehen. So erschien vor vier Jahren ihr Album „Antirockstars“, damals wurde das Werk zum Beispiel noch im kleinen Bischofswerdaer Eastclub vorgestellt. Jetzt sind die Rheinberger mit „Traum von Freiheit“ auf Tour und im Dresdner Schlachthof angekommen. Ein Gleichnis gibt es aber an beiden Abenden und dies ist das Schild „ausverkauft“ an der Tür.

Zaunpfahl

Ganz ohne musikalische Unterstützung sind Betontod aber natürlich nicht unterwegs und die kommt von einer Band, die sich ebenfalls großer Beliebtheit erfreut. Es ist von Zaunpfahl die Rede, die im vorigen Jahr immerhin schon ihr zwanzigstes Jubiläum feierten. Beinahe wäre dies auch ihr letztes Jahr gewesen, denn Ende Dezember kam schon ein Wechsel am Schlagzeug und Anfang dieses Jahres verabschiedete sich auch noch Bassist Thom.

Mittlerweile ist aber eine neue Besetzung gefunden und die legt mit „Dann tuts mir leid“ auch gleich anständig los. Schnell kommt beim Besucher die Erkenntnis, dass es niemanden leidtun muss, auch schon beim Support anwesend zu sein. Davon mal ganz abgesehen, dass die zu erblickenden Band-Shirts auch die Vermutung aufkommen lassen, dass hier und da ein paar Zuschauer gar wegen der Teterower angereist ist. Und diese wissen auch ganz genau, was sie jetzt bekommen: kurze, knackige Stücke mit ironischen Texten, die sich sowohl im Alltagsbereich wie auch im politischen Bereich ansiedeln. Wobei sich genaues hinhören immer wieder empfiehlt.

Als Party-tauglich erweist sich das nachfolgende „Tote tanzen keinen Pogo“. Der Blick in die Runde verrät, dass hier herzlich wenig Tote oder Scheintote anwesend sind. Es wird getrunken, gesungen, gefeiert und natürlich auch Pogo getanzt. Zaunpfahl ziehen querbeet durch ihr bisheriges Schaffen, hier kann man zum Klassiker „Das Leben ist schön“ ebenso abgehen, wie zu „Hier sind wir Mensch“, welches vom aktuellen Album „In Zeiten leerer Kassen“ stammt. Steht bis hierher der Wortwitz im Mittelpunkt, gibt es mit „Kreuze“ auch ein paar nachdenkliche Töne zu hören. Nun möchte man meinen, dass Gedanken über die Kreuze am Straßenrand der guten Laune Abbruch tun würde. Doch nicht so hier und der eben gehörte Titel, wird nur als andächtige Ruhepause genutzt, bevor zu „Herbst“ die Arme wieder in die Höhe fliegen. Auch bei „Baum gepflanzt“ bleibt die Stimmung im oberen Bereich, wobei man hier schon Freund des schwarzen Humors sein muss, um den Text bedenkenlos mitzusingen.

Gitarrist Goethe stimmt derweil einen Betontod-Sprechchor an, dem anständig gefolgt wird und dem anschließenden Zaunpfahl-Ruf wird ebenso intensiv nachgegangen. Das angestimmte „Polizist“ wird zum Selbstläufer und schließlich ertönt die freundliche Aufforderung zum letzten Song doch nochmals die Hände nach oben zu reißen und mitzuklatschen. Der Hinweis, dass es mit einem Bier in der Hand doch schlecht geht und man dann lieber zwei Gläser in die Hand nehmen sollte, wirkt durchaus hilfreich. Da der Klang von Plastik aber auch nicht wirklich überzeugend scheint, wird dann doch lieber der Gerstensaft zur Seite gestellt. Mit „Warum“ verabschieden sich Zaunpfahl und eigentlich bleibt nur die Frage, warum diese halbe Stunde kurzweiliger Unterhaltung schon vorbei ist.


Setlist:

Dann tuts mir leid
Tote tanzen keinen Pogo
Musik
Das Leben ist schön
Hier sind wir Mensch
Kreuze
Herbst
Baum gepflanzt
Polizisten
Terrorist
Warum

Seite
  • 1
  • 2
comments powered by Disqus

Schritt für Schritt zu einem erfolgreichen Abend

„Singen ist Sport, egal was für einen Stil, da machen wir uns nichts vor...“